#248 Altersarmut: Wenn die Rente nicht reicht
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über Altersarmut und welche Hilfe Betroffene brauchen.
In Deutschland sind rund 3,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner ab 65 Jahren von Armut bedroht. Besonders betroffen sind ältere Frauen. Eine von ihnen ist Alina Goldbach. Obwohl sie jahrelang gearbeitet hat, bekommt sie nur wenig Rente.
Sandra Bisping hat die Not erkannt. Mit ihrem spendenfinanzierten Verein "Ein Herz für Rentner e.V." unterstützt sie bedürftige Seniorinnen und Senioren und hilft beispielsweise bei der Anschaffung von neuen Betten, Brillen oder auch Medikamenten.
Ab wann spricht man von Altersarmut? Warum sind vor allem ältere Frauen davon bedroht? Und welche Art von Unterstützung brauchen Betroffene wirklich? Darüber spricht Moderatorin Juliane Eberwein mit ihren Gästen bei "Alpha & Omega".
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hi, das ist Alphand Omega der Podcast.
00:00:02: Ich
00:00:02: bin Miliane
00:00:02: Eberwein.
00:00:03: Leben lang arbeiten und am Ende trotzdem nicht genug zum Leben haben!
00:00:08: Das ist für drei Komma
00:00:09: fünf Millionen
00:00:10: Rentnerinnen und Rentner in Deutschland
00:00:12: die bitterere
00:00:13: Realität.
00:00:14: Wie fühlt sich altersarmut an?
00:00:16: Warum sind so viele Frauen betroffen?
00:00:18: Und was muss ich konkret ändern?
00:00:20: Darüber sprechen wir heute hier im Podcast mit Alena Goldbach.
00:00:24: sie ist neunundsebzig Jahre alt hat ihr lebenlang gearbeitet bekommt trotzdem nur wenig Rente und fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.
00:00:32: Und Sandra Bisping, sie findet es kann nicht sein dass Rentner für eine neue Brille hungern müssen.
00:00:38: Sie hat deswegen vor zehn Jahren ihren Job hingeschmissen und den Verein ein Herz für Rentner gegründet.
00:00:43: Herzlich willkommen Alena Goldbach und Sandra Bisbing!
00:00:46: Frau Goldbach ich würde gerne mit Ihnen direkt in Ihre Geschichte einsteigen.
00:00:50: Sie waren damals thirty-six Jahre alt als sie mit ihrem Mann.
00:00:58: Was hat sie denn damals angetrieben, alles hinter sich zu lassen und ein neues Leben in Deutschland aufzubauen?
00:01:04: Jede Eltern wollen für eigene Kinder das Bessere.
00:01:06: Mein Mann hat da wie Spiel für die Nationalmannschaft, der hat viel im Ausland gewesen, hat viele Sachen gesehen.
00:01:13: dann hatte beschlossen dass wir auswandern.
00:01:16: es war nicht einfach Weil wir haben die Sprache nicht beherrscht.
00:01:20: Die Kinder waren dreieinundhalb und vierzehn, doch da war pubertiert der kleine war im Kindergartenalter.
00:01:28: ich konnte kein Deutsch er auch nicht.
00:01:30: also haben wir vom Null angefangen.
00:01:33: aber wir haben das geschafft
00:01:35: Und sie waren immer sehr engagiert dabei.
00:01:37: Sie haben Deutsch gelernt, sie haben zwei Jobs gleichzeitig gemacht.
00:01:41: Morgens einen bis dreizehn Uhr dann sind sie nach Hause zu den Kindern und dann nochmal von abends bis ein Uhr nachts in der Nacht mit dem Fahrrad nachhause gefahren.
00:01:51: Wo haben sie gearbeitet?
00:01:53: überall?
00:01:54: Überall!
00:01:55: Ich war in Gastronomie, ich hab geputzt.
00:01:58: Ich habe jede Job angenommen, dass wir auf die Beine kommen.
00:02:02: Mein Mann hat auch viel gearbeitet.
00:02:04: Ich musste halt auf die Kinder auch Acht geben.
00:02:07: Ich musste auch Sprache lernen weil das war mir sehr wichtig.
00:02:11: Wenn man hier leben will muss man auch die Sprache, die Sitten und alles halt kennenlernen.
00:02:18: Wir haben eine schöne Wohnung gekriegt.
