#246 Beate und Olaf Hofmann: Mutig durch Krisenzeiten

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Beate und Olaf Hofmann über Krisenzeiten im Leben und wie man wieder Mut finden kann.

Kriege, Krisen, Unsicherheit – die Nachrichten der letzten Jahre gehen vielen Menschen unter die Haut. Wer dann auch noch in persönliche Schwierigkeiten gerät, stößt schnell an seine Grenzen. Beate und Olaf Hofmann begleiten als Seelsorger und Coaches Menschen durch herausfordernde Lebensphasen. Gleichzeitig wissen sie aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, mitten in einer krisengebeutelten Welt zusätzlich persönliche Tiefpunkte zu durchleben.

In der neuen Folge von Alpha & Omega sprechen Beate und Olaf Hofmann mit Moderatorin Juliane Eberwein darüber, was uns in Krisenzeiten trägt – und wie wir den Mut finden, weiterzumachen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Alpha und Omega der Podcast.

00:00:02: Ich bin Juliane Eberwein.

00:00:04: Krieg, Krise, politische Unsicherheiten.

00:00:08: leicht ist es nicht in diesen Tagen

00:00:10: hoffnungsvoll zu bleiben.

00:00:12: Wenn dann noch persönliche Schicksalschläge dazukommen, ist das manchmal einfach

00:00:16: zu viel.

00:00:17: Diesem Gefühl von ich kann nicht mehr dem wollen meine beiden Gäste mit Zukunftsmut wie sie das selbst nennen begegnen.

00:00:25: Beate und Olaf Hofmann sind Coaches, Autoren- und Vortragsredner.

00:00:30: Sie begleiten seit vielen Jahren Menschen durch unterschiedlichste Krisensituationen und haben selbst erlebt wie es ist wenn zur globalen Krise noch persönliche Tiefpunkte kommen.

00:00:40: Die beiden erzählen uns heute was sie in solchen Momenten getragen hat und sie haben konkrete Tipps mitgebracht wie auch wir in schwierigen Zeiten halt und Kraft finden können.

00:00:48: Schön dass ihr beide da seid.

00:00:49: herzlich willkommen!

00:00:50: Beate & Olaf Hofman.

00:00:52: Danke für die Einladung.

00:00:53: Beate, ihr seid Coaches, Autoren, Vortragsredner.

00:00:57: Du bist auch noch Klinikseelsorgerin.

00:00:59: Ihr habt drei erwachsene Kinder und Enkel.

00:01:01: Ihr seid ehrenamtlich engagiert.

00:01:03: Wie kriegt man das alles unter einen

00:01:05: Hut?

00:01:06: Schritt für Schritt immer nur eines zu einer Zeit.

00:01:10: Das ist vielleicht das Geheimnis.

00:01:12: Nimm uns mal mit in eure Arbeit!

00:01:14: Wer kommt denn zum Coaching?

00:01:17: Welche Krise bringt die Menschen zu euch?

00:01:20: Zum Coaching kommen Menschen aus ganz unterschiedlichen Situationen.

00:01:24: Also ich habe zum Beispiel Leiterinnen oder Unternehmenskräfte, Führungskräfte, Menschen die Verantwortung tragen in einem großen Unternehmen und die dann sagen das kann ich dort nicht mit meinen Kollegen besprechen.

00:01:39: Ich brauche sozusagen das Außenbild, ich brauch jemand zu dem ich Vertrauen hab wo ich kommen kann Und ganz oft sind es auch persönliche Themen die da eine Rolle spielen.

00:01:48: Mit wem sprichst du als Klinikseelsorgerin?

00:01:51: Also heute war ich zum Beispiel am Bett von einem einundzwanzigjährigen, der gerade eine ganz schwere Krebserkrankung hat.

00:01:59: Ich war am Bett vor einem dreißigjährige, der Multiplisklerose hat und mit einer neuen Therapie versucht seiner Krankheit zu begegnen.

00:02:07: Eine junge Mutter, eine wunderbare alte Dame die so viel Lebensmut hatte.

00:02:12: also es ist die Fülle an Leben dem ich begegne.

00:02:16: Wenn du dort Menschen berätst, dann bist du natürlich in der Klinik.

00:02:21: Seid ihr auch gerne draußen in der Natur?

00:02:23: Gerade du Olaf gehst mit deinen Klienten gerne raus.

00:02:27: Ihr habt auch einen Coaching Wagen im Grünen.

00:02:30: man kann da den Garten gucken.

00:02:32: ist das so ein Konzept oder ist es einfach euer Lebensstil?

00:02:37: Auf jeden Fall liebe ich den Wald und die Wiesen.

