#247 Rosenkranz & Stille: Jan Frerichs darüber, was Gebet wirklich verändert

Shownotes

Große Bands wie Coldplay greifen auch Gebete auf wie im Song "We pray" – da heißt es: Ich bete mit jedem Atemzug. Oder Sänger Cat Stevens – er singt in "Morning has broken" ein Morgengebet. Warum beten Menschen? Darüber spricht Caroline Haro-Gnändinger in der nächsten Ausgabe von "Alpha & Omega – Kirche im Gespräch" mit Jan Frerichs. Er ist im 3. Orden des Franziskanerordens und lebt mit seiner Familie am Rhein. Und er sagt, dass er eigentlich dauernd betet. Er hat ein jahrhundertaltes Gebet plötzlich für sich entdeckt. Gleichzeitig sagt er, dass Beten nicht unbedingt aus Worten bestehen muss.

Weiterführende Links:

https://www.barfuss-und-wild.de/ https://katholisch.de/artikel/42-gebete-fur-jeden-tag

Alpha & Omega ist eine 30-minütige Talksendung über gesellschaftliche und soziale Themen. Die Sendung ist eine Gemeinschaftsproduktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Erzdiözese Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie wird von der Multimedia-Redaktion der Evangelisches Medienhaus GmbH und der katholischen Fernsehredaktion KiP-TV produziert. Zu sehen sind die Sendungen bei den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg und bei BibelTV und bei YouTube:

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Transkript anzeigen

00:00:02: Eigentlich ist Beten was anderes.

00:00:06: Ich ändere nichts an Gott und Gott muss auch nichts uns gegenüber ändern.

00:00:12: In der franziskanischen Tradition gibt es wirklich den ganz radikalen Spruch, Gott liebt uns von Anfang an und liebt us durch alles im Durch.

00:00:19: Die Frage ist können wir das wahrnehmen?

00:00:21: Hallo ich bin Caroline Harro-Gnendinger.

00:00:23: bei uns bei Alpha & Omega geht's jetzt darum wie Theologe und Autor Jan Freerichs plötzlich ein uraltes Gebet für sich entdeckt hat Außerdem, was Beten überhaupt bringt und welche Gebete bei seinen spirituellen Auszeiten eine große Rolle spielen.

00:00:39: Zu sehen gibt's unseren Talk auch alles dazu in den Show-Notes.

00:00:42: und jetzt erst mal zum Hörenhund.

00:00:44: los

00:00:44: geht es!

00:00:46: Herr Friedrichs Sie beten morgens direkt wenn sie an Hühnern vorbeigehen.

00:00:51: haben Sie mir verraten?

00:00:52: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:00:54: Ich lebe in einem kleinen Dorf und wir haben eine schöne kleine Kirche.

00:01:02: Ich gehöre zu der Gruppe Kirche auf, Kirche zu.

00:01:05: Weil wir wollen, dass die Kirche morgens auf ist und damit das wird sie dann wieder geschlossen.

00:01:09: Und ich bin der, der sie aufmacht, das haben wir so gedealt.

00:01:12: Deshalb gehe ich morgens meine kleine Runde mit dem Schlüssel zur Kirche und dann gehe ich hinten rum, auf dem sogenannten Hintenrum weg an den Hühnern vorbei.

00:01:20: An mehreren ... Hühners, wie nennt man denn das eigentlich?

00:01:22: Kolonienkanale.

00:01:24: Und dann bin ich wieder zu Hause.

00:01:25: Also ungefähr eine Viertelstunde.

00:01:27: In der Zeit... Das sind sozusagen meine kleinen Gebetszeit, mein Morgengebet wenn man so will.

00:01:34: Und da haben Sie oft einen Rosenkranz dabei oder?

00:01:39: Das ist meine Rosenkranszeit.

00:01:43: Aber das ist etwas... Wenn man mir das jetzt vor zwanzig- dreißig Jahren gesagt hätte, ich sage nie im Leben bete ich den Rosenkrerns morgens!

00:01:53: liegt schon was dazwischen.

00:01:54: Sie haben ja auch jetzt ein Buch geschrieben, ich zeig das gerade mal sieben Geheimnisse und da haben sie eben auch geschrieben lange war mir der Rosenkranz fremd zu frommen zu brav und so weit weg zu fern von meinem Leben.

00:02:08: also wie ist es jetzt dazu gekommen dass sie das plötzlich faszinierend finden?

00:02:14: Ja gut das ist natürlich eine sehr lange Geschichte aber auf jeden Fall glaube ich dass viele genau das teilen was was mein Ausgangspunkt ist.