00:02:22: Eigentlich sind wir über die Runden gekommen, aus meinen Kindern sind anständige Bürger.
00:02:28: Die sind alle gut da und das ist sehr gute Kinder.
00:02:35: Wenn Sie jetzt rückblickend auf diese Zeit gucken was würden sie denn sagen?
00:02:39: Was hat sich dieses hohe Pensum gekostet so im Nachhinein betrachtet?
00:02:45: Wissen Sie was?
00:02:45: ich weiß es nicht!
00:02:46: Ich habe nur funktioniert.
00:02:48: mir fällen Stücke von der verschiedene Aktionen für verschiedene Abschnitte im Leben.
00:02:57: Ich habe nur funktioniert, weil von meinen Augen war wohl meine
00:03:01: Familie.".
00:03:05: Und die Familie ist dann aber so wie sie die Kanten zerbrochen?
00:03:09: Sie haben sich von ihrem Mann irgendwann getrennt.
00:03:12: Haben Sie damals zum Zeitpunkt der Trennung schon geahnt was das für sie finanziell bedeuten wird
00:03:19: auf Langzeit?
00:03:21: Nein!
00:03:21: Haben Sie
00:03:22: sich darüber Gedanken gemacht?
00:03:23: Nein.
00:03:25: Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, wenn ich damit gerechnet hätte, da hätte ich das vorm Früh irgendwie angefangen zu regeln.
00:03:32: aber auf diese Idee bin ich gar nicht gekommen.
00:03:35: Aber mein Sohn hat gerade seine Ausbildung fertig gebracht und hatte gesagt Mama keine Angst!
00:03:42: Ich lass dich nicht im Hängen wir schaffen das Und wir haben das wirklich geschafft.
00:03:47: Frau Goldbach, Sie haben immer gearbeitet bis die Achtendsechzig waren.
00:03:51: Wann haben Sie denn gemerkt?
00:03:52: Oh!
00:03:53: Die gesetzliche Rente, das reicht nicht.
00:03:56: Nachdem ich aufgehört habe zu arbeiten ... weil... Ich hab noch mit meinem Sohn gewohnt und habe mich mit den Kosten geteilt.
00:04:04: Und dann habe ich gesagt, wir müssen uns trennen.
00:04:07: Dann habe ich halt kleine Apartment bezogen.
00:04:11: Weil ich in der Botschaft gearbeitet habe, dass sich auch die Fahrkosten reduzieren konnte.
00:04:18: Und dann habe ich halt versucht, daraus das Beste zu machen.
00:04:23: Ich habe Unterstützung von meinen Kindern damals gekriegt und von zweieinhalb Jahren habe ich von dem Verein gehört.
00:04:31: Meine Sozialarbeiterin von Land Randsam hat mich auf den Anherz für Rentner aufmerksam gemacht.
00:04:37: Da habe ich mich angemeldet und ich nehme das wie es ist.
00:04:44: man muss sich mit der Zeit halt arrangieren
00:04:48: Vielleicht um das für die Zuschauerinnen und Zuschauer noch mal klar zu machen.
00:04:52: Wie kann es sein, dass sie so lange gearbeitet haben?
00:04:55: Und dann die Rente trotzdem so gering ist... Können Sie das in ein, zwei Sätzen zusammenfassen?
00:05:01: Ich vermute
00:05:02: es ist ziemlich komplex.
00:05:04: Wenn man wegen Kinder Halbtage arbeitet hat, reicht das nicht!
00:05:09: Ja ich habe mit der Scheidung nicht gerechnet.
00:05:14: Also so kam das alles.
00:05:15: Bitte Scheidung, weil von meinem Mann habe ich nichts gekriegt ist zurück nach Tschechien gegangen und da stand ich da.
00:05:24: Darüber hat man wenn man jung ist darüber denkt man nicht nach bis man vor der Tatsache steht.
00:05:31: Ja
00:05:32: Wie war es denn für Sie als sie dann plötzlich gemerkt haben?
00:05:35: Ich muss nach Grundsicherung fragen weil ich mit der Rente nirgendswo.
00:05:41: Ich
00:05:41: habe zwei Tage geweint.
00:05:43: Mir wurde Dafel angeboten, da habe ich Nervenzusammenbruch weil in der Schlange sich stellen.