00:02:40: Und es ist sozusagen ein Stück weit Lebensstil, aber natürlich habe ich auch beobachtet dass Männer nachdem sie ein Stück gelaufen sind sich noch mal ganz anders mitteilen können.

00:02:50: Die sitzen mir dann quasi nicht gegenüber sondern gehen Schulter an Schulter, sind miteinander unterwegs nehmen quasi das Leben unter die Füße und enden meist am einem schönen Lagerfeuer

00:03:03: Und ihr beide endet auch oft auf der Bühne, nämlich als Vortragsredner.

00:03:07: Zu welchen Themen werdet ihr da dann eingeladen?

00:03:10: Na ... Zukunftsmut natürlich in letzter Zeit vermehrt.

00:03:14: Aber wir haben angefangen vor vielen Jahren mit West-Kanada-Abenteuer.

00:03:18: Sabatical kamen dann über Waldwiese grüne Resilienz bis hin zu diesen Lebensthemen die tiefer gehen.

00:03:26: und halt in schwierigen Zeiten ja das ist unser aktueller Themenkomplex.

00:03:31: Und halt in schwierigen Zeiten ist ja genau das, was

00:03:33: viele

00:03:34: gerade auch suchen.

00:03:35: Wie geht es euch denn?

00:03:36: Mit welchem Gefühl beobachtet ihr dann des Weltgeschehen?

00:03:42: Na happy is da kein Mensch drüber!

00:03:44: Also ich frag mich oft wieso wir Menschen als menschene Familie erst nicht schaffen miteinander zufriedener glücklicher zu leben.

00:03:54: und wir hätten ja alles... Es wäre ja alles da.

00:03:57: Aber es bringt ja nichts, in der Situation einfach jetzt nur noch Frust zu haben oder zu schimpfen und andere verantwortlich zu machen.

00:04:05: Sondern wir versuchen immer wieder zu schauen wo können wir aus der Ohnmacht reingehen?

00:04:13: In eine Gestaltungs-Möglichkeit.

00:04:15: So würde ich es mal bezeichnen.

00:04:17: Ich denke uns sind Menschen begegnet die hatten so einen Grundoptimismus Das war schwerpunktmäßig in Kanada.

00:04:24: Andere Kultur, anderes Leben und sich da ein klein wenig anstecken zu lassen, motivieren zu lassen.

00:04:31: Das war quasi das Startimpuls dafür dass wir gesagt haben lasst uns doch mit der positiven Psychologie und den Möglichkeiten die mittlerweile auch die Forschung ans Tageslicht gebracht hat arbeiten und so viel wie möglich in den Alltag zu integrieren.

00:04:46: Und da ist Sonnenlicht und draußen sein einfach Da kommt man nicht dran vorbei bei Wind und Wette.

00:04:51: Ich glaube, das was du beschreibst, das klingt für viele erst mal wie so eine schöne Wunschvorstellung.

00:04:57: Aber ist für viele Menschen gerade auch nicht Realität

00:05:01: weil

00:05:02: so das Gefühl vorherrscht von Es ist alles ein bisschen viel, ich kann das nicht mehr.

00:05:07: Was löst denn dieses Gefühl aus?

00:05:09: Dass man denkt so jetzt ist irgendwie vorbei.

00:05:12: also wenn jetzt noch eine schlechte Nachricht kommt dann bin ich irgendwie durch.

00:05:16: Ich vergleiche das sehr oft mit einer Stabilkrise.

00:05:19: So ein Problem hat jeder von uns auch schon erlebt und durchlitten.

00:05:24: Aber das ist ganz subtil.

00:05:25: Das ist manchmal ein Abgabetermin von einem Artikel, dann kommt ein Anruf einer Person die Hilfe braucht.

00:05:30: gleichzeitig kommt meine Tochter und sagt ich hätte diese, ich hätte das.

00:05:33: also es kommen aus allen Himmelsrichtungen Anforderungen.

00:05:37: Und wenn noch eine klubbare Krise dazu kommt wie die Kriege und die Verarbeitung davon Stabilt sich das alles übereinander?

00:05:47: Dann brauchst du diesen kleinen Wassertropfen der das fast zum Überlaufen bringt.

00:05:54: Was denkt ihr denn, warum trifft es manche?

00:05:56: Menschen härter als andere.

00:05:57: Also ich habe bei manchen das Gefühl, die sagen ja, fühle ich schon auch irgendwie schlimm aber da geht das nicht so sehr in den Alltag rein und beim manchen hast du wirklich das Gefühl poch!

00:06:07: Es ist so schwer.

00:06:09: wie kommt das dass das so unterschiedlich auch wahrgenommen wird?

00:06:11: Woran liegt

00:06:12: das?

