#237 Mein Sohn ist Schweigemönch - Alexander Jürgens über das Leben im Kartäuserorden

Shownotes

Alexander Jürgens ist der Vater eines Kartäusermönchs. Sein Sohn Dominik lebt seit zehn Jahren in einem der strengsten Orden der katholischen Kirche: In einer Kartause in den französischen Alpen. Kartäusermönche führen ein Leben in Stille, Gebet und weitgehender Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Persönliche Besuche der Familie sind nur einmal im Jahr möglich, ansonsten bleibt der Kontakt auf Briefe beschränkt. Der Orden geht auf den heiligen Bruno von Köln zurück und steht bis heute für eine besonders radikale Form klösterlicher Spiritualität. Wie es für einen Vater ist, wenn der Sohn diesen ungewöhnlichen Lebensweg einschlägt, und was Menschen in einer hektischen und reizüberfluteten Welt von einem solchen Leben lernen können, darüber spricht Alexander Jürgens in der aktuellen Ausgabe von "Alpha & Omega – Kirche im Gespräch". Er gibt Einblicke in den Alltag der Kartäusermönche, erklärt die spirituelle Suche hinter der klösterlichen Stille und erzählt, wie sein Sohn seinen Weg in diese abgeschiedene Welt gefunden hat.

Weiterführende Links:

https://chartreux.org/moines/de/ https://www.x-verleih.de/filme/die-grosse-stille/

Alpha & Omega ist eine 30-minütige Talksendung über gesellschaftliche und soziale Themen. Die Sendung ist eine Gemeinschaftsproduktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie wird von der Multimedia-Redaktion der Evangelisches Medienhaus GmbH und der katholischen Fernsehredaktion KiP-TV produziert. Zu sehen sind die Sendungen bei den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg und bei BibelTV und bei YouTube:

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Transkript anzeigen

00:00:03: Er war vorher ausgetreten, noch aus der Kirche nach dem Abitur.

00:00:09: Und er kann sich es heute nicht erklären warum.

00:00:13: aber das war dann der erste Schritt.

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen bei Alphand Omega.

00:00:19: Gleich geht's um einen ganz besonderen Lebensweg.

00:00:21: Marisa Haug spricht mit Alexander Jürgens darüber, sein Sohn Dominik Jürgens ist in einen außergewöhnlichen katholischen Orden eingetreten – in den Kathäuser-Ordnen!

00:00:31: Mit kaum Kontakt nach außen….

00:00:34: Wie ist es dazu gekommen?

00:00:36: Wie siehts hinter den Klostermauern aus und was können wir davon

00:00:39: lernen?!

00:00:40: Darum geht's.

00:00:41: Zu sehen gibt's diesen Talk auch alles dazu in den Show Notes.

00:00:45: Und hier jetzt erstmal zum Hören

00:00:46: los

00:00:46: geht's Essen Sie was?

00:00:49: Räumen Sie noch kurz das Wohnzimmer auf, skreuen sie am Handy.

00:00:52: So leben wir!

00:00:53: Alles mögliche gleichzeitig machen muss auch manchmal sein kann aber sehr stressen und es gibt Menschen die gehen einen sehr besonderen Weg raus aus dieser Reizüberflutung.

00:01:03: Sie gehen zum Beispiel in ein Kloster.

00:01:05: so war das bei Dominic Jürgens erst seit elf Jahren im Karteuserkloster in den französischen Alpen.

00:01:11: Das ist ein besonders strenges Kloster.

00:01:13: Er hat kaum Kontakt in die Welt draußen und darf außerhalb des Klosters nur einmal im Jahr seine Familie sehen.

00:01:19: Sein Vater ist deswegen eine Art Spracher-In-Die-Welt von Dominik Jürgens, und deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir heute durch ihn Einblicke an diese abgeschiedene und ziemlich unbekannte Welt der Katholsamenche bekommen.

00:01:31: Herzlich willkommen Alexander Jürgenz bei Alpha & Omega Kirche im Gespräch!

00:01:35: Grüß Gott vor Haug!