00:05:49: das war für mich als Bettlerin unvorstellbar und halt hab' ich die Zeit halt überbrücken können und dann bin ich zu der Vereinte gekommen.
00:06:03: Da wurde das was sie für mich tun ist sehr große Hilfe Weil meine Tochter wohnt weit weg.
00:06:10: Also ich kriege der Ticket, die Deutschland-Ticket, dass ich hinfahren kann.
00:06:15: Weil sonst von der Rente wäre das nicht möglich.
00:06:19: Weil die Fahrgosten hin und her kostet zwölf Euro.
00:06:21: Das kann man sich heute zu Tagen leisten.
00:06:26: Und die Achthundertdreißig-Ebermonat-Lichtzuschuss ist wunderschön!
00:06:31: Zweimal im Monat kriegen wir ein Fünfgehörpaket vom Gemüseobst.
00:06:36: Das sind alles große Hilfen.
00:06:38: Also, wir kommen thirty- acht Euro das Deutschlandticket und eine Obst und Gemüsekiste.
00:06:43: Lassen Sie uns mal kurz rechnen was bleibt Ihnen denn am Ende des Monats wenn sie Miete und Fixkosten abziehen?
00:06:50: Was bleibt Ihnen am Ende Des Monats übrig
00:06:52: für
00:06:56: alles?
00:06:57: Und da haben Sie das jetzt schon reingerechnet was vom Verein dazu
00:07:00: kommt.
00:07:02: Ich bin mein eigener Friseur Ich bin meine eigene Nagelstudio, meine Pedikierstudio.
00:07:08: Damit spare ich wahnsinnig viel Geld.
00:07:12: Aber es ist halt sehr knapp aber man muss daraus das Beste
00:07:17: machen.".
00:07:19: Sie haben ja nie ein Auto besessen sie sind immer viel gelaufen und das machen sich jetzt auch noch.
00:07:23: Sie laufen täglich zum Aldi und zum Lidl und schauen danach.
00:07:28: Angebot nehmen sie uns mal in so einen ganz normalen Tag mit.
00:07:32: Ganz einfach Samstag!
00:07:34: Oder Sonntag, Vormittag schaue ich auf die Handy.
00:07:37: Die habe ich von meinem Sohn gekriegt, weil sonst bezahlt das auch, sonst konnte ich mit neuen Händen nicht leisten.
00:07:45: Und dann schau ich die Angebote am App immer und dann fahre ich halt da nach Neubierberg, fahle ich nach Otterbrunnende, fahl ich halt die Angeboten danach... Ich brauche nicht viel zu essen!
00:07:59: Ich hab Diabetes, ich muss ein bisschen aufpassen.
00:08:04: Ich
00:08:05: kaufe das, was ich mir leisten kann.
00:08:08: Ob das teurer ist?
00:08:10: Ist das teuer, da kaufe ich es
00:08:11: nicht.".
00:08:14: Und es gibt ja immer wieder auch Dinge wo ihre Kinder sie dann unterstützen.
00:08:18: Bei der Telefonrechnung hatten Sie gerade angesprochen oder na ihr Sohn hat mal irgendwie neuen Staubsauger eine neue Kaffeemaschine mitgebracht wurde.
00:08:27: Ihre Tochter kümmert sich um Kosmetikartikel.
00:08:30: Wie is'n das für Sie Wenn Sie merken, sie sind auch da so auf Ihre Kinder angewiesen?
00:08:37: Ich bin nicht angewiesen.
00:08:38: Die machen das ohne etwas zu sagen weil ich werde mich mal bei den Kindern nie beschweren.
00:08:43: Das ist als Mutter... jede Mutter will ihre eigene Leben und ich bin die Mutter, die vom Kind leben will.
00:08:51: Als ich gearbeitet habe, habe ich schon meine Beerdigung, Geld gespart eingelegt, meine Patientenverfügung, meine Organspende.
00:09:00: alles habe ich geregelt.
00:09:03: Seitdem ich gearbeitet habe, musste ich das halt zurückgehen.
00:09:07: Und die kommen halt mit Geschenken.
00:09:11: Zum Beispiel eine Busreise nach Monaco haben Sie mal bekommen?
00:09:14: Das haben sie bezahlt und es war wunderschön!
00:09:17: Ich habe geweint weil so etwas habe ich mich nie in Träume gedacht.