00:06:12: Also ich will es mal an einem Beispiel festmachen, was ich jetzt gerade kürzlich erlebt habe in der Klinik als Seelsorgerin.

00:06:19: Ich komme beide Male in ein Zimmer, beide Male einer Frau mittleren Alters und die eine sagt oh Gott ist das furchtbar!

00:06:27: Ich hab jetzt diese Diagnose, ich bin hier in diesem Zimmer eingesperrt.

00:06:32: Was wird passieren?

00:06:33: Machen die das auch alles richtig?

00:06:35: Bin ich hier richtig aufgehoben?

00:06:37: Die war in so einem richtigen Ein Kreisel drin, der immer weiter nach unten ging.

00:06:42: Die andere Dame, ziemlich vergleichbare Situation sagt ... Wow!

00:06:47: Ich hab ein Zimmer ganz für mich alleine.

00:06:49: Okay, hier muss ich jetzt vier bis sechs Wochen drinnen bleiben in Transplantation von Knochenmarkt.

00:06:56: Aber ich kann rausgucken, da gibt's einen Park vor dem Fenster.

00:07:01: Ich kann die Vögel sehen.

00:07:03: Ich habe mir schon Puzzlen mitgebracht, hängt Bilder auf von ihren Kindern und Enkelkindern.

00:07:09: Die hat es sofort sich zu ihrer Heimat auf Zeit gemacht.

00:07:12: Und diese Frau ist rangegangen mit einem Gefühl von, ich bin da nicht nur reingeworfen ... Das Schicksal meint's grad nicht gut.

00:07:21: Diese Krankheit kommt, die hab' ich mir nicht ausgesucht.

00:07:24: Aber... Ich habe Möglichkeiten damit umzugehen!

00:07:27: Woran liegt's denn?

00:07:28: Dass die eine Person das so sieht und die andere Person das ganz anders sehen kann, obwohl die Situation ja relativ ähnlich

00:07:35: ist?!

00:07:35: Das hat sich auf vielfältige Möglichkeiten.

00:07:37: Aber es hängt mit der Sozialisation, mit der Herkunft und all dieses zusammen.

00:07:41: Man kann aber immer in Grund finden und sagen das ist Schuld!

00:07:45: viel wichtiger ist zu schauen, wo will ich hin?

00:07:48: Was will ich daraus machen?

00:07:49: und diesen Möglichkeiten sind zu entwickeln.

00:07:51: Das ist wie ein Muskel, den man trainiert in dem man ganz kleine Schritte geht.

00:07:55: Den können alle trainieren.

00:07:56: deswegen kann im Grunde genommen jeder egal ob er als Optimist auf die Welt gekommen ist und sagt das Glas ist halb voll oder ob es jemand isst ja schon auch vom Leben gebeutelt ist und der sagt Ups hier ist schon die Hälfte raus dass ist eine Entscheidung Und das ist quasi die Stellschraube Besser durch Schwierigkeiten kommen oder ob ich mit Kleinigkeiten sogar voll und ganz strahlen kann.

00:08:21: Vielleicht kann man noch dazu fügen, Viktor Frankl.

00:08:23: Manche kennen ihn vielleicht an einem wunderbaren Psychologe und Begründer der Logotherapie.

00:08:31: Der hat selber eine KZ-Erfahrung in den Knochen gehabt.

00:08:34: Er hat dieser Mannes glaubwürdig und er sagt so was wie ein Mensch, also die an mir uns ... Man kann uns alles nehmen!

00:08:43: Aber niemals die Freiheit, uns so oder so dazu zu verhalten.

00:08:48: Und das ist das was wir immer wieder versuchen für uns selber natürlich weil du kannst nur bei anderen das anstoßen und was du selbst lebst und bei anderem versuch mal immer wieder diesen Blickwinkel zu verändern.

00:09:02: Was geht?

00:09:03: Klar ist die Krise da aber ich kann jetzt lange schimpfen darüber Das macht ihr ja nicht weg oder kleiner.

00:09:10: Wir sprechen nachher noch ausführlicher über Lösungen und Möglichkeiten, wie wir aus der Krise rauskommen.

00:09:17: Ich würde mit euch gerne aber erst mal noch in eine große Krise der letzten Jahre reingehen, die uns allen glaube ich noch sehr gut im Gedächtnis ist.

00:09:25: Und zwar die Corona-Zeit.

00:09:26: Es war für viele eine Zäsur.

00:09:28: Wie habt ihr beide diese Zeit erlebt?

00:09:31: Also das war krass!

00:09:34: Ich hatte im Jahr als Dozentin an der Hochschule gekündigt.