00:02:25: Ich treffe heute Leute, die sagen, warst du ein Rosenkranz?

00:02:28: Das ist ja schrecklich!

00:02:29: Das ist das Furchtbarste Gebet, dass ich kenne weil sie vielleicht so eine Erinnerung haben an ihre Kindheit wo dann alle zusammenkommen mussten und wurde der Rosenkrans gebetet, vielleicht noch in so einer Situation wo jemand gestorben war oder so... Und es gibt jede Menge Menschen, die haben keine guten Erinnerungen daran und ich gehöre zu denen.

00:02:48: für mich war der Rosenkrantz immer so bisschen angestaubt ganz festgefahren.

00:02:53: Also haben Sie ihn auch durch ihre Familie kennengelernt oder wie?

00:02:56: Nee, ich habe ihn irgendwie ... Ich hab ja Theologie studiert und dann habe ich im Studium Leute kennengelangt die mit dem Rosenkranz rumgelaufen sind.

00:03:04: Und da habe ich gesagt oh nee das überzeugt mich nicht!

00:03:07: Das ist irgendwie eng... Habe ich auch so ein Bild gehabt, der Rosenkranz ist so festgelegt.

00:03:15: Es ist irgendwie so ein ganz katholisches Gebeten, es ist einfach festgelegt und steht im Gotteslob drin oder halt ... Ja da steht's ja, das ist das Gebet und das hat mich nie wirklich überzeugt.

00:03:26: Und dann kam in meiner Midlife Crisis würde ich sagen jetzt mal zusammenfassend gesagt einen Punkt wo mir der Rosenkrantz eingefallen ist aber interessanterweise eben nicht als ein Gebet das vorgegeben ist Und auch nicht aus so einer Haltung heraus, ja ich muss jetzt beten weil es sein muss.

00:03:46: Weil ich's machen muss oder ich muss beten aus Not heraus.

00:03:50: das wäre ja auch noch ein Grund warum man betet sondern ich hatte das Gefühl ich möchte etwas Ausdruck verleihen dass in mir ist und keine Sprache hat Und weil ich da nicht wusste, was ich nehmen soll, habe ich das genommen.

00:04:03: Was ich dann kannte und dann bin ich zum Vater Unser zurückgekehrt.

00:04:06: Dann hab' ich mich erinnert ... Warte mal der Rosenkranz!

00:04:08: Das ist doch Vater Unsa?

00:04:09: Und Ave Maria wie geht das noch einmal?

00:04:12: Und habt sozusagen diese Worte genommen, weil ich keine anderen hatte.

00:04:16: Und so habe ich den Rosenkrans

00:04:17: entdeckt.".

00:04:20: doch nicht so festgefahren, wie Sie sich es vorgestellt haben.

00:04:22: Es ist Vater Unser in dieser ... Also betet man mit dieser Kette aber auch noch andere.

00:04:28: Das hängt mit diesen kleinen Kugeln zusammen.

00:04:31: Also das heißt, je nachdem an welcher Kugelman mit dem Finger gerade ist, ist ein bestimmtes Gebet damit verbunden.

00:04:37: Vielleicht können Sie kurz erklären?

00:04:39: Ehrlich gesagt, das war eine revolutionäre Entdeckung für mich.

00:04:42: Weil der Rosenkranz überhaupt keine katholische Erfindung ist.

00:04:46: Das ist sozusagen ein pankulturelles Gebet, eine Gebetsform.

00:04:51: Also Gebetsketten gibt es auch in anderen Kulturen.

00:04:55: Im Islam gibt's auch ne Gebetskette und es gibt archäologische Funde von Ketten wo man gar nicht so genau weiß was ist das denn jetzt für einen Knotengewurschtel?

00:05:06: Aber wenn man sich vorstellt, dass ist ne Gebettskette macht es plötzlich Sinn könnte eine sein.

00:05:10: wir wissen sie ja nicht.

00:05:11: Das heißt die erste Entdeckung war dort ist etwas Altes.

00:05:14: Die zweite entdeckungen war ach das ist gar nicht festgelegt weil ich habe Ich bin ja Franziskaler und hab dann entdeckt, es gibt einen franziskanischen Rosenkranz.

00:05:27: Normalerweise sind das hier zehn Perlen.

00:05:30: Also man betet ein Vater unser und dann betet man zehn Ave Maria Aber es gibt einen franziskanischen Rosenkranz.

00:05:38: Er hat nur sieben und ich sage, das gibt's doch gar nicht.

00:05:40: Also

00:05:40: kürzer, man spart bis in Zeit?