00:09:21: Das ist Kan Di Rote Treppe vom Film Palace C Aber es ist geschenkt zu meinen Geburtstag noch requirkend.
00:09:31: Die versuchen halt meine Wünsche, ich habe nicht viel Wünsche.
00:09:34: Ich bin zufrieden mit dem was ich habe weil ich hab Geld entpositiv zu sein und ich bin dankbar für alles was ich kriege.
00:09:43: mir geht es halt entsprechende.
00:09:45: ich habe mich angepasst sagen wir so.
00:09:49: Frau Bisming wenn Sie die Geschichte von Elena Goldbach hören erleben sie viele Rentnerinnen und Rentner in einer ähnlichen Situation.
00:09:57: Ja, ganz deutlich und natürlich jeden Tag.
00:10:00: Und Frau Goldbach hat ja wirklich das große Glück und letztendlich haben Sie auch dazu beigetragen, dass sie so tolle Kinder hat, die sie unterstützen.
00:10:09: Das haben jetzt viele unserer Senioren zum Beispiel nicht.
00:10:13: Also es gibt ganz viele Senioren wo die Kinder tatsächlich verstorben sind, die sehr weit weg wohnen, ihre eigenen Familien haben und die Eltern dann noch nicht finanziell unterstützen können.
00:10:25: Also, ähm ... die haben teilweise dann zum Beispiel MW-二hundert Euro oder weniger im Monat zur Verfügung.
00:10:31: Und das ist schon wirklich knapp!
00:10:34: Wenn wir von Altersarmut sprechen so dieser Begriff der Geist hat ja auch mal groß durch die Medien altersarm.
00:10:40: und können wir das mal kurz definieren?
00:10:42: Wann spricht man eigentlich von Alterarmut?
00:10:45: Was ist da die Grenze?
00:10:48: In Deutschland gilt man als Arm wenn man weniger als tausendrohundert Euro zur Verfügung hat.
00:10:53: Ja also das gilt sage ich jetzt mal für alle Altersschichten, ja auch Bürgergeldempfänger.
00:10:58: Das ist bei thousanddrahundertsechsenachzig glaube ich gedeckelt.
00:11:03: Alles was drunter ist gilt man in Deutschland als Armut gefährdet beziehungsweise man ist von Armut betroffen
00:11:11: und in Deutschland sind es drei Komma fünf Millionen Rentnerinnen und Rentner die von armut bedroht sind.
00:11:18: Woher kommt das?
00:11:20: Ja, bis zum Beispiel gab es ja gar keinen Mindestlohn.
00:11:25: Den gibt es erst seit dem Jahr zwei Jahrzehnte.
00:11:27: Da ging es los mit ca.
00:11:28: acht Euro.
00:11:30: Das heißt viele haben absolut im Niedriglohn gearbeitet, teilweise für vier Euro oder sogar noch weniger und früher war's natürlich so die Frau hat beim Mann zum Beispiel mitgearbeitet wenn er selbstständig war Besonders von Altersarmut betroffen, also siebzig Prozent der Anträge bekommen wir von Frauen.
00:11:53: Bedingt durch Kindererziehung, Teilzeitarbeit, Pflege von Angehörigen und wirklich viele ja die in Pflegerufen auch gearbeitet haben, die einfach zu wenig verdienen.
00:12:07: Würden Sie sagen dass Frauen da oft nicht genug darüber nachdenken, was es zum Beispiel bedeutet in der Trennung durchzumachen.
00:12:14: Was es bedeutet sich Zeit zu nehmen die Kinder großzuziehen in einem Job zu arbeiten, der vielleicht jetzt nicht so hoch vergütet ist?
00:12:22: wie würden sie's einordnen?
00:12:24: Also ich finde, diese Zeiten auch der Kindererziehung oder auch der Kehrarbeit, sprich der Pflege muss einfach vom Staat genauso anerkannt werden als wenn jemand jeden Tag arbeiten geht.
00:12:38: Ich finde man kann keineswegs auf gar keinen Fall den Frauen jetzt einen Vorwurf machen und sagen ja da hättet ihr einfach mal ein bisschen umdenken müssen.
00:12:47: Auch heutzutage ist es noch so irgendwie die Frauen bleiben einfach zu Hause was auch richtig ist.
00:12:54: geboren werden, das ist ja auch ganz wichtig.