00:09:41: Und wollte, zwanzig-zwanzig mich komplett selbstständig machen als Coach und Rednerin mit den Führungskräfte-Siminaren.

00:09:48: Das lief gut!

00:09:49: Das lieb super im Januar, das lief prächtig im Februar ...

00:09:54: Wir waren im März auf einer Tagung in Dresden mit Kolleginnen und Kollegen, wo diese Nachricht so langsam durch die Mädchen eintröpfelte.

00:10:02: Wir merken so richtig, wie die Stimmung in diesem Saal kippte.

00:10:06: Und wir waren da nicht nur allein ... Da waren über hundert Menschen beieinander, die aufs Handy schauten und plötzlich feststellen, oops!

00:10:12: Meine ganzen Termine sind gekänselt.

00:10:15: Oh shit, mein Lebensentwurf ist im

00:10:18: Eimer.".

00:10:19: Und wir mitten drin haben dieses Phänomen mitgekriegt.

00:10:22: Das war für uns der Einstieg.

00:10:24: Schon damals war auch erkennbar in diesem Raum, dass wir für viele Das Gemeinsam letztendlich sich Schulter an Schulter auch ein Stück weit zuzugestehen, hier läuft was schief hat schon gut getan.

00:10:36: Die

00:10:37: Verbundenheit

00:10:37: ist ganz wichtig.

00:10:39: und dann ging es gerade so weiter.

00:10:40: unsere Tochter kam mit dem letzten Flixbus aus Freiburg Studentin damals nach Hause, um einfach mehr Raum zu haben.

00:10:48: Wir haben einen schönen Gartenring rum

00:10:50: und ... Das Erste was wir gemacht haben an dem Abend eine Kerze ins Fenster gestellt weil wir gehört haben das würden auch andere Leute so machen und haben einfach weil unsere Tochter werden auch ein bisschen wie Vorbildfunktionen oder wollten sie stützen saßen dann unsere jüngste Tochter du links und rechts und das haben wir dann jeden Abend gemacht uns quasi bei Dunkelheit an dieser Kerze orientiert festgehalten

00:11:13: Da läuteten die Glocken.

00:11:14: Das war eine Aktion unserer Kirchengemeinde, also ich weiß nicht halb acht oder so, leuteten sie Glockens für fünf Minuten oder zehn und in dieser Zeit ne Kerze ins Fenster zu stellen.

00:11:25: Ja.

00:11:25: Also

00:11:26: das ist... Thema verbunden.

00:11:27: allein dieses Gefühl zu haben Ich tue etwas was andere jetzt auftun.

00:11:31: War so ein ganz kleiner Hilfestellung aber es war einfach bedrückend schwierig.

00:11:37: Aber das haben wir ja alles so erlebt.

00:11:39: Ja,

00:11:40: und jetzt muss man sich vorstellen in diese Situation ... die als Selbstständiger natürlich auch noch mal im Besonderen erlebt hat, kam bei dir Olaf ja auch nochmal eine ganz andere Thematik dazu.

00:11:52: Du hast eine Diagnose bekommen, und zwar Sarkoedose.

00:11:57: Was ist das?

00:11:58: Und wie kommt es da zu?

00:12:01: Kannte ich vorher auch nicht.

00:12:02: Dieses Wort Sarkoidose ist nichts anderes als eine seltene Immunerkrankung wo sich die Krankheit gegen das eigene Immunsystem wehrt.

00:12:11: Es ist unheilbar, wenig erforscht weil eben auch eine seltene Krankheit und der Idealfall ist wenn es zum Stillstand kommt.

00:12:19: für mich der ich aber als Sportler draußen Mensch aktiv unterwegs war war das natürlich so als hätte man mir den Stecker gezogen Und gemerkt habe ich es, als wir miteinander mit dem Fahrrad am Berg unterwegs waren und wollten zur Eisdiele fahren.

00:12:38: Und plötzlich fährt mir meine Frau mit einem Fahrrad davon.

00:12:41: Das war eine Erfahrung die kannte ich so noch nicht aber zu merken dass dann quasi da was nicht in Ordnung ist und dann bis hin bis die Diagnose stand im Krankenhaus, was ich bis dahin auch noch nie betreten hatte.

00:12:56: War das schon ein Nummer als der Arzt dann sagte, Herr Hofmann, ich habe eine gute und wenige gute Nachricht.

00:13:04: Ich dachte, was will er damit sagen?

00:13:06: Riedet um heißen Prei!

00:13:08: Und dann sagte er sie haben keinen Lungengräbs.

00:13:11: Da dachte ich ja okay, ich bin nicht Raucher.

00:13:13: Hatt ich etwas Dann kam eben diese Sarkoedose mit der ich mich in irgendeine Form abfinden musste.

