#240 Simultankirche – Zwischen Toleranz und Tradition
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit dem Evang. Dekan der Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach Matthias Krack darüber, was eine Simultankirche ist.
In Baden-Württemberg sind im Jahr 2025 mehr als 98.000 Menschen aus der Kirche ausgetreten. Das hat auch Auswirkungen auf die Kirchengebäude, die mehr und mehr als Immobilien verkauft werden. Eine mögliche Lösung ist, dass Protestanten und Katholiken Kirchengebäude gemeinsam nutzen. Mehr als 60 solcher sogenannter Simultankirchen gibt es in Deutschland. Die größte und eine der ältesten in Deutschland steht in Biberach an der Riß.
Wie funktioniert eine Simultankirche? Welche Konfession darf wann ihre Gottesdienste abhalten? Und sind Simultankirchen vielleicht sogar die Zukunft, um Gotteshäuser zu erhalten? Darüber spricht unsere Moderatorin Juliane Eberwein mit Matthias Krack, dem Evang. Dekan der Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach im Talk "Alpha & Omega".
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Transkript anzeigen
00:00:00: Das ist Alphan Omega der Podcast, ich bin Janne Eberwein.
00:00:03: Heute geht's hier um eine Frage die viele Kirchengemeinden gerade umtreibt – was tun wenn die eigenen Kirchengebäude zu teuer werden?
00:00:11: Kirchenaustritte, demografischer Wandel, schwache Wirtschaft, Inflation… Die Kirchen sind immer knapper bei Kasse!
00:00:18: Eine Antwort darauf gibt es in Biberach an der Riss, eine sogenannte Simultankirche die sich Protestanten und Katholiken teilen.
00:00:27: Mein Gast heute, der evangelische Dekan Matthias Krak predigt dort regelmäßig.
00:00:33: Dieses Modell ist die Zukunft.
00:00:35: Was dahinter steckt, wie das Miteinander im Alltag aussieht und was auch andere Städte davon lernen können?
00:00:40: Darüber reden wir jetzt.
00:00:42: Willkommen Matthias Krack!
00:00:43: Herr Krack, wir reden von der Stadtkirche Sankt Martin in Biberach als einer sogenannten Simultan-Kirche.
00:00:49: Jemand, der das Wort Simultankirche noch nie gehört hat... Wie würden Sie es erklären?
00:00:53: Was ist das?
00:00:55: Simultarkirche heißt dass beide Konversionen die Kirche gleich gleichermaßen nutzen, gleichzeitig nutzen.
00:01:02: Das heißt der ganze Kirchenraum wird sowohl von der katholischen Kirche wie auch von der evangelischen Kirchengemeinde gemeinsam genutzt.
00:01:10: Was ist das genau für eine Kirche?
00:01:11: Die Stadtfahrkirche in Biberach?
00:01:13: Die Stadpfarrkirch ist eigentlich eines der Wahrzeichen von Biberracht.
00:01:18: Es ist eine ganz alte Bürgerkirsche die im als dreischiffige gotische Basilika gebaut worden ist und im Zuge der Reformation dann zur Simultankirche wurde, weil Biberach war Reichstadt.
00:01:36: Und die Reichstädte haben ja einen evangelischen Glauben angenommen.
00:01:42: Dann wurde sie umgewittmet und dann kam das Augsburger Interin.
00:01:46: wo die katholischen wieder zurückgekehrt sind und die Messe wieder eingeführt wurden wird praktisch seit dem XIII.
00:01:55: August, die Kirche gemeinsam genutzt von den katholischen und evangelischen Christen.
00:02:01: Es ist aber schon ziemlich tief eingestiegen in die Geschichte!
00:02:05: Wie fühlt sich denn das für Sie an dort zu predigen?
00:02:09: Sie haben mal gesagt es ist wie so ein Festsaal.
00:02:12: Genau also auch der Bau der Kirche ist wie ein Festzahl und natürlich nicht so kark wie evangelische Kirchen sind weil ja die ganzen katholischen Elemente auch da sind und ist eine sehr lichte Kirche.