00:01:37: Ja ihr Sohn geht zur Schule macht Abitur zieht schließlich nach Berlin und fängt da an Medizin zu studieren.

00:01:45: Das bricht er allerdings ab, kommt auf sie zu und sagt, Papa ich möchte ins Kloster.

00:01:50: Und zwar in einem der strengsten Orden der Welt!

00:01:53: Wie war das für Sie?

00:01:55: Ganz abrupt war es jetzt nicht.

00:01:57: Er hat tatsächlich Medizin angefangen zu studierend aber hat uns da schon immer erzählt, dass ist nicht meine Welt.

00:02:04: Wir haben mehr über die Museen im Berliner fahren als sonst was.

00:02:08: Es ist einfach seine Ladenschaft Musik Kunst.

00:02:13: Irgendwann hat er gesagt, entweder mache ich Medizin, dann muss ich mich aber total verbiegen, dann werde ich ein anderer Mensch und das will ich

00:02:20: nicht.".

00:02:22: Dann hat er auch eines Tages den Weg in die Buchhandlung gefunden, eine Bibel gekauft.

00:02:28: Er war vorher ausgetreten noch aus der Kirche nach dem Abitur.

00:02:36: Er kann sich es heute noch nicht erklären warum, aber ... Das war denn der erste Schritt ging es über Studium der Theologie in Berlin und dann nach Tübingen, katholische Theologie auf Priesterseminar.

00:02:51: Und das hat ihm auch nicht so zugesagt weil es zu theoretisch war und er hat schon die bürokratischen Hürden des Priestertums absehen können.

00:03:03: und dann hat ihn eine Freundenelektüre gebracht.

00:03:06: Dann ging's erst mal nach Frankreich in einen Orden.

00:03:09: Schon einen schweigenden Die Gemeinschaft von Jerusalem in Paris.

00:03:17: Mhm.

00:03:17: Und ... aber noch trotz allem relativ offen, und es hat sich bald rausgestellt, dass ihm das immer noch zu wenig Tiefe war und zu viel Ablenkung.

00:03:30: Er war als Kind einer, ich sag mal, ein Radikaler.

00:03:35: Da steckt das lateinische Radix drin die Wurzel?

00:03:38: Mhm.

00:03:38: Er wollte immer an die Würzeln.

00:03:42: Die Wurzel, wenn man im Orden ist und glaubt, dann ist die Wurzel Jesus.

00:03:48: Dann ist die Würzel Gott.

00:03:49: Und die hat er gesucht und auch in diesem Orden in Frankreich nicht gefunden.

00:03:56: Weil eigentlich nur zwei Tage ihm richtig was gebracht haben.

00:04:00: Ansonsten war da etwas zu viel städtisches Leben.

00:04:03: Das

00:04:03: war mitten in Paris

00:04:04: oder?

00:04:04: Es war mittein Paris ... Lohnt sich auf jeden Fall für Paris-Besucher da vorbeizugehen.

00:04:10: Es sind wunderschöne Messen, tolle Atmosphäre.

00:04:15: Und ja dann kam er denn ... Dann war es im Jahr zwei Tausend Vierzehn, drei Tausends Zwölf, Entschuldigung und hat uns so öffnet dass er nach Paris geht.

00:04:26: Er war vorsichtig Auslandssemester aber wir hatten schon eine gewisse Ahnung.

00:04:32: und dann blieb er da zwei Jahre und dann kamer eben.

00:04:36: Ja, ich mache ein Praktikum in Anführungszeichen.

00:04:42: Ich gehe in die Karthause für ein paar Wochen.

00:04:46: Wer war er da?

00:04:47: Das war

00:04:47: im Jahr ist es im Jahr zwei Tausend vierzehn.

00:04:51: Also waren wir da sechsundzwanzig.

00:04:56: Dann kam er zurück und dann war eigentlich die Entscheidung klar.

00:04:59: Der Pariser Orden hat ihn freigestellt.

00:05:04: Und jetzt darfst du noch ... ein paar Wochen zu Hause bleiben, bevor es denn tatsächlich in die große Kartehause geht.