00:13:21: Was hat es denn euch ausgelöst, diese globale Krise im Außen dann noch plötzlich diese Herausforderung dazu?

00:13:29: Also wir sind in der Zeit ganz bewusst sozusagen in die Mitte gegangen nach innen und das sah für uns so aus dass wir die Stille also Zeit der Stille für uns ritualisiert haben.

00:13:41: Ganz bewusst verlängert haben jeden Morgen bei Kerzenlichtsasen in eine Stille, ich kann sagen Stille vor Gott oder Stille in diesen Moment gegangen sind um uns zu spüren.

00:13:54: Um auch zu merken der Atem fließt da muss sich jetzt nichts dafür tun er fließ einfach.

00:13:59: Ich bin jetzt am Leben und ich kann jetzt diesen Tag anfangen Und dieses tiefe atmen also einatmen und lange ausatmen das beruhigt ja

00:14:09: Das

00:14:09: weiß jeder von uns.

00:14:10: Also wir haben das alle schon erlebt und damit auch wieder für sich selber Übersicht oder so einen gewissen guten Abstand zu bekommen, um dann wieder das Leben kraftvoll anzupacken.

00:14:22: Das war der erste Schritt.

00:14:24: Was war der nächste Schritt?

00:14:26: Ich muss noch sagen Bonneva hat mal gesagt es liegt im Stillsein eine wunderbare Kraft der Klärung, der Reinigung und der Sammlung auf das Wesentliche.

00:14:37: unser Ziel.

00:14:38: Inwiefern habt ihr das, was ihr sonst mit euren Klientinnen und Klienten macht?

00:14:43: Und coacht dann in dem Moment auch selber anwenden können?

00:14:47: Was konkret habt ihr angewendet?

00:14:48: also stille des eine?

00:14:50: Das waren noch andere Dinge wo ihr gesagt hat dass haben wir in die Zeit dann ganz bewusst auch implementiert

00:14:55: um

00:14:55: da durchzukommen.

00:14:57: Ja letztendlich war es wie oft sagt man sowas dahin jeder der leere ist oder andere Tätigkeiten macht selbst Ärzte die sagen etwas.

00:15:06: Aber es selber anzuwenden, das ist ja nochmal die Herausforderung.

00:15:10: Und ich denke was ich geschätzt habe an der Zeit dass wir das auch miteinander gestalten konnten also dass du mich quasi auch eingeladen hast das mit der Stille zu probieren auszuhalten Struktur in den Alltag zu bringen nicht einfach im Bett liegen zu bleiben und auszuschlafen sondern im Gegenteil eine halbe Stunde früher aufstehen um sich diesen Prozess anzuvertrauen.

00:15:33: Wir sind ganz viel rausgegangen große Spaziergängen gemacht, wann immer es ging.

00:15:37: Weil Natur hat einfach ein wahnsinns Referenzrahmen.

00:15:41: Wertet uns nicht!

00:15:42: Wir sind da draußen einfach pur und da oder wir betten uns einen das Größe der Himmel zieht über uns die Sonne geht auf.

00:15:50: kein Mensch kann das verhindern niemand kann's beschleunigen.

00:15:57: Das sind alles Momente die einen wieder im wahrsten Sinne des Wortes erden und himmeln.

00:16:03: Das haben wir ganz bewusst gemacht, nicht nur zufällig.

00:16:06: Mir hat auch geholfen, dass die Diagnose- Stellung relativ schnell ging über zwei Monate bei der Krankheit.

00:16:13: Das kann ein, zwei Jahre bei anderen dauern.

00:16:15: Deswegen konnte ich dann auch das letztendlich Ärztinnen und Ärzte als was Gutes erfahren.

00:16:21: Und für mich war es auch ein guter Tag aus dem Krankenhaus nachdem die Untersuchungen so gelaufen sind rauszugehen weil ich wusste andere Menschen da drin, die beneiden mich darum, Und da habe ich quasi meinen Problem auch ein Stück weit einen neuen Rahmen gegeben.

00:16:37: Also im Angesicht dessen, was ich dort gesehen habe, konnte ich meine Diagnose akzeptieren annehmen und dann diese Zeit nutzen die mir noch bleibt.

00:16:48: Welche Rolle spielt denn insgesamt?

00:16:49: Akzeptanz der Situation?

00:16:52: Eine riesige!

00:16:54: Das ist das große Ja zum Leben.

00:16:56: D.h.,

00:16:57: Ich nehme erstmal an es IST, was es isst

00:17:00: Aber es ist ja vielleicht nicht schön und ich will das nicht so.

00:17:03: Ja, aber das ist genau das Problem.