00:02:26: Und von dem her ist es für mich schon ein Festzahl, das ändert auch den Predigtstil einfach.
00:02:31: Ja?
00:02:31: Würden Sie sagen?
00:02:32: Auf jeden Fall!
00:02:33: Also indem man einfach nochmal freudiger und ihr das positive Nummerstarke hervorhebt als wenn man in einer dunklen grutischen Kirche predigt wobei ich grutische Kirchen auch sehr schätze
00:02:47: Die meisten Simultankirchen, die gibt es aktuell in Rheinland-Pfalz.
00:02:52: Können Sie sich das erklären?
00:02:52: Warum es dort mehr gibt als jetzt zum Beispiel in Baden-Württemberg?
00:02:57: Wahrscheinlich geschichtlich Bedingtes, dass da die Preußen wahrscheinlich gekommen sind und den evangelischen Glauben eingeführt haben und dann Simultarkirchen entstanden sind keine Ahnung.
00:03:07: also kann ich weniger zu sagen genau
00:03:10: aber das heißt die Bibelracher Die wussten vor fünfhundert Jahren schon, wo die Reise hingehen wird und das simultan kirchende Zukunftsmodell sein könnten?
00:03:20: Ich glaube es war erst mal aus der Not geboren.
00:03:22: Man hatte dann einfach diese eine große Kirche und man hatte eigentlich die Protestanten oder die Katholiken.
00:03:28: Und man musste sich ja irgendwie einigen wie diese Kirche gemeinsam genutzt wird.
00:03:32: und dann war es glaube ich erstmal ein Kompromiss.
00:03:35: Und so ganz am Anfang hat man auch gedacht, ja irgendwann mal wenn sich das etabliert hat dann sieht auch eine Konfession wieder aus und baut dann ihre eigene Kirche.
00:03:45: Aber zu dem Punkt ist man da nie gekommen.
00:03:48: Wie kam es dazu dass der Punkt nie kam?
00:03:51: Ich denke dass ein zum einen praktisch das natürlich auch ein Stück weit Machtverhältnisse waren.
00:04:00: also wer eben diese große Stadtpfarrkirche aufgibt der ist draußen.
00:04:06: Und so war das das eine, aber das andere war natürlich schon auch der Stolz.
00:04:12: Dass man diese eine gemeinsame Kirche hat und dass eigentlich der Ort ist wo Gottes uns gefeiert werden muss ob es evangelisches oder katholisch.
00:04:21: Also in Biberach ist völlig klar was eine Simultankirche ist.
00:04:26: Ob das auch in Stuttgart der Fall ist, das wollten wir wissen und haben das an der evangelischen Stiftskirche nachgefragt.
00:04:34: Der Name Simultan ist mir bekannt, aber ... Simultankirche.
00:04:40: Ich kann mir vorstellen was das ist.
00:04:42: Dass da beide Konfessionen drin
00:04:45: ihre
00:04:46: Rituale abhalten?
00:04:47: Das gab's schon früher.
00:04:49: Ist nix nice!
00:04:50: Ich könnt mir vorstellen dass es irgendwas mit evangelisch unkatholisch zu tun hat.
00:04:55: Beide Kirchen gemeinsam oder stimmt?
00:05:00: Da gibt's
00:05:00: ja dann auch einige Kirchen noch von früher.
00:05:05: Die zwei Eingänge haben einen für die Evangelische, ein für die Katholische im gleichen Haus.
00:05:11: Hat die Biberracher Stadtverkürche auch zwei Eeingänge?
00:05:14: Sie hat mehrere Eingängen aber doch alle Eingenge gehen sowohl katholische als evangelische wie auch nicht Christen hinein genau.
00:05:24: Lässt jede Konfession die anderen machen was sie will?
00:05:28: Oder gab es in der Geschichte da auch schon mal so kleine Streitigkeiten, dass man so versucht hat die eigenen Überzeugungen ein bisschen mehr durchzusetzen?
00:05:37: Was gab's an der Geschichte.
00:05:39: Also das gibt ganz viele Beispiele aus der Geschichte heraus wo man sich tatsächlich gegenseitig das Leben schwer gemacht hat.