00:05:13: Und dann ist er am Halbsten in der große Kartenhause.

00:05:15: Es war schon schrittweise eine Entwicklung so nach und nach also kein abrupter Sprung.

00:05:22: Nicht der völlige Schock?

00:05:24: Nein!

00:05:26: Er hat uns geschont.

00:05:28: Für Abhör daran geführt...

00:05:32: nicht uns geschont, sondern es war einfach eine Entwicklung, die er genommen hat.

00:05:36: Weil er selber noch am Suchen war.

00:05:38: Das hatte er ja selber vorher auch nicht gewusst und von daher immer wieder ne neue Etappe.

00:05:44: Und wir haben versucht das zu begleiten und ihn zu stärken, ihn auch manchmal zu rügen.

00:05:52: Es war schon ... Ja, was passiert jetzt?

00:05:57: Und Medizinstudium abgebrochen, das sieht man nicht zogern als Eltern.

00:06:03: Man hat ja doch seine weltlichen Vorstellungen von einer Karriere und von dem was aus Kindermorden soll.

00:06:10: Ja aber er hat sie dann schrittchenweise da rangeführt auf den Weg seiner Entscheidung eben sein Leben in diesem Katholser-Kloster zu führen?

00:06:19: Und damit wir auch einen Eindruck bekommen, wie das da aussieht haben wir jetzt ein Ausschnitt aus dem Video.

00:06:24: Aus der Kartause in der Dominik mittlerweile lebt.

00:06:37: Ja es sind Szenen aus dem Film Die Große Stille.

00:07:26: Ein Dokumentarfilm aus dem Jahr zwei Tausend Fünf Der tatsächlich in der Kartouse gedreht wurde In der Dominic Mittlerweile Lebt.

00:07:34: und Damit wir uns auch ein bisschen vorstellen können Wie Dominick aktuell oder zuletzt in dieser Kartause eben lebt Haben wir noch ein paar Fotos von ihm.

00:07:44: Ja, das ist Dominic vor der Kartause.

00:07:47: Man sieht es auch schon und wie sieht Palle Monastère?

00:07:49: Genau!

00:07:50: Besuch nicht erwünscht, nicht möglich.

00:07:53: Wir haben auch noch Fotos von der Kartouse in den Bergen.

00:07:58: ja da an den französischen Alpen Da sieht man auch die einzelnen kleinen Häuschen Die... Das sind die... Das ist zu Hause von dem jeweiligen Mönch oder?

00:08:10: Richtig

00:08:13: Das ist die zweite Gründung letztlich.

00:08:15: Die ursprüngliche Gründungen des heiligen Bruno war weiter drin im Wald in einer sehr engen Schlucht und die wurde großteils durch eine Lawine zerstört, deswegen ist er mit den überlebenden Gefährten hierhergezogen und hat da neu aufgebaut.

00:08:36: Neu-aufgebaut ja aber trotzdem noch tief in den Alpen sag ich mal.

00:08:40: Da geht's jetzt gleich!

00:08:42: in den Wald und in die Berge.

00:08:45: Und?

00:08:45: In die Kartause von Dominik?

00:08:48: Ja, das ist nicht so ganz typisch ... Er hat jetzt schon Aufgaben, vor allem auch als Sekretär, als Assistent vom Prior.

00:09:00: Und von daher sind es die ganzen Akten, die da in seinem Vorzimmer jetzt sind.

00:09:06: Und dann gibt's noch einen Schlafbereich mit ... Kleinem Altar hier auch.

00:09:11: Das ist die Zelle, nennt man das?

00:09:13: Ja, das ist jetzt die Gebets-Ecke.

00:09:16: Rechts der Gebettraum, links ein Stuhl und da verrichtet er mal nicht seine Gebete auf der Zelle in seinem Häuschen.

00:09:29: Man sieht vorne noch ein bisschen was vom Ofen.

00:09:32: Das Bett ganz einfach

00:09:35: ... Sieht fast aus wie in so einer Wanderhütte in den Alpen oder so.