00:17:04: Ich will das auch nicht so!

00:17:06: Damit mache ich's mir erst richtig schwer...

00:17:08: Ich kann jeden Morgen aufstehen und sagen was für eine Scheiße?

00:17:11: Und haust jetzt mal in die Kerbe rein und einen Wut entwickeln.

00:17:14: Da muss ich jetzt in der Geschichte teilen dass es nicht unsere, aber diese ist eine.

00:17:18: die hat mich in der Klinik so bewegt, dass einer alte Dame hat auf dem Nachtisch ein Zettel liegen gehabt.

00:17:24: da stand drauf er ist, was sie ist Und ich mache das Beste daraus, so ein krackerliges Schrift.

00:17:31: Dann habe ich gesagt, haben Sie das geschrieben?

00:17:33: Und dann sagt sie nein!

00:17:34: Das hat mir meine Tochter heute gebracht.

00:17:36: Die war heut auf der Beerdigung ihrer Freundin.

00:17:40: Diese Freundin hatte einen Hirntumor und sie hat die Zeit dieser extrem schwere Zeit so bewältigt dass sie gesagt hat es ist was es ist.

00:17:49: Ich hab diesen Tumor.

00:17:51: Ich kann ihn nicht wegzaubern.

00:17:52: Er ist da, aber ich mach das Beste daraus.

00:17:55: Und sie hat jeden Tag gelebt und dieses hat sie aufgeschrieben.

00:17:59: Ihr lebst mit auf Zickzettel und hat ihre Freundin gesagt an meiner Beerdigung verteilst du das bitte?

00:18:04: Richtig schön!

00:18:05: Das war der Original-Zettel von ihr geschrieben.

00:18:08: Ich hab mir ein Foto gemacht.

00:18:09: Das habe ich in meinem Tagebuch hinten drin.

00:18:12: Und wann immer es mir schlecht geht, hab' ich's gefühlt meine Güte.

00:18:15: Mein Problem ist verglichen mit diesem Klein.

00:18:21: Also ... Mega Tipp, da Akzeptant spielt eine große Rolle höre ich raus.

00:18:26: Was auch bei euch rausgehört habt so die Natur.

00:18:28: das ist schon so euer Ding.

00:18:30: ihr seid viel draußen und ihr macht auch so kleine Mini Auszeiten direkt vor der Haustür.

00:18:37: was heißt denn für euch?

00:18:38: mini auszeit?

00:18:40: Mini-Auszeit heißt abends rausgehen mit Isomatte Schlafsack und morgens spätestens neun Uhr wieder zurück sein.

00:18:48: Wo schlaft ihr dann?

00:18:49: Ja, auf dem ... Ich sag dir.

00:18:50: Isomatte-Schlapsack draußen, Blick in die Sterne und da ist der Spaß immer einen Platz rauszufinden den wir beide akzeptieren müssen uns ja einigermaßen wohlfühlen.

00:19:01: das war von Höhle über Baumhaus bis hin auf einer Terrasse.

00:19:06: Und

00:19:06: die letzte draußen Nacht haben wir mit unserem Enkelkind gemacht.

00:19:09: Die zehnjährige kam und sagte ich will so gerne mit euch mal draußen schlafen Und das haben wir dann auch tatsächlich gemacht, einfach ganz in der Nähe auf der Alp.

00:19:21: Wie fand sie es?

00:19:22: Toll!

00:19:22: Was für Sie war's genial!

00:19:24: Fragt mich wie es war...

00:19:25: Es macht voll Mond!

00:19:26: Es war so

00:19:27: hell!

00:19:27: Ich habe drei Stunden nicht laufen.

00:19:31: Aber Sie kamen weil sie davon gehört hatte.

00:19:33: In der Zeit wo wir das wirklich mal aktiv gemacht haben, haben wir jeden Monat eine Nacht im Freien zugebracht.

00:19:39: Das war mal so ein Deal zwischen uns, um wieder ein bisschen wir sagen auch Würze in die Beziehung zu bringen.

00:19:45: sie kennt meinen Abenteuer gehen und ich habe den Eindruck der Leben viel zu angepasst viel zu brav und da war das Verrücktheit ins Leben zu bringen.

00:19:53: Ja das hat geklappt höchraus und Natur hat ja auch was mit Krisenbewältigung

00:19:59: zu tun.

00:20:00: wie funktioniert es genau?

00:20:02: Ich liebe den Spruch du kannst nicht tiefer fallen als in deine Wanderschuhe Wenn du ein Problem hast.

00:20:08: oder wie auch immer, zieh die Schuhe an und lauf.

00:20:11: Die ganze Pilge-Bewegung kann da von Liedsingen oder Pfeifen in Wanderlied?