00:05:48: Das heißt, dass praktisch eine Konfession überliefert ist dass die praktisch immer reingedrückt hat in den laufenden Gottesdienste und dann schon den Gottesdienst gestört haben oder das praktisch Kultgegenstände, also ja Kult-Gegenstände einfach bewusst missachtet wurden usw.
00:06:15: Also da gibt es doch tatsächlich Es war schon CS-Ringen und man hat sich immer wieder versucht, das Leben schwer zu machen.
00:06:22: Aber das Tolle ist ja wirklich dran.
00:06:24: Deswegen schaue ich eher auf das, dass man sich dann wieder darauf geeinigt hat und gesagt hat, trotz allem bleiben wir doch zusammen.
00:06:31: Wie hat man solche Streitigkeiten geklärt?
00:06:34: Genau.
00:06:34: also es gibt ja so grundsätzlich eine Nutzungsvereinbarung Und in dieser Nutzungvereinbahrung ist auch klar, dass es praktisch Gespräche geben muss zwischen den beiden leidenden Pfarrer fahren und da auf dieser Ebene wird es geklärt.
00:06:52: Und dann ist natürlich auch, jedenfalls heute hat die Stadtgesellschaft einen wachen Blick auf das was im Simultaneum passiert und der Bürgerschaft ist daran gelegen dass es gut funktioniert am Simultaneeum.
00:07:17: Wie haben Sie sich denn geeinigt auf Gottesdienstzeiten, Zuständigkeiten?
00:07:22: Wie hat man da dann einen Weg gefunden miteinander?
00:07:24: Genau.
00:07:24: Da hat man bei Geschehnennutzungsvereinbarungen, der ist von den Fünfzehundert und vierzig geschlossen.
00:07:29: Und diese Nutzungseinbarung wurde jetzt über die Jahrhunderte hinweg einfach fortgeschrieben.
00:07:34: Also die neueste Fraktion haben wir jetzt, zweitausend ... Wir haben es im Jahr zweitausendfünfzwanzig verabschiedet, genau wo wir noch mal ein paar Korrekturen eingebracht haben.
00:07:46: Und diese Nutzungsverarbeitung steht einfach ganz klar drin.
00:07:50: Acht Uhr ist die Frühmesse der katholischen Kirche neununddreißig.
00:07:54: Ist der Evangelische Gottesdienst Elfo ist die reguläre Messe und einen Weihnachten feiern wir so und den Festtagen in dieser Reihenfolge.
00:08:06: Also das steht an Nutzungsverarbeitung...
00:08:07: Daran halten sich auch alle!
00:08:08: Und daran halten sie auch alle, also jedenfalls heutzutage genau und es gab auch in der Geschichte keinen Versuch gegen die Nutzungseinbarungen zu agieren sondern nur praktisch.
00:08:21: Sie sind zu verlängern oder früher reinzukommen.
00:08:24: Also ich denke mal ein bisschen, also ich habe in Josalem auch studiert und war dann oft in der Grabeskirche wo ja ganz viele Kirchen drin sind und da gibt es hier auch so eine ganz große Regel, so eine kleine Grabes-Kirche sind wir auch, wo praktisch genau abgestimmt ist wenn wer dran ist.
00:08:43: Was steht denn sonst noch drin?
00:08:44: In der Nutzungsvereinbarung... Es ist auch geregelt, wer welche Seite der Kirche putzt.
00:08:50: Genau das ist genau gereglt dass praktisch die der Südteil also von der Mitte des Mittelgangs bis Richtung Süden Das ist die evangelische Kirche und Richtung Mordendasmus Die katholische Kirchen ist dafür zuständig.
00:09:06: aber wir haben ein praktischen Messer-Team Und die regeln es miteinander und also die Kirche wird dann von einer Person gereinigt, beziehungsweise vom Meserteam gemeinsam gereinigt.
00:09:18: Aber so steht es drin, genau.
00:09:20: Also im Streitfall müssen wir den Süden reinigen unter den Norden, genau!
00:09:25: Und sitzt man dann auch nur auf der Seite?