00:05:42: Nicht

00:05:42: ganz weil die sind dann sieben mal sieben.

00:05:46: Also statt fünf Mal zehn oder ...

00:05:49: Da meditiert man die Siebenschmerzen Marienz.

00:05:53: Das ist jetzt auch nicht unbedingt ein Rosenkrant, den ich preferieren würde.

00:05:56: aber was ich entdeckt habe ist ah jede Gruppe wenn man so will die Wollte hat sich ihren eigenen Rosenkrans gebaut.

00:06:03: Und dann kam ich auf die Legende, da mache ich mir doch meinen.

00:06:07: So wie ich das richtig

00:06:08: finde.".

00:06:10: Das Geheimnis des Rosenkranzes ist auch dass die Worte – das Vater Unser – die Grundgebete, die man so als Kind lernt sind nur das Gefäß und die Basis.

00:06:21: Eigentlich ist der Rosenkrant eine Art Evangelium am Schnürchen wenn man so will also aus einer Zeit wo Leute noch nicht unbedingt lesen konnten.

00:06:30: Die haben sozusagen Lebensbilder, Jesu oder eben Marien.

00:06:35: Also die ganzen Geschichten haben sie sozusagen meditiert indem Sie da immer diese kleinen Sätze eingefügt haben.

00:06:41: Ja also Gebindedeit bis unter den Frauen und Gebinde ist die Frucht eines Leibes Jesus der für uns am Kreuz gestorben ist.

00:06:52: Das wäre jetzt nicht meins aber das ist halt die Form und so betet man das ganze Evangelium einmal durch.

00:06:59: Die, die nicht lesen konnten haben das so gemacht.

00:07:01: Und wie ist es jetzt zu etwas geworden wo Sie sagen dass bitte ich sehr gern sogar jeden morgen wenn ich die kirche aufschließe?

00:07:08: Naja Ich habe mir sozusagen meinen eigenen rosenkranz gebaut.

00:07:12: Ich kann dazu auch nur ermutigen.

00:07:13: also meine erste feststellung bei der rosenkrantz ist ein kranz und der kranz Der kreis.

00:07:19: das ist ein altes symbol für das leben.

00:07:22: Das haben menschen schon immer.

00:07:23: in allen kulturen gibt es.

00:07:25: Das Leben läuft immer im Kreis.

00:07:29: Es beginnt irgendwann, es endet irgendwann und dann beginnt das wieder neu.

00:07:32: Also Jesus wird geboren ... Und dann lebt er mit uns!

00:07:37: Dann leidet der mit uns und dann stirbt er irgendwann mit uns.

00:07:41: Dann liegt er im Grab mit uns, dann ist die Auferstörung mit uns... Diese Geschichte habe ich mir sozusagen zusammengelegt in meinen kleinen Gesetzen.

00:07:51: Mit

00:07:51: den eigenen Worten quasi?

00:07:55: der basiert natürlich ein bisschen auf der Tradition, aus der ich dann komme.

00:08:00: Es ist eine franziskanische Tradition aber sie hat auch ein bisschen Anleihen in indigenen Traditionen im Sonnengesang und da werden die vier Elemente besungen und Sonne, Mund und Sterne.

00:08:12: also es ist einen sehr kosmisch orientierter Rosenkranz der sozusagen versucht das ganze Leben das ganze Universum zu greifen zu begreifen Und das ist im Grunde des Geheimnisses dieses Gebets.

00:08:26: Es ist wie ein Treppengeländer, an dem ich mich festhalte dass Ich Erinnere und da finde jeder seine Worte und seine Bilder.

00:08:34: aber wenn ich das Bete erinnere ich diese Qualitäten meditiere die Wiederkäuhe die und Murmel da immer drauf um und dann kommt irgendwann der Tag wo mir eben der Boden unter den Füßen weggezogen wird und wo ich ein Treppengeländer brauche und Dann kann ich mich daran festhalten.

00:08:52: Das ist also ein Gebet, mit dem sie jeden Tag in den Tag starten.

00:08:55: Und der Sänger Cat Stevens hat ja dieses bekannte Lied Morning Has Broken gesungen.

00:09:02: Das ist auch eigentlich ein Morgengebet.

00:09:04: Da singt er Praise Every Morning, Guts Recreation of the New Day.

00:09:09: Hören wir mal rein!

00:09:23: Also übersetzt heißt es Lobbe jeden Tag.

00:09:26: Gott gestaltet den neuen Tag wieder neu.

00:09:29: Also so was beten, wenn der Tag startet oder auch beten vor einem Essen.