00:20:15: Es gibt ja Ziegforschungen.

00:20:16: also der Herr Wohlleben ist allen so bekannt.

00:20:19: man kann es in tausend Büchern inzwischen auch nachlesen und wir haben auch mal eins geschrieben über grüne Resilienz einfach raus.

00:20:27: Aber meine Oma hat sie eigentlich gewusst.

00:20:29: Also wenn ich klein war, als ich ein schwieriges Kind war es dritte und habe immer gekämpft immer laut.

00:20:36: Da war klar, schick den Bub in den Wald und wenn er wieder zurückkommt ist er ausgeglichen.

00:20:40: Und noch eine andere Tipp heute Männer gibt Bücher Holzhacken der Mann und das Holz.

00:20:45: und wie auch immer Wenn du jemandem Der aktiv ist und ein bisschen Ausgleich braucht Gibt ihn der Axt Schickt ihn im Wald von der Grundsort.

00:20:57: Und unabhängig vom Holzhacken ist allein ein Spaziergang senkt den Blutdruck macht es unser Herzschlag sich beruhigt Wir gucken in die Weite, dadurch regeneriert sich unser Gehirn.

00:21:09: Das ist einfach rausgehend wie ein großer Scheibenwische auf unserer inneren Festplatte.

00:21:15: Also Akzeptanz?

00:21:16: Ein Geheimtipp?

00:21:17: Natur?

00:21:18: Ein anderer Geheim-Tipp?

00:21:19: Ihr macht ja nicht nur kleine Auszeiten, ihr habt auch eine ziemlich große Auszeit gemacht und zwar habt ihr euren Job gekündigt mal gehabt.

00:21:26: Ihr habt eure Wohnung aufgelöst und ein Familienzerbettical in Kanada gemacht.

00:21:30: War da auch viel draußen mit eurer jüngsten Tochter dort.

00:21:34: Also man muss ja sagen, wenn sich jetzt viele Menschen über Unsicherheit beklagen.

00:21:39: Ihr habt ja da diese Unsicherkeit ganz bewusst auch herbeigeführt.

00:21:43: Was hat euch da motiviert zu sagen?

00:21:46: Wir müssen hier nicht nur einmal zum Übernachten raus sondern wir müssen hier einmal richtig raus!

00:21:53: Ein großen Traum zur Leben vom Leben vielleicht auch dieses in der Mitte der beruflichen Arbeitszeit Einfach mal vom Spielfeldrunde gehen, so hast du es oft mal erledigt.

00:22:06: Eine

00:22:06: Pause machen um Klamotten zu wechseln, neue Strategie entwickeln und wieder frisch das Wichtig aufs Spielfeld zurückkehren, aufs Spielfeld des Lebens.

00:22:16: Was habt ihr denn in dem Jahr dann gemacht?

00:22:18: Nicht!

00:22:19: Die hat das gemacht was man sonst nicht macht Also zum Beispiel im Buch geschrieben.

00:22:24: Wir haben das Reiten gelernt, ich war Eisbaden und habe so richtig die Männertour durchgezogen.

00:22:29: Wir hatten Zeit füreinander.

00:22:30: ja wir haben in derzeit z.B.

00:22:32: erstmals angefangen mit diesen Zeiten der Stille und gespürt was das bewirkt für die Konzentration, für die Herzensruhe, für den Kraft für die Innere.

00:22:42: Ich hab Zeit gehabt meine eigenen Tochter Geschichten zu erzählen und nicht nur

00:22:45: anderen... Und ihr habt Geschichten gesammelt und erlebt quasi also ein Stück weit auch wieder die Wurzeln Menschen kennengelernt, die uns zu Freunden geworden sind.

00:22:56: Und die Erfahrungen und die Einsichten, die wir damals gesammelt haben, die motivieren und tragen uns heute

00:23:01: noch.

00:23:02: Ja.

00:23:03: Um diesen Pioniergeist einfach auch eine ganze Portion mitgebracht, die Kanadier haben.

00:23:08: Die sehen die Berger und sagen nicht, oh, da ist ein großer Berg!

00:23:11: Wie komme ich rüber?

00:23:12: Sondern die sagen ... Wir sind den

00:23:13: Horizont dahinten und fragen sich was kommt dann.

00:23:16: Wie könnten wir das jetzt mehr in unseren Alltag nehmen?

00:23:19: Das, was ihr da erlebt habt, Unsicherheit ein Stück weit, ich sag mal zu feiern und zu sagen okay wir gehen da jetzt voll rein.

00:23:28: Wenn wir die Unsicherheiten vielleicht ja gar nicht so freiwillig gerade haben können wir da trotzdem was mit in den Alltag reinnehmen?