00:09:27: Wenn ich sitze darf man überall, aber Putz ist aufgeteilt.
00:09:32: Das Putzen ist auf geteilt, genau...
00:09:34: Und Stromzähler haben sie auch getrennt, ne?
00:09:36: Nee.
00:09:36: Das ist ein Gerücht das ich wacker hält in Wiberachem.
00:09:41: Also der Eigentümer und Träger des Kirchengebäudes sind ja nicht die beiden Kirchen sondern ist die Stiftung gemeinschaftliche Kirchenpflege.
00:09:56: Die ganzen Verbrauchskosten Baumaßnahmen, die laufen alle über die Stiftung ab und die stellen uns das an den Rechnungen.
00:10:05: Und da stromen wir dann einfach geteilt.
00:10:08: Ökumenisch
00:10:09: aufgeteilt!
00:10:10: Was es gibt sind praktisch unterschiedliche Lichtszenarien.
00:10:14: Wir haben so ein Schaltpult wo man die Lichte einschalten können in der Kirche und da gibt's dann praktisch die Sonntags-Szénerie von normalen Sonntagscotestinstituten.
00:10:25: Da kann ich ihn wieder katholisch oder evangelisch drücken und je nachdem werden dann unterschiedliche Gegenschände besonders hervorgehoben.
00:10:34: Am zweiten April, da gab es einen Beitrag vom Südwestrundfunk in dem ging's darum dass man jetzt auch ein Stuttgarturben nachdenkt Simultankirchen einzurichten.
00:10:43: was waren Ihre erste Reaktionen als Sie das gehört haben?
00:10:47: Ich dachte kommen sie auch drauf langsam.
00:10:50: Wir sind schon fünfhundert Jahre dabei und tatsächlich finde ich es in diesen Zeiten, Sie haben sich an der Anmoderation auch schon angedeutet wo wir in Kirchen auch einen großen Umbrüchen sind ist das zum Einen natürlich aus finanziellen Gründen gut wenn man, wenn man Kirchen gemeinsam nutzt und zum anderen das kann man in der Reportage auch ein bisschen raus.
00:11:10: Es ist einfach ein gutes Zeichen dass wir aber als Kirchen zusammen unterwegs sind sagen wir haben eigentlich die gleiche Botschaften, können euch auch gemeinsam zumindest den Raum nutzen.
00:11:23: Für Sie ist das ganz selbstverständlich.
00:11:24: Wir wollten gerne wissen wie die Menschen in Stuttgart es denn finden würden wenn es in Stutgart auch Simultankirchen geben würde.
00:11:32: und genau das haben wir nachgefragt.
00:11:34: Es kann man ruhig
00:11:35: zusammenschließen
00:11:36: katholisch und evangelisch.
00:11:38: Ich finde's gut.
00:11:40: Ja Das ist gut.
00:11:42: Nein das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
00:11:46: Gerne, jederzeit.
00:11:48: Das kann ich mir gut vorstellen, wenn man nicht katholisch
00:11:50: ... Das verbindet ja auch
00:11:53: ein bisschen.
00:11:54: Christen sollten sehr viel zusammenmachen.
00:11:58: Es braucht engagierte
00:11:59: Gemeindemitglieder und engagierte
00:12:01: Pfarrerinnen
00:12:01: und Pfarrern.
00:12:02: Ich finde es eigentlich so gut, weil dann wird die Kirche voller.
00:12:06: Dann kann man sich vielleicht austauschen noch mit anderen ins Gespräch kommen, von denen man jetzt noch nicht so viel weiß oder was sie änglich ...
00:12:15: Es kommen ja auch sonst wenig.
00:12:16: Man muss ja irgendwas
00:12:17: tun.".
00:12:17: Wir haben ja alle einen gemeinsamen Nenner, sage ich jetzt mal und das sollten wir betonen und das halte ich für sehr wichtig.
00:12:26: Ich finde sowieso dass die Kirchen fusionieren könnten von mir aus.
00:12:32: Das war interessant.
00:12:32: fast alle, die wir gefragt haben waren für eine Simultankirche.
00:12:37: überrascht sie das oder würden Sie das so erwarten?