00:09:40: So ungefähr!

00:09:41: Wie es richtig weiß ist, das ist auch

00:09:44: eine Stroh.

00:09:44: Ach krass!

00:09:46: Ja dort lebt ihr Sohn in einem sehr abgeschiedenen Kloster.

00:09:52: Naja Hütte ist vielleicht ein bisschen untertrieben aber Hütthe in dem größeren Kloster in der Kartause und wir haben jetzt so'n paar Bilder im Kopf Aber vielleicht können sie uns noch weiter einführen in den Alltag dort.

00:10:03: also viel läuft denn?

00:10:04: Der Alltag eines Kartäuser merkt nichts überhaupt ab.

00:10:09: Da beginnt's sehr früh.

00:10:10: man kann sagen ja am Morgen So, kurz vor Mitternacht wacht der Mönch auf oder wird geweckt.

00:10:19: Beginnt mit dem Gebät zu Maria um viertel Nacht zwölf und vierteln nach Mitternachts.

00:10:26: Okay, früh am Morgen was gut?

00:10:27: Früh am Morgen beginnt dann Matutin und Laudes.

00:10:32: bei den Karthäusern ist es gemeinsam.

00:10:36: das dauert dann bis ... zwei Uhr, zwei Uhr drei sich an Festtagen ganz lange gehen.

00:10:44: Dann geht man wieder zur Ruhe, schläft, muss allerdings vorher vielleicht noch Heizen im Winter und ein bisschen Holz nachlegen.

00:10:54: Morgens um acht ist dann da die Konventmesse Und nach der Konventmesse ist der Tag sehr streng eingeteilt in verschiedene Abschnitte.

00:11:07: Es sind auf jeden Fall so Zirka zwei Stunden Studium.

00:11:12: Der Schrift, der Bücher ...

00:11:15: Die Bibel oder was willst du die dann?

00:11:17: Und auch Schriften von Heiligen und ja... Egal jetzt haben wir gerade Augustinus kann alles dabei sein.

00:11:26: Psalmen das liegt an dem einzelnen Münch womit er sich gerade beschäftigen will.

00:11:34: Dann gibt es auch zwei Stunden die reserviert sind für Handwerk aktives tun.

00:11:41: Da gibt es verschiedene Aufgaben, die haben eine große Bibliothek und da wird dann Bücher gebunden und da werden sie neu beschriftet.

00:11:54: Dann muss man die Läderrücken stanzen und die Schriftaufzüge machen.

00:11:59: Der andere ist Schneer, der dritte arbeitet mit Holz.

00:12:03: Und manche sind auch Künstler so wie unser Dominik, der kann diese Zeit in Taipei benutzen.

00:12:08: Auch um zu malen ... Also da ist relativ frei.

00:12:12: Aber es ist alles auf der Zelle.

00:12:15: Also immer alleine isoliert?

00:12:16: Immer

00:12:16: allein und das ist noch ein Garten da, der will gepflegt werden.

00:12:22: Um den Garten sind auch große Mauern.

00:12:25: Auch das ist allein aber da hat er sein Stück Garten, betreuen und pflegen darf.

00:12:30: Und wie ist es dann beim Mittagessen zum Beispiel?

00:12:32: Also Frühstück gibt's ja ... Nein,

00:12:34: Frühstücks gibts keines.

00:12:35: Mittagsessen wird von dem Bruder München gemacht und durch einen kleinen Einlass in die Zelle geschoben.

00:12:45: Ach auch nicht gemeinsam!

00:12:46: Nein das ist auch auf der Zelle.

00:12:48: Das einzige gemeinsame Mittag Essen ist im Sonntag.

00:12:52: Im Sonntage treffen sie sich im Kapitelsaal Und dann wird da gemeinsam gegessen, allerdings schweigend.

00:12:59: Wann sprechen Sie dann mal miteinander?

00:13:01: Oder sprechen die gar nicht?

00:13:02: Ja, doch, sprechen schon!

00:13:04: Aber das Essen ist schweigent und da wird auch nebenher Textile aus der Bibel gelesen von einem der Brüder.

00:13:11: Okay.

00:13:13: Anschließend ist Rekreation.

00:13:15: Das heißt sie treffen sich so eine Stunde, sitzen in einer Runde tauschen sich aus und plaudern miteinander.

00:13:23: Die ganz große ... Gemeinsame Aktion ist dann immer Montags.

00:13:29: Da gibt es eine Wanderung.

00:13:31: Mehrstündige Wanderungen, je nachdem wie fit die einzelnen Brüder sind geht's weiter hoch dem Berg oder weniger weit.

00:13:40: aber da gehen sie zusammen und nicht allein.

00:13:44: Das ist ja das Besondere jetzt auch im Kartäuserorten dass Bruno die Eindenschaft in der Gemeinschaft will.

00:13:53: Also, da bilden sich denn immer Pärchen und die sollen miteinander reden.

00:13:58: Aber auch nicht so dass das den ganzen Tag vier Stunden mit dem Gleiche ist inzwischen durch ein Wechsel geplant damit man allen Brüdern gerecht wird.

00:14:08: Man versucht dann schon ... Den Austausch zu fördern aber es ist einfach... Nicht so im Zentrum.

00:14:15: Im Zentrum ist die Einsamkeit.

00:14:18: Richtig!

00:14:19: Und die Zeit alleine.

00:14:21: Aber es geht schon auch darum.

00:14:22: Es heißt ja auch Gemeinschaft der Einsamen, glaub ich.

00:14:27: Was noch gemeinsam ist, das ist der letzte offizielle Punkt am Tag.

00:14:31: Das ist die Festspaar.

00:14:32: um sechs Uhr nach fünfzehn, halbe Stunde klassisch nach der Liturgie und dann geht's wieder auf die Zelle und so gegen Viertel vor sieben, sieben ... Ja!

00:14:49: wird dann der zweite Teil des Essens, den man sich wahrscheinlich aufgehoben hat.

00:14:54: Es gibt also nichts Neues.

00:14:55: es gibt nur einmal am Tag nämlich mittags die Lieferung und das was übrig ist, ist mir den abends und dann geht's halb acht, acht spätestens zur Nachtruhe.

00:15:07: Und beim Festival kann man da auch miteinander reden oder?

00:15:10: Nein feststell ich auch.

00:15:12: und dann sehen Sie sich aber noch beim Gottesdienst oder?

00:15:14: In dem Video haben wir gesehen Da sind mehrere Mönche auf einmal.

00:15:19: Das ist auch eine Gemeinschaft,

00:15:20: oder?

00:15:21: Das war so dunkel wie das war, war es abends.

00:15:25: Also die Matutin, Laudes ... Die Nächte.

00:15:28: Da wird natürlich in der Gemeinsschaft gebetet.

00:15:33: Aber keine Gespräche, keine privaten Gesprächen.

00:15:35: Da kommen sie schweigen mit ihren Kapuzen hoch und versammeln sich einfach zum Gebet.

00:15:44: Ja also... Ungewöhnlich aus unserer Perspektive ist eine krasse Struktur, sehr strenge Regeln.

00:15:52: Und ja auch schon sehr alleine aber natürlich auch nicht völlig einsam.

00:15:57: also man hört ja schon es gibt eben auch die anderen Mönche und man isst da in einer Gemeinschaft irgendwie in der es eben diese große große stille gibt aber auch eine hohe Konzentration nämlich an Ja.

00:16:11: und trotzdem ist das natürlich so dass Dominik jetzt nichts sagen kann.

00:16:14: okay Schön, ich komme jetzt spontan mit in den Sommerurlaub.

00:16:18: Oder ich treffe meine alten Studiefreunde aus Tübingen und wir gehen mal einen Kaffee trinken in Grenoble.

00:16:24: Das ist da ja um die Ecke oder ... Ja, ich lern jemandem kennen für eine Beziehung, gründe vielleicht irgendwann mal Familie.

00:16:33: Das geht nicht.

00:16:33: Sein Leben ist im Kloster.

00:16:35: Es heißt also auch viel Verzicht.

00:16:38: Was findet ihr daran, dass er sich dafür entscheidet?

00:16:46: Der ursprüngliche Drang, ich suche Gott.

00:16:51: Will Jesus nahe sein?

00:16:52: Ich will Gott nahe seien und wenn ich jetzt Jesus Nahe sein will und Gott suche dann kann nicht viel Ablenkung brauchen.

00:17:09: andere Orden machen das anders.

00:17:10: da gibt es noch Tätigkeiten.

00:17:14: aber er ist jetzt eigentlich eher der kontemplative Typ der auch hierher gerufen wurde.

00:17:23: Kontemplativ heißt lesen, beten?

00:17:26: Ja und nachdenken für sich sein das Versichverarbeiten Und das ist letztlich sein Weg.

00:17:36: Klar er freut sich riesig wenn wir kommen einmal im Jahr für drei Tage.

00:17:41: Das ist die Besuchsregel.

00:17:44: Das ist für ihn ein großes Fest ganz klar aber Jetzt, dass er da irgendwie andere Beziehungen oder auch in die Stadt gehen und Kaffee trinken.

00:17:59: Es ist ein sehr einfaches Leben ganz bewusst reduziert auf das was der Mensch braucht.

00:18:04: Und wenn wir ehrlich sind brauchen nicht jeden Tag den Kaffeeklatsch um die Ecke.

00:18:09: Das ist nett und angenehm aber es ist nicht das was die Quelle unseres Lebens ist.

00:18:17: Wir brauchen Nahrung solide Einfach eine Nahrung.

00:18:22: Wir brauchen was zu trinken, weil wir sonst nicht verdosten.

00:18:25: Wer brauchen wir eigentlich nicht?

00:18:27: Wenn man ganz ehrlich sind!

00:18:29: Es gibt ja schon eine gewisse Selbstbestimmtheit auf könnte man jetzt von außen meinen also dass er eben nichts sagen kann.

00:18:35: ich möchte sie aber öfter sehen wenn Sie jetzt sagen er freut sich sehr wenn sie da sind Was würde Dominik dazu sagen?

00:18:42: das hat er wahrscheinlich nicht zum ersten Mal.

00:18:45: diese Rückfrage

00:18:47: Das ist für ihn völlig in Ordnung, da gehört natürlich auch dazu um diesen Weg gehen zu können.

00:18:54: Dass man sich einfügt in das Réglement und dass man bereit ist es anzunehmen, dass man ihres Regeln annimmt, dass Man gehorcht Gehorsam gegenüber dem Papst gegenüber dem Priyor und auch ja Papst letztlich Das sind eben Dinge, ja das sind Verführungen.

00:19:19: Sicher schwingt da manchmal so der Gedanke mit Ja jetzt wäre es ganz nett an bestimmten Tagen und Es werden sicher auch Erinnerungen mal kommen wie feste bei uns früher waren.

00:19:30: Da bin ich ganz überzeugt davon.

00:19:32: aber er ist von seinem Weg überzeugt Und wenn man ihn sieht kann man nur sagen Der ist brutal glücklich.

00:19:44: Kinderfrau dabei gehabt, also die ist ins Haus gekommen als meine Frau den Berufshätig war.

00:19:52: Und wir haben eine freundschaftliche Beziehung seither.

00:19:55: Die durfte einmal mit, weil wir so eine kleine Familie sind ... Hinterher hat allen erzählt sie hätte noch nie einen glücklichen Menschen gesehen wie ihn und sie hatten mit Religion wirklich wenig am Hut.

00:20:11: Dass man ihm irgendwie anmerkt dass er durch diese Ja, durch die Ruhe und auch die Isolation irgendwie zu sich kommt oder wie könnte man das sagen?

00:20:19: Und durch

00:20:20: das was er da tut.

00:20:21: Nämlich die Schriftenlesen auf Gottes Wort hören Das ist eigentlich der Sinn dieser Stille.

00:20:29: Ich öffne mich ich lege alles ab und versuche allein auf Gottes Worts zu hören.

00:20:37: Vielleicht ein Beispiel aus unserem Alltag.

00:20:39: Er hat mir schon als sechzehnjähriger gesagt Du sitzt jetzt da und liest, drüber läuft das Radio.

00:20:46: Mach doch eines richtig!

00:20:48: Du kannst auch nicht beides parallel

00:20:49: machen.".

00:20:50: Das

00:20:51: hat er mit sechzehn gesagt?

00:20:52: Ja.

00:20:53: Also sehen Sie schon Dominik von früher in dem Leben.

00:20:58: Irgendwie erkennen ihn darin.

00:21:00: Das war für mich so der Klassiker eigentlich auch schlecht.

00:21:03: Und es ist tatsächlich so wenn die Musiknebe herläuft, dann bist du irgendwo anders ... dann kannst du dich nicht auf den Text vor dir.

00:21:11: Und das ist ja bei den Kartreisern mehr als einfachen Textes, es ist kein Karmai oder kein Kruso- oder sonst so irgendein literarischer Text, kein Günter Gras sondern da will er sich drauf einlassen.

00:21:30: Da gibt's so viele Facetten und es ist so vielfältig und tiefschichtig.

00:21:36: dazu hören was Wilde auch mir sagen muss Wo erreicht es mich?

00:21:42: Wo bewegt es mich und wie kann ich da, wie hilft es mir zu Gott zu finden.

00:21:47: Würden Sie sagen dass man diese Form von spiritueller Vertiefung auch außerhalb der Klostermauern finden

00:21:53: kann?

00:21:55: in dieser starken Form sicherlich ich sage jetzt mal vorsichtig sehr schwierig.

00:22:06: aber man kann natürlich als normaler Mensch sich bewusst werden.

00:22:11: Und das wollen die Arthäuser ja auch ein bisschen anregen mit ihrem Beispiel, wie wertvoll die Stille ist?

00:22:22: Dass wir in dem ganzen Trubel, im ganzen Bimmeln und Worbungen und was weiß ich was, dass wir in der Stille finden.

00:22:30: Nur in der Stelle können wir uns selber finden, dass immer mit uns ... Allein, um es zu überlegen, wer bin ich?

00:22:38: Was will ich?

00:22:38: Halt dich das aus.

00:22:40: Die meisten rennen davon, weil sie gar nicht mehr gewohnt sind.

00:22:44: Andere halten's aus und denken plötzlich ... Wie wertvoll ist das?

00:22:50: Oder vielleicht auch

00:22:50: ... Das ist schön!

00:22:52: Aber vielleicht doch erst mal manchmal beängstigend oder traurig.

00:22:56: Richtig, richtig.

00:22:58: Ja.

00:22:59: Wie geht Dominik in so Momenten mit möglichen Zweifeln um?

00:23:04: Also... Dann ist er auf sich selbst zurückgeworfen.

00:23:09: Dazu ist auch die Gemeinschaft da.

00:23:13: Jeder Bruder, jeder Mönig hat einen Beichtvater.

00:23:16: Er ist ein älterer Priester oder erfahrener ... ... der das kennt und mit ihm redet, der Vater abt, sein verständlicher Ansprechpartner.

00:23:31: Und dann kommt auch eine Theologin, die ausgebildete Psychotherapeutin ist.

00:23:38: Okay.

00:23:39: Und macht Gesprächsangebote für Novizen auf jeden Fall.

00:23:44: Da ist das sogar sehr regelmäßig und macht Gespräche an Gebote auch vor die Brüder, die sagen okay diese Woche war bei mir jetzt gar nix.

00:23:54: irgendwie muss ich wieder aus dem Loch rauskommen.

00:23:57: Ja, ich meine das ist ja auch außerhalb von der Welt.

00:24:00: Außerhalb von den Kloster-Mauern kann das ja auch passieren.

00:24:04: aber ...

00:24:05: Und es ist ja nichts Aufregendes und nichts Ungewöhnliches.

00:24:08: Es ist der Weg, denn Jesus auch gegangen ist und er seine Zweifel hatte und dann auch mit Gott geredet hat, mit seinem Vater.

00:24:19: wie kann ich jetzt dieses Problem lösen?

00:24:22: Wo geht mein Weg hin?

00:24:24: Wie geht's weiter?

00:24:28: Wenn Sie sagen, was auch total einbleuchtet.

00:24:31: Dass diese Art von Stille und Einkehr in dem Ausmaß außerhalb der Kloster Mauern schwierig ist nicht unmöglich in kleinen Maßen aber eben in dem ausmaß schwierig ist muss ich andererseits auch an Christen denken die sagen für mich ist Gottesbegegnung eigentlich vor allem tätige Nächstenliebe also indem ich irgendwie in der Bildung arbeite oder mit Kindern irgendwie sozial.

00:24:58: Was würden denn da die Kartäuser sagen?

00:25:00: Würden sie dann sagen, das ist keine richtige Gottesnähe, keine richtige Spiritualität?

00:25:07: Jeder an seinem Platz.

00:25:09: Jeder ist an seinen Platz gerufen.

00:25:11: Die Kartäuter sind an ihrer Stelle berufen.

00:25:18: Der Bischof hat bei der Richterweihe gesagt hier kommt keiner freiwillig hin.

00:25:23: Das ist keine Entscheidung, die man selber trifft.

00:25:25: Hierher wird man gerufen und so ist jetzt der Gedanke der Karthäuser, dass jeder an seinem Platz gestellt ist.

00:25:34: Und tätige Nächstenliebe ist wunderbar.

00:25:37: dafür beten sie.

00:25:38: Dafür ... vor allem auch das in dieser tätigen Nächsenliebe tatsächlich auch Christus erkennbar wird.

00:25:48: Das sinnvoll ist?

00:25:50: Ja!

00:25:51: Und gleichzeitig zeigen Sie mit Ihrem Lebensweg natürlich auch was auf, einfach für die anderen Menschen.

00:25:59: Also wie man eben auch leben kann und was Stille eben auch an... also wie Wertvollstille eigentlich sein kann und welche Tiefe dadurch entstehen kann.

00:26:08: Und gerade wenn ich mir überlege in welchem ruhigen Klose, die erleben welches ruhige Leben ihr Sohn da gewählt hat.

00:26:15: Im Kontrast zu unserem Leben wir sind hier draußen in der Welt einer schönen Welt aber auch einer chaotischen und manchmal hektischen was können wir denn dann von Dominik lernen vielleicht?

00:26:29: Was wir lernen können ist dass wir wenigstens abends mal abschalten bevor man ins Bett gehen vielleicht eine Stunde vorher das Handy ausmachen Fernseher ausmachen und einfach mal überlegen, wie war der Tag für mich?

00:26:48: Und wenn es ganz gut läuft vielleicht auch ein kleines Gebet als Dank an Gott schicken für den Tag.

00:26:57: Und als Unterstützung für die Nacht und für den Folgetag.

00:27:03: Vielen Dank für diese Einblicke ins Katholser Kloster und in das Leben ihres Sohnes Herr Jürgens!

00:27:08: Und Ihnen auch Danke fürs Einschalten

00:27:10: und bis zum nächsten Mal.

00:27:13: Übrigens, Alpha und Omega mehr als du glaubst ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistümer Rottenburg-Stuttgart & Freiburg.

00:27:20: Und des evangelischen Medienhauses Stuttgart.

00:27:23: Zu sehen sind die Sendungen bei den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg auf BibelTV und YouTube.

00:27:30: Weitere Infos gibt's unter kirchenfernsehen.de und redaktionminuskip.de.

00:27:36: Wenn ihr Fragen, Wünsche oder Feedback habt schreibt uns gerne an.

00:27:39: podcast at kipp minus radio.de.

00:27:43: Und wenn euch diese Folge über das Leben in einem Closter gefallen hat, wie wär's mit der Podcast-Folge number one hundred forty seven über die Kloster Insel Reichenau auf dem Bodensee.

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