00:23:35: Indem wir jetzt leben.

00:23:37: also ganz oft beklagen wir uns ja über das was eventuell passiert was wahrscheinlich passiert was erst noch kommt.

00:23:43: und dabei sitzen wir in der Sonne und trinken Kaputino

00:23:46: Und das Kopfkino hindert uns daran den Sonnenschein wahrzunehmen.

00:23:51: Wie schaltest du das aus, des Kopfkino?

00:23:53: Den Sonnensein wahrnehmen.

00:23:55: Den Schmetterlängs sehen... Bevor wir in der Studie hier kamen gerade an einem fantastischen Rosenbusch vorbei und hab gesagt Stopp mal ich muss erst mal riechen!

00:24:04: Also wann nehmen wir uns also unsere Sinne sind ja dafür da.

00:24:08: was hören wir was sehen wir was fühlen wir was spüren wir?

00:24:13: Und dass können wir durchaus das haben.

00:24:14: wir will bei dem was das können wir entscheiden.

00:24:18: Schau ich die Nachrichten an oder den Rosenstrauch?

00:24:20: Die Rose blüht jetzt.

00:24:23: Ihr habt ja einige Bücher geschrieben, euer neues Buch heißt Zukunftsmut und

00:24:27: Herzenskraft.

00:24:29: Warum Zukunftsmuth?

00:24:30: Warum nicht einfach Optimismus?

00:24:34: Das Zukunftsmoth ist ein Wort, das haben wir entliehen von Matthias Horx vom Zukunfts-Institut.

00:24:40: Das kam in der Coronazeit ganz groß raus.

00:24:43: Und es war einfach diese Inspiration ... Mit Mut zu verbinden.

00:24:50: Und Mut ist ja die leiseste Form von Vertrauen, sagt man so schön!

00:24:55: Also mit Vertrauen in die Zukunft gehen.

00:24:58: Das wollten wir Buchstabieren.

00:25:00: Das haben wir selber gebraucht und durchlebt... eben dann auch aufgeschrieben.

00:25:06: Dieses Buch ist auch in der Corona-Zeit während deiner Diagnose, habt ihr das auch geschrieben?

00:25:11: Ja

00:25:13: es hat mir geholfen quasi diese erste Monate zu bestehen.

00:25:17: ich habe das quasi durch Kaut, durch Dach, durch Litten.

00:25:22: wir haben's miteinander gemacht und wenn ich... also das stotte ich ein bisschen aber durchaus für mich immer wieder heilsam ist, durch zu blättern und festzustellen es sind nicht die ganz großen Dinge sondern es sind die kleinen Schritte die man gehen kann.

00:25:43: Und diese kleinen Wahrheiten und mich dadurch ein Stück für Stück sozusagen durchzuhangeln ohne dass ich Muskelkarte davon bekomme Sondern das im Idealfall es beschwingte wird in der Wiederholung.

00:26:00: Hilf mir mal, die richtigen Worte zu finden.

00:26:02: Was könnte denn der erste Schritt morgen sein für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer?

00:26:08: Wie kriege ich Zukunftsmut?

00:26:10: Also in dem er erst sobald man aufwacht einfach erstmal ja denkt oder sagt völlig egal wozu?

00:26:15: erstmal dass man aufsteht sagt Ja

00:26:19: In dem er seine Sprache ein bisschen besser beobachtet und bemerkt was gut ist aber auch bemerk wenn nicht ständig Aber sage?

00:26:28: Also passiert

00:26:29: nicht zum Beispiel, aber da kommt noch was Negatives.

00:26:32: So dessen lieber ein Und und was noch und was jetzt!

00:26:37: Und die Frage Was kann ich noch nicht ist eine ganz wichtige Sache.

00:26:42: Ich danke euch für das Gespräch.

00:26:44: Beate und Olaf Hofmann vielen Dank dass ihr uns mit reingenommen hat in eure Erfahrungen und ja dass ihr hier ein bisschen Zukunftsmut ins

00:26:52: Studio

00:26:52: gebracht habt.

00:26:54: Das war Alphand Omega Kirche im Gespräch.

00:26:57: Übrigens, Alphan Omega der Podcast ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistümer Rottenburg-Stuttgart und Freiburg sowie des evangelischen Medienhauses Stuttgart.

00:27:07: Zu sehen sind die Sendungen auf den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg, auf BibelTV oder YouTube.

00:27:14: Weitere Infos findest du auf kirchenfernsehen.de.

00:27:19: Wenn du Fragen wünsche oder Feedback hast,

00:27:22: schreib uns

00:27:23: gerne an infoatkirchenfernsehen.de.

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