00:12:43: Aus der Erfahrung heraus, die ich jetzt in den sechs Jahren Biberach gesammelt hatte würde ich sagen.
00:12:47: Ich erwarte es so genau weil tatsächlich ich merke wir haben ja das ist auch ein ganz praktischer Ausfluss aus dieser simultanen Kirche dass wir uns jetzt in die letzten fünf Jahre darauf geeinigt haben dass wir einmal im Monat auf unsere eigene Gottesdienste am Sonntagmorgen verzichten und dann um elf Uhr gemeinsam ökumenisch Gottesdienst feiern und diese Gottesdientse werden sehr Regen wahrgenommen von den Mitgliedern der beiden Kirchengemeinden.
00:13:16: Es gab ja jetzt einen auch in der Umfrage, der sich das nicht vorstellen konnte.
00:13:21: was glauben Sie?
00:13:21: wie könnte man die Menschen überzeugen dass es eine gute Idee ist?
00:13:25: Ich glaube man muss es tatsächlich im Doing machen also man muss ausprobieren.
00:13:30: Also wenn man theoretisch drüber nachdenkt gibt's natürlich vieles was dagegen spricht wo man ein Wende machen kann.
00:13:37: Aber wenn man es dann mal ausprobiert und hart und erlebt hat, dann merkt man so ist jedenfalls meine Hoffnung dass das eine Bereicherung ist.
00:13:47: Es hat auch einer gesagt, es braucht engagierte Pfarrer.
00:13:51: wie sehen Sie denn was braucht es damit eine Simultankirche funktioniert?
00:13:56: Also die Offenheit gegenüber der anderen Theologie, gegenüber der Anderen Kirche – also ein ökumenisches Bewusstsein braucht es und eine gute Gesprächskultur.
00:14:10: Und dass man sich tatsächlich auch kurzfristig verständigen kann.
00:14:15: So läuft's bei uns ganz gut.
00:14:16: Wir haben monatlich den sogenannten Ökumenischen Pastoralrat wo ich mit meinem katholischen Dekan und dem Stadtfahrer treffe.
00:14:26: Und dann tatsächlich sowohl in die Zukunft schauen, aber auch Probleme ansprechen und mir gemeinsam Lösungen
00:14:33: finden.".
00:14:35: Sie sagen Simultankirchen sind die Zukunft?
00:14:38: Glauben sie das es realistisch ist, dass in vielen Orten so funktioniert wie Biberach funktioniert?
00:14:45: Also ich war ja auch lange im altwürttembergischen Pfarrer Und die kann man schon vorstellen, dass da die Widerstände noch größer sind.
00:14:56: Also das praktisch die Kerinnen des gemeinsamen Nutzen.
00:15:00: aber ich denke, dass es tatsächlich ein Prozess ist, den man angehen muss und wie ich schon gesagt habe, man muss sich drin einüben und dann wird's ein Stück weit auch verständlicher.
00:15:16: Wie würde denn so ein Prozess laufen?
00:15:18: Also wer trifft denn da die Entscheidungen, dass man das umsetzt an einem Ort.
00:15:22: Da haben ja unterschiedliche Entscheidungsstrukturen.
00:15:24: einfach in der Katholischen und Evangelischen Kirche also auf evangelischer Seite ist die Kirchengemeinde relativ stark und kann sich es praktisch auf den Weg machen natürlich in Rücksprache mit Geniehmigung des Oberkirchenrats.
00:15:41: Ganz ähnlich läuft es, soweit ich Einblicke in die Hierarchien habe.
00:15:46: In der Katholischen Kirche auch eine Katholische Kirche, dass erst mal die Kirchengemeinde aktiv wird aber da ist das dann nochmal, denke ich ja noch einmal stärker vom Bischof und vom bischövönlichen Urtenariat geregelt.
00:15:58: Ich meine im Bibelraum haben Sie das jetzt seit fünfhundert Jahren?
00:16:00: Wie lang dauert denn so ein Prozess wie jetzt?