00:09:34: Das ist ja eigentlich eine Unterbrechung.

00:09:36: Was kann es denn wirklich verändern?

00:09:38: Was haben Sie da für Erlebnisse?

00:09:43: Dieses Gebet in diesen bestimmten Zeiten ... das ist eben von diesem Kreis abgeleitet erst mal nicht.

00:09:50: Der Morgen ist ein Punkt im Lebenskreis und dann gibt's einen Abend die Sonne geht auf.

00:10:00: Wenn man in der monastischen Tradition schaut, da wurde auch immer an den Schwellen gebetet.

00:10:04: An den Tagesschwellen am Morgen, am Mittag und am Nachmittag abends.

00:10:09: Man hat irgendwann alle diese ... Einfach

00:10:11: feste Punkte im Tagesablauf?

00:10:13: Die beten viele feste Punkt, das wäre dann unpraktisch.

00:10:17: Für die normallos ist der Morgen eigentlich gut unter Abend.

00:10:22: Laudes und Fesper, das Morgengebet, das Abendgebet.

00:10:26: Und ich schwinge mich sozusagen ein in diese kosmischen Abläufe.

00:10:33: Ich bin ja Teil dieses Kosmos!

00:10:35: Wir beten an den Schwellen Worte um uns zu erinnern an die Qualitäten.

00:10:42: Alles beginnt alles hat seinen Ende es gibt eine Nacht.

00:10:47: Das heißt Ihnen würde was fehlen wenn Sie das morgens nicht beten würden?

00:10:53: Ja, echt?

00:10:53: Wenn ich unterwegs bin und dann ist der so wie wenn man mit dem Hund geht.

00:10:59: Und wenn man keinen Hund mehr hat, dann fehlt einem was.

00:11:01: Weil man geht natürlich nicht nur mit dem Hund.

00:11:02: Man geht ja auch selbst.

00:11:03: Das ist einfach so.

00:11:04: dieses Ritual oder diese Zeit eben dieser Unterbrechung auch also diese kleine Pause vom Alltag wo sich eine Tür öffnet und ich erinnere mich daran da gibt es noch etwas Da gibt es etwas Größeres, etwas was mich trägt.

00:11:20: Etwas was mich umgibt, etwas in das ich eingebunden

00:11:23: bin.".

00:11:23: Ach und guckt die Hühner haben auch einen guten Tag?

00:11:25: Und sie sind auch eingebundet in dieses Ganze!

00:11:28: Das ist eigentlich so der Ur-Sitz im Leben von Gebet vor allen Worten.

00:11:35: Kommen wir nochmal auf eine andere Band und zwar auf die Band Codeplay.

00:11:39: Die hat mit anderen Künstlern zusammen diesen Song We Pray rausgebracht Unter Heises we pray with every breath, though I am in the valley of the shadow of death.

00:11:48: And so we pray for someone to come and show me

00:11:51: away.".

00:11:52: Und so klingt das!

00:12:04: Ja auch da übersetzt wir beten mit jedem Atemzug Auch wenn ich im Tal des Todes-Schattens bin und wir beten, dass jemand kommt und mir den Weg zeigt.

00:12:15: Das steht für dieses Beten in der Not und um Orientierung.

00:12:19: Wenn Sie mal zurückdenken, vielleicht haben Sie auch schon so eine Situation erlebt?

00:12:26: Haben Sie da vielleicht eine Art Antwort von Gott bekommen?

00:12:30: Ehrlich gesagt nein!

00:12:33: Also zum einen ... Gab, wo mir wirklich so richtig der Boden unter den Füßen weggezogen worden wäre.

00:12:44: Also keine schwere Krankheit oder solche Dinge?

00:12:48: Es

00:12:48: heißt ja immer so schön Notlehrt beten.

00:12:51: ich finde den Spruch irgendwie doof weil eigentlich sollte es umgekehrt sein.

00:12:56: das Leben sollte uns beten leeren wir sollten im leben beten aus dem leben heraus und wer weiß was noch kommt.

00:13:03: das meine ich dieses gebet auf wie das in dem Lied ist.

00:13:09: Das finde ich eigentlich schön mit diesem Atemzug, ne?

00:13:11: Das ist die jüdisch-christliche Vorstellung davon dass wir all diese Geschichten und Erinnerungen und Bilder, alles was uns trägt immer wieder wiederholen und murmeln so wie die Psalmen, da steht es ja so, dann murmelt das den ganzen Tag Und dann kommt der Tag wo uns der Boden unter den Füßen wegbricht und woran halten wir uns dann fest?

00:13:33: Und was trägt dann?