00:12:56: Aber es ist ja fast nicht möglich in der heutigen Zeit noch nicht möglich weil sie zu wenig in die Rente einzahlen und ganz problematisch natürlich nach wie vor unser Mindestlohn.
00:13:07: und bis im Jahr- und Jahrzehntig gehen noch mal hunderttausend bis eins Komma zwei Millionen Rentner in die Altersarmut, weil sechzehn Prozent verdienen wirklich nur im Niedriglohnsektor.
00:13:21: Sie haben auch was ziemlich Gewagtes gemacht.
00:13:24: Sie haben ihren sicheren Job verlassen nach twenty-fünf Jahren in der Medienbranche und sie alles hingeschmissen, um den Verein ein Herz für Rentner zu gründen.
00:13:33: Was hat sie denn dazu gebracht?
00:13:34: Ja!
00:13:35: Ich würde es immer wieder tun... Ich war immer ein Oma-Opa-Kind.
00:13:41: Aber sehr geprägt von meinen Großeltern, ich bin im Mehrgenerationshaus aufgewachsen.
00:13:47: Meine Großeldern unten, wir oben ... meine Eltern waren auch öfter mal auf Geschäftsreise, die waren selbstständig mit einem Betrieb und dadurch war ich einfach viel bei meinen Großeltern und hab das sehr, sehr gemocht.
00:13:59: und sie haben jetzt sehr viel beigebracht.
00:14:01: Und auch diese soziale Ader wurde mir eigentlich schon in die Wiege gelegt, weil selbst mein Opa der Innenausbau gemacht hat.
00:14:10: Eine Firma großgemacht hat.
00:14:11: Mein Vater hat sie später übernommen.
00:14:14: Die haben immer einmal im Jahr zu Weihnachten die Pensionisten zum Kaffee eingeladen.
00:14:19: Also alle, die da mal gearbeitet haben, alle kamen zusammen und die kannten mich um meine Schwestern jetzt natürlich von Kleinen an und haben mich noch mit der Schubkarre durch die Produktion geschoben.
00:14:30: Da waren wir natürlich immer dabei und haben uns gefreut, wenn wir ihn alle wiedergesehen haben.
00:14:34: Und das war schon von meinem Opa und dann auch vom meinen Eltern eine schöne Wertschätzung der ... liebevoll gesagt der alten Gegenüber, dass man sie nicht vergisst.
00:14:46: Ja?
00:14:47: Das ist ja auch eine Wertschätzung an Erdankbarkeit, dass ich sage danke, dass ihr wirklich so viel dazu beigetragen habt, dass wir heute so erfolgreich sind!
00:14:58: Aber wie kamen Sie darauf zu sagen, da muss ich jetzt einen Verein gründen und da gehe ich voll rein?
00:15:03: Ja.
00:15:03: Ich habe lange in der Medienbranche gearbeitet und bin tatsächlich dann an einer Gürtelrose erkrankt.
00:15:08: Und Gürttelrose ist sehr schmerzhaft und zieht ein erst mal aus dem Verkehr.
00:15:13: Und es mir schlummerte immer schon, dass sich was Soziales machen möchte.
00:15:17: Und ich wusste ... Es soll nicht alten Menschen zu tun haben wegen Oma-Opa Kind.
00:15:23: Und ich bekam die Gürtelroser.
00:15:25: und dann hab' ich gedacht, das ist ein Wink des Schicksals.
00:15:29: Recherchier jetzt mal!
00:15:30: Dann habe ich recherchiert.
00:15:32: Bin auf die Altersarmut gekommen und ... hab erst gedacht, wieso gibt es die?
00:15:37: Weil wir zahlen noch in die Rente ein.
00:15:40: Ja man geht mir dann in Rente und dann soll's uns doch gut gehen.
00:15:43: und heute weiß ich besser denn je, dass dem nicht so ist.
00:15:46: Und da habe ich gedacht diese Ungerechtigkeit die haben ja alles richtig gemacht.
00:15:50: Vierzig-Fürmvierzig Jahre gearbeitet können sich heute keine Brille leisten oder schlafen mit zweiundachtzig Jahren auf den Boden weil das Lappen raus kaputt ist.
00:15:59: Genau da setzen wir an.
00:16:01: Da helfen Sie finanziell?
00:16:03: Wem helfen sie dann konkret