00:16:03: zum Beispiel würde der in Stuttgart dauern wenn man sagt okay wir finden das ne gute Idee wir gehen das an Man hätte dann die erste Simultankirche ungefähr.
00:16:15: Also realistisch betrachtet, wenn es schnell geht fünf Jahre und sonst zehn Jahre, glaube ich schon das man so lange braucht.
00:16:22: Okay also eher ein mittelfristiges
00:16:25: Vorhaben.
00:16:26: Sehen Sie auch einen tieferen Sinn hinter der Idee der Simultankirche?
00:16:31: Ich meine der eine Punkt ist das Sparen.
00:16:34: aber gibt es auch inhaltlich oder theologisch Gründe wo sie sagen würden Ja, genau.
00:16:39: Deswegen machen wir Simultankirche.
00:16:41: Welche Erfahrungen haben Sie da in Biberach?
00:16:43: Also gute Erfahrungen und es sind tatsächlich die inhaltliche Gründe, die uns auch treiben, dass wir tatsächlich sagen, wir wollen eigentlich gemeinsam die gleiche Botschaft, die frei machende Botschaft vom Evangelium einfach verkünden.
00:16:56: Und das tun wir in unterschiedlicher Weise oder diese unterschiedliche Weise wenn sie erlebbar wird dann gewinnen Menschen auch ganz unterschiedlich Zugänge zu dieser fremachenden Botschaft.
00:17:07: Und das ist, glaubt tatsächlich, so der innere Antrieb, den es auch gibt.
00:17:15: Die Zahl der Kirchen auszutrücken steigt ja seit einigen Jahren und viele kommen einfach an den Feiertagen in die Kirche?
00:17:21: Das glauben Sie, woran liegt dieser Trend?
00:17:25: Also ich glaube ganz unterschiedlicher.
00:17:28: Wenn man die Abnahme der Kirchenmitglieder insgesamt schaut, hat man ja praktisch zwei Faktoren.
00:17:33: Zum einen den demografischen Rückgang, der gerade bei uns sehr stark ist.
00:17:38: aber eben auch die Kirchenaustritte und die Kirchaustritten sind ein Stück weit natürlich jetzt auch in diesem wirtschaftlichen herausfordernden Zeit natürlich auch finanziell veranlasst.
00:17:49: also ich kriege wenn ich bei manche Menschen Nachfrage oder die sich dann auch um Gespräch einlassen kriege ich das immer wieder zu hören, dass sie eigentlich nichts gegen die Kirche haben.
00:17:59: Aber gerade finanziell einfach eng dran sind und es andere ist tatsächlich so diese, sag' ich mal Gott-Vergessenheit also... Also ich habe dann ein spannendes Buch gelesen letzten Sommer, das ist auch relativ bekannt jedenfalls innerkirchlich von einem katholischen Kollegen Jan Loffeldt Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt.
00:18:25: Also das ist praktisch gar nicht mehr auffällt, dass etwas was fehlt und ein Stück weit ist es natürlich dann so eine in den jüngeren Generationen so ne Abwägung.
00:18:40: also was bringt's mir grad?
00:18:42: Und das ist dann ähnlich wie im Fitnessstudio.
00:18:44: Man ist Mitglied ganz lange Zeit und irgendwann merkt man ich gehe ja gar nicht hin Dann träd' ich halt aus!
00:18:49: Das sind solche Dinge.
00:18:52: Und glauben Sie, dass man damit mehr Simultankirchen da auch gegensteuern könnte gegen diesen Trend?
00:18:59: Oder wäre das jetzt ein bisschen zu viel oft auch an der Stelle.
00:19:02: Also es wäre glaube also überstrapaziert.
00:19:05: aber es wird praktisch helfen... den Menschen helfen, die sagen wir treten aus.
00:19:15: Weil das ja so eine steife unbewegliche Institution ist.
00:19:19: und ich glaube wenn man da gemeinsam unterwegs ist dann sagt man es hat ja einen Aufbruchcharakter und man ist praktisch nicht mehr im Mittelalter sondern tatsächlich mit einer neuen Zeit angekommen.
00:19:31: Sie als evangelische Dekan predigen auch immer wieder in den katholischen Gottesdiensten.