00:13:35: Das ist eigentlich diese Form des Gebetens und auch der Meditation, das ist eine Meditation.

00:13:40: Ich meditiere ja bestimmte Bilder oder Geschichten.

00:13:44: Das ist sozusagen ne Vorbereitung auf den Tag, den ich heute noch nicht kenne.

00:13:50: Also nicht nur in der Not beten sagen Sie, sondern das ist fast ein bisschen zu spät!

00:13:55: Ich würde sehr empfehlen damit gleich anzufangen und sich eben frei zu machen von der Vorstellung, könnte es irgendwie richtig oder falsch machen?

00:14:02: Ich glaube, man kann nicht falsch beten.

00:14:04: Weil wenn ich aus ganzem Herzen mich mit, ich sage jetzt mal theologisch gesprochen, mit Gott verbinde und wenn ich mich mit der ganzen Wirklichkeit versuche zu verbinden und alles wahrzunehmen dann bin ich auch mit Gott verwunden.

00:14:23: Wenn wir sagen, Gott ist Liebe, dann wäre das was ich üben kann also nicht über irgendeine Glaubenswahrheit nachdenken sondern ich betrachte dass was isst Und heiße es willkommen.

00:14:34: Das wäre eine Form des Gebetens, wo ich glaube die sollte jeder in der Lebensschule

00:14:38: lernen.".

00:14:39: D.h.,

00:14:40: sie sagen gebet kann mich verändern?

00:14:44: Ja unbedingt!

00:14:46: Also ich glaube das ist so ne Vorstellung, die sich ja sehr verbreitet hat und das hat vielleicht auch gute Gründe.

00:14:56: Die Vorstellung beim Beten ist bei ganz vielen Sie beten zu Gott und sagen bitte Gott mach dass das und das passiert.

00:15:01: Das ist auch völlig in Ordnung.

00:15:03: Also ich will niemanden davon abhalten.

00:15:06: Ich glaube nur, dass die Worte sind nur Gefäß für etwas das wir eigentlich wissen sollten.

00:15:16: Wir können Gott nicht sozusagen einen Deal vorschlagen und sagen bitte Gott dröhre doch mal den Knopf und drehe doch einmal den Knopf und mach' das und das besser!

00:15:26: Aber viele vorstellen sich das so vor.

00:15:28: sie beten dann zu Gott und dann macht er das bitte bitte.

00:15:31: Eigentlich ist beten was anderes.

00:15:35: Ich ändere nichts an Gott und Gott muss auch nicht uns gegenüber ändern.

00:15:40: Also in der franziskanischen Tradition gibt es wirklich den ganz radikalen Spruch, Gott liebt uns von Anfang an und liebt us durch alles hindurch.

00:15:48: die Frage ist können wir das wahrnehmen?

00:15:49: Und dass ist eigentlich das was wir im Gebet tun.

00:15:51: Das

00:15:51: ist quasi diese Unterbrechung wo ich mich normal einstimme.

00:15:54: Erinnere!

00:15:54: Ich erinnere mich daran, ja das ist es was mich trägt.

00:15:59: Und das sind natürlich herausfordernd wenn eben wenn mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

00:16:09: Sie hatten ja nach Beispielen auch gefragt und gesagt, erzähl mal ein Beispiel!

00:16:13: Ich habe vor ein paar Tagen eine Frau besucht, die hat ... hab ich schon fünf, zwanzig Jahre nicht gesehen.

00:16:19: Und sie erzählt, dass sich vor ein paar Jahren ihr ältester Sohn das Leben genommen

00:16:23: hat.

00:16:24: Dann hat sie zu mir gesagt, ich weiß nicht mehr, ob ich da an Gott glauben konnte?

00:16:29: Die Zweifel waren größer.

00:16:31: Warum?!

00:16:32: Warum lässt du das zu?

00:16:34: Und es meine ich eben, Gebet ist ja nicht irgendwie so ein Knopf den wir drücken und dann ändert sich was.

00:16:40: Es passiert keinen Unglück oder Gott macht alles wieder gut.

00:16:44: Sondern Gebet fängt eigentlich erst an, spannend zu werden wenn ich in meinen Zweifeln nicht aufhöre zu beten.

00:16:52: Wenn ich eben warum frage, warum kann auch gebet sein?

00:16:56: Und wenn ich da weiter gehe ... Was entdecke ich denn?

00:17:00: Und dazu braucht es vielleicht für manche auch ein Gerüst, je mehr von gesagt.

00:17:04: Also sie konnten mit diesem Rosenkranz nicht so viel anfangen aber als Sie ihn auch für sich so gut sprechbar gemacht haben dann schon.

00:17:12: und jetzt haben wir hier auch noch diesen Gebetswürfel.

00:17:14: ich habe ihn mal mitgebracht und der steht so ein bisschen dafür dass Gebete ja oft in Familien weiter gegeben werden vielleicht auch im Religionsunterricht Erstkommunion Vorbereitung.

00:17:23: und sie sagen aber Kindern Gebete beizubringen, finden Sie gar nicht mal so sinnvoll.

00:17:30: Warum?

00:17:31: Das kommt darauf an!

00:17:33: Wenn ich es Ihnen beibringe und sage nur so kannst du beten und nur so machst du's richtig dann finde ich das zu eng.

00:17:42: Und vor allen Dingen glaube ich ist es wichtig eine Unterschied zu machen.

00:17:48: Das worüber wir jetzt gesprochen haben ist eigentlich eine erwachsene Form von Gebet.

00:17:53: Was es trotzdem braucht is ein Rahmen.

00:17:55: die Gebete die wir lernen sind einen Rahmen dass Vater unser oder das Ave Maria, welche Gebete auch immer sind.

00:18:01: Sind so eine Art Rahmen und natürlich muss ich das irgendwann lernen.

00:18:05: Ich habe als Kind das Vater unser gelernt Und ich bin sehr dankbar dafür dass ich das gelernt habe weil wie gesagt in Naja in meiner Lebensmitte in dieser midlife crisis wo man sich fragt wer bin ich eigentlich was will ich eigentlich?

00:18:18: wo will ich hin?

00:18:19: Da hat mir das geholfen Worte zu finden wo ich keine mehr hatte.

00:18:24: Ich hab halt keine große Not erlebt, aber trotzdem hat's mir geholfen.

00:18:27: Könnte ja sein, dass es

00:18:28: hilft.".

00:18:29: Dann ist das ganz wunderbar, das zu tun ... Aber nicht um der Worte willen!

00:18:35: Nicht weil man sagt nur so geht es.

00:18:39: Immer wenn das ... Ein

00:18:40: Anhaltspunkt könnte man sagen?

00:18:42: Als Treppengelände.

00:18:44: Genau das ist was Jesus auch sagt.

00:18:46: Jesus lehrt genau das.

00:18:48: Er sagt am Gesetz wird keinen Komma verschoben.

00:18:51: Das wird alles so bleiben wie es ist.

00:18:53: Ja, okay.

00:18:54: Also wir nehmen das wirklich sehr ernst.

00:18:55: die Gebete sind ja auch nicht vom Himmel gefallen sie sind oft gebetet da steckt ganz viel Erfahrung drin und es ist ein Treppengeländer.

00:19:04: aber gehen musst du selbst so.

00:19:06: die frage ist also was?

00:19:08: wie gehe ich damit um wenn jesus sagt der sabbat is für den menschen da könnte ich jetzt auch sagen dass vater uns als für den Menschen dann nicht der Mensch fürs Vater unser.

00:19:16: ich kenne leute die haben sonst blien also diesen natürlich dann sehr fromm.

00:19:25: Ich muss alle diese Worte durchbeten.

00:19:27: Lautes ist ein Morgengebet?

00:19:29: Oder alle Worte der Festbar und das ist es nicht, worum's geht!

00:19:34: Wenn Sie die Zeit noch haben, sagen wir eine kurze Geschichte, die erklärt es sofort.

00:19:38: Die Geschichte von aus dem Judentum, die Geschichte von einem sehr frommigen Händler auf den Markt und dann fährt er zurück.

00:19:46: Und dann will er seine Abendgebet beten, das ist im Judentum sehr wichtig.

00:19:48: da gibt es den Zidur das Gebetbuch und da stehen alle gebetet drin.

00:19:51: und dann stellt der Fest, den hat er vergessen.

00:19:53: Da muss er sich beeilen, dann bricht ihm auch noch das Wagenrad.

00:19:55: also er kann heute abends zur rechten Zeit seine Bebete nicht mehr verrichten.

00:20:00: Also er repariert den Wagen, ganz unglücklich, ich habe keine, heute Abend muss ich gar nicht nicht beten... und dann betet er.

00:20:07: so

00:20:07: Gott!

00:20:09: Ich habe meinen Gebet Buch vergessen meine Gebete nicht sprechen.

00:20:13: Aber du bist groß und weise, ich werde jetzt Folgendes tun!

00:20:16: Ich werde das ganze Alphabet zweimal aufsagen und du wirst dann alle Worte zusammenlegen weil du kennst ja alle

00:20:21: Gebete.".

00:20:23: Und Gott sagt im Himmel heute habe ich das schönste Gebet gehört seit langem so in der Art.

00:20:29: Das sind nicht die Worte es ist das was hier im Herzen ist was mich trägt.

00:20:36: Und gleichzeitig eben gibt's auch solche Geländer-Gebete nenne ich sie mal.

00:20:41: Sie sind in diesem dritten Orden, der Franziskane haben aber auch Familie und bieten spirituelle Auszeiten an.

00:20:50: Auch unter anderem in Italien.

00:20:53: Da sehen wir jetzt ein paar Bilder.

00:20:54: Und da nutzen sie eben auch diese Tagesgebete also Morgengebet Laudes, Festival-Abendgebete, aber auch Psalmen aus der Bibel.

00:21:03: Warum sagen Sie das funktioniert irgendwie gut für so eine Gruppe?

00:21:07: Naja, wir sind da in Italien auf der Romita.

00:21:10: Das ist eine franziskanische Einsiedellei südlich von Assisi in der Nähe von Terni und da isst ja eine Gemeinschaft!

00:21:15: Und die bietet jeden Morgen und jeden Abend und wenn wir dahin kommen für unsere Exerzitzen sag ich jetzt mal Naturexerzitschen beginnen raus in die Natur auf ne bestimmte Weise.

00:21:27: dann beten wir aber mit der Gemeinschacht morgen zu den Abends weil die Gemeinsschaft trägt das mit.

00:21:32: Es gibt auch eine Regel für Einsiedleien, die Franz von Assisi geschrieben hat.

00:21:35: Einsiedlei heißt ziemlich in die Wildnis zurück.

00:21:38: und dann hat er gesagt zwei sind die Söhne und die gehen dann in die wildnis und beten und meditieren und sind draußen.

00:21:46: und zwei sorgen für die.

00:21:48: Und dann tauschen sie und genau das leben wir ja da in der zeit Das heißt in der Zeit der Vorbereitung beten wird zusammen morgens und abends und wenn dann alle rausgehen In ihre auszeit in der natur dann beten wir ja in der gemeinschaft weiter weil wir ihre Zeit in der Wildnis sozusagen mittragen.

00:22:05: Das ist eigentlich eine uralte franziskanische Tradition, die wir da fortführen auf die Weise.

00:22:10: Und diese Psalmen drücken einfach auch bestimmte Situationen ganz gut aus, die Menschen schon früher quasi erlebt haben?

00:22:17: Ja, die Psalm sind ja eigentlich die Bibel also die fünf Büchermose in kompakter Form.

00:22:24: Denn das ist praktisch schon so eine verdichtete Form des Gesetzes jetzt aus der jüdischen Perspektive.

00:22:31: Wenn man so will, ist das so ähnlich wie der Rosenkranz?

00:22:33: Das ist auch eine verdichte Form der Evangelien also der Geschichten die in der christlichen Tradition wichtig sind und das ist das Gebet der kleinen Leute gewesen schon immer.

00:22:42: Und Franz von Assisi war ja den kleinen Leuten sehr zugeneigt und deshalb hat er natürlich Psalm gebetet aus dieser Haltung heraus und auch eigene Psalmen geschrieben.

00:22:53: im Übrigen

00:22:55: Jetzt haben Sie ja noch einen Buch geschrieben,

00:22:57: d.h.,

00:22:57: im Anarchie des Herzens und da schreiben sie diesen Satz Wir sind Gebet!

00:23:04: Da habe ich mich gefragt ist es nicht auf der einen Seite ein bisschen zu einfach oder auf der anderen Seite nicht so schwer dass wenn ich lebe gebet sein soll?

00:23:16: Ja das ist natürlich.

00:23:18: wie gesagt Wenn ich mir das in zwei Lebensheften vorstelle für Kinder, für Jugendliche Für Menschen in der ersten Lebenshälfte, die aus dieser Perspektive blicken macht das keinen Sinn.

00:23:30: Wir sind gebetet wie jetzt!

00:23:31: Was soll ich denn da machen?

00:23:33: Die wollen halt... Da wollen wir erstmal den Rahmen haben.

00:23:36: Das hier ist ein Satz, der gehört in die zweite Lebenshäfte, in den zweiten Teil, in das was auch noch da ist.

00:23:44: So dass es wie in der Geschichte von dem Mann dazu Jesus kommt und sagt Wie kann ich ewiges Leben erringen?

00:23:48: Und Jesus sagt Gib alles auf was du hast.

00:23:51: Ah heißt lasst die Worte hinter dir Und schau, was dann noch da ist.

00:23:58: Insofern ist dieser Satz wir sind gebet das, was wir dann entdecken wenn wir die Worte hinter uns lassen.

00:24:05: Wenn wir sie vielleicht noch als Treppengeländer nehmen aber schauen, was ist eigentlich jenseits der Worte?

00:24:11: Das

00:24:11: heißt Sie sagen Stille kann auch viel uns mit Gott verbinden.

00:24:17: Auf

00:24:17: jeden Fall!

00:24:18: Die Stille ist sozusagen eine Ur-Tradition in die Stille zu gehen und wirklich nicht die Stille zu füllen, sondern in die Stlle zu gehen und sprechen zu lassen.

00:24:30: Und zu hören was kommt aus der Stille?

00:24:33: Kann ich mir da eventuell auch etwas vorstellen?

00:24:36: also manche stellen sich ja als gegenüber Jesus vor Sie haben auf einem Bild auch eine Ikone unter ein Kreuz stehen.

00:24:43: Also hilft sowas vielleicht auch?

00:24:46: Ja das wäre das wäre erste Leben selbst oder erster Teil weil das ist ja meine Brücke.

00:24:52: Ich schau auf das Bild, ich meditiere das Bild.

00:24:55: Ich wiederkeue das Bild und versamle mich vor dem Bild.

00:24:59: Hierinnere mich an Jesus am Kreuz.

00:25:03: Auf den franziskanischen Kreuz ist es ja ein Auferstandener Jesus, einer der mir mit offenen Armen entgegenkommt.

00:25:09: Ich erinnere Mich daran!

00:25:10: In dieser Form des Gebetes gehe ich dann in die Stille – da gibt's keine Worte mehr.

00:25:18: Da wird das Beten wortlos.

00:25:21: Nur aus der Perspektive macht es auch Sinn, wenn Paulus zum Beispiel sagt betet ohne Unterlass.

00:25:25: Wie soll das gehen?

00:25:27: Und da gibt's ja auch Traditionen ... Da ist der Rosenkranz unsere westliche Meditationsform.

00:25:32: Wenn man in die Orthodoxie geht und in die Ostkirche, da gibt es ja das Herzensgebet, wo auch immer wieder Worte wiederholt werden.

00:25:39: Jesus erbarme dich, erbarm ich uns weiter!

00:25:42: Aber irgendwann geh ich über die Worte hinaus.

00:25:44: Ich steig auf der Leiter hoch und dann lass' ich die hinter mir.

00:25:47: Vielleicht noch ganz zum Schluss ein ... Kurzen Satz.

00:25:49: Was würden Sie sagen?

00:25:50: Es gibt sehr vielfältige Formen zu beten, aber was ist wirklich zentral und wie geht Beten vielleicht besser?

00:26:00: Zentral ist tatsächlich für mich das, was Jesus sagt in der Bibel wenn du betest geh'n deine Kammer.

00:26:07: Und deshalb ist es auch meine Skepsis Wie bringen wir der Jugend das Beten bei Indem wir's tun In dem wir's vorleben, indem wir aus der Haltung des Gebetens und in dem wir die Worte weitergeben, die wir gelernt haben.

00:26:22: Aber dann lassen wir das los!

00:26:24: Lasst die Jugendlichen in Ruhe.

00:26:26: Die finden ihre Wege, die finden ihre Musik, sie finden ihre Lieder... Und wir erkunden unsere inneren Räume und äußeren Räumen

00:26:35: und

00:26:36: heißen willkommen was

00:26:37: uns entgegenkommt.

00:26:39: Also Gebet kann sehr vielfältig sein, soll es auch.

00:26:43: Danke Ihnen fürs Gespräch Herr Frerichs!

00:26:45: Danke ihnen auch fürs dabei sein und bis zum nächsten Mal bei Alphandromiga.

00:26:54: Übrigens, Alpha und Omega mehr es zu glaubst ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistümer Rottenburg-Stuttgart & Freiburg und des evangelischen Medienhauses Stuttgart.

00:27:04: Zu sehen sind die Sendungen bei den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg auf BibelTV und YouTube.

00:27:10: Weitere Infos gibt's unter kirchenfernsehen.de und redaktion-kipp.de.

00:27:16: Wenn ihr Fragen, Wünsche und Feedback habt, schreibt uns gerne an podcastatkipp-radio.de.

00:27:22: Um.

00:27:22: wenn euch diese Folge rund um Gebet gefallen hat Wie wär's mit der Podcastfolge fifty vier zur Geschichte vom Rosenkranz gebet?

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