00:19:38: wie erleben sie das?
00:19:40: Also ich erlebe sehr, sehr interessierte Zuhörerinnen in diesen Gottesdiensten und von mich ist es einfach auch noch mal... also wir haben ja vorher schon gehabt.
00:19:53: Also dieser doch nochmal stärker feierliche Charakter die in den Gottesdienst zu erleben das finde ich was ganz bereicherndes.
00:20:02: Und tatsächlich in der Predigt zeigt sich ja dass mir dass wir gar nicht so weit auseinanders sind, sondern die Botschaft ist ja die gleiche.
00:20:09: Es ist ja bei Geschnutter Ritus der sich unterscheidet.
00:20:12: und die Schwerpunktsetzung.
00:20:14: Was erzählen da Ihre katholischen Kollegen?
00:20:19: Also sie sehen es auch als Bereicherung.
00:20:23: Die haben das so ein bisschen persönliche Meinung.
00:20:28: Das Problem, das natürlich im Zentrum des kathologischen Gottesdienstes die Eucharistie steht römischer Lehre noch nicht gemeinsam gefeiert werden kann.
00:20:41: Verstehen Sie das?
00:20:45: Als Lutherisch Evangelischer sage ich, so ganz verstehe ich es nicht.
00:20:50: Also ich kann das nachvollziehen dass die katholische Kirche hier noch ihre Vorbehalte hat.
00:20:55: aber vom Symbolcharakter oder von der Art der Feier sind wir doch jedenfalls als lutterische evangelische Christen ziemlich nah dran.
00:21:07: Was glauben Sie denn, was Protestanten von katholischen Gottesdiensten lernen könnten?
00:21:16: Die Festlichkeit und die Feierfreudigkeit.
00:21:22: Es haben Sie vorhin schon mal gesagt, sie machen einmal im Monat den bieberachenden ökumenische Gottesdienst zusammen.
00:21:27: Wie einigen sich da wer etwas macht?
00:21:30: Also das sind unterschiedliche Personen also unterschiedliche Pfarrerinnen, die das machen.
00:21:37: Also die Pfarrerin natürlich dann nur auf evangelischer Seite genau und also die treffen sich zum Vorbereiten und dann wird tatsächlich ein Thema gesucht.
00:21:47: und dann überlegt man wie ich ins Gesangbuch nehme heute nehmen wir das Gotteslob oder das evangelische Gesang Buch Und dann wird jedes mal neu praktisch die Rollen verteilt der Entführungszeichen
00:22:03: Sie haben vorhin auch erzählt, dass das in Biberach nicht immer ganz friedlich vonstatten ging.
00:22:08: Was glauben sie denn ist so ihr Geheimrezept?
00:22:10: Dass sie in all den Jahren trotzdem gesagt haben wir halten da aneinander fest und an unserer Kirche auch fest.
00:22:19: Also die historischen Dinge habe ich ja schon vorher erklärt hat tatsächlich so dieses Ich war hier nicht zurück aus der Hauptkirche in Bibrach Das ist dann so.
00:22:28: dieses Machtargumentes heute denke ich keine Rolle mehr spielt sondern Das, was heute das Geheimnis ist, wahrscheinlich noch mal.
00:22:40: dieses spüre ich jedenfalls ganz stark.
00:22:43: Diese rechtstädtische Traditionen-Biberrach, dass man stolz ist auf seine Stadt und sich von der Bürgerschaft her wahnsinnig stark engagiert sei es in der Kirche, sei es im Verein oder für die Stadt selber.
00:22:55: Und dass wir eben auch stolz sind, dass wir gemeinsam eine Kirche nutzt oder die Konfessiones gemeinsam nutzen.
00:23:04: Und den Menschen ist einfach wichtig, dass das Kirche auch ein Teil des Biberacher Lebens ist.
00:23:14: Wir haben vorhin gesagt, die Stadtgesellschaft hat ein waches Auge – was da passiert in der Kirche?
00:23:19: Wie äußert sich das?
00:23:22: Also wir haben es aktuell, zu meiner Zeit gab's jetzt keine Streitigkeiten.
00:23:29: Aber mir wurde berichtet eben, dass es früher dann Konstellation gab wo sich die beiden Konfessionen nicht vertragen haben.
00:23:38: also in jüngerer Zeit und das wird dann schon Thema im Stiftungsrat.
00:23:44: Das ist ja damals diese Konstruktion, da sind ja eben die Kirche nicht eigentum.
00:23:49: der Kirchen ist, sondern eben dieser Stiftung.
00:23:51: Dieser Stiftungsrat setzt sich ja aus Vertretenden der katholischen Evangelienkirche aber auch des bürgerlichen Gemeinderats zusammen und da wird es praktisch hörbar.
00:24:04: Und dann haben wir noch Tobri hinaus was dann auch hörbar wird.
00:24:07: und das ist dann nochmal eine tolle Einrichtung wie so gängende Bauhütte die gegründet wurden um die Eigenmittel für die Erhaltung der Stadtverkürche einzusammeln.
00:24:21: Und es ist ein nicht-kürlicher Verein, der von engagierten Bürgerinnen getragen wird – die wahnsinnige Summen in den letzten zehn Jahren, wo wir diese ganzen Renovierungsarbeiten auch in der Kirche haben zusammengetragen hat.
00:24:38: und da spürt man sich so einen Seismograph.
00:24:40: also geben die Leute was für für die Renovierung ihrer Stadtfakirie oder nicht mit Saar Schief ist, dann kommt da auch nichts mehr.
00:24:49: Kann man soweit gehen und sagen dass da die gelebte Ökumene in ihre Kirche wirklich auch in die Stadtgesellschaft so rein wirkt?
00:24:57: Ja
00:24:57: kann ich schon sagen.
00:25:00: also bei allen Veranstaltungen sind immer Vertreter von beiden Kirchen automatisch eingeladen.
00:25:08: uns wird auch praktisch erwartet das beide auch da sind.
00:25:12: Und wenn es irgendeinen Festakt gibt und die Geistlichkeit da gefragt ist, dann reden immer beide oder man einigt sich darauf wer redet für beide.
00:25:25: Es gibt ja auch einen Förderverein der die Kirche finanziell trägt.
00:25:28: Das geht vom Weinverkauf beim Schützenfest um Benefizveranstaltungen.
00:25:32: wie wichtig ist das wirtschaftliche Engagement, damit die Kirche so wie sie das gerade Leben erhalten bleiben kann?
00:25:38: Also ganz groß.
00:25:39: Ganz wichtig ist dieses bürgerschaftliche Engagement und es ist wirklich jetzt sehr diese Bauhütte.
00:25:44: So heißt dieser Förderverein.
00:25:46: Das ist praktisch Herr Jass, ich sage mal der weltliche Ausläufer der Stadtverkirche oder der dritte Teil in diesem Konklomerat der Simultankirche Und da gibt es eine große Identität der Bürgerschaft.
00:26:08: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für die Zukunft der Simultankirche in Biberach, was wäre der?
00:26:14: Für die Simultankirche, dass sie noch lange in dieser Konstruktion erhalten bleibt und jetzt innerlich für die Kirchengemeinde, für die Ökumene dass wir noch mehr uns trauen und wagen in der Simultankirche an der Kommune.
00:26:34: Das wäre ein großer
00:26:36: Wunsch von
00:26:36: mir.".
00:26:37: Simultarkirche zwischen Toleranz und Tradition, das war heute unser Thema bei Alphan Omega.
00:26:43: Danke Herr Krakt für's Dasein!
00:26:44: Übrigens – Alphant Omega Der Podcast ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistüme Rottenburg-Stuttgart & Freiburg sowie des evangelischen
00:26:53: Medienhauses
00:26:54: Stuttgart.
00:26:55: Zusehen sind die Sendungen auf den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg, auf BibelTV und auf YouTube.
00:27:01: Weitere Infos findest du auf kirchenfernsehen.de und auf redaktionminuskip.de.
00:27:07: Wenn Du Fragen wünsche oder Feedback hast schreib uns gerne an infoatkirchenfernseen.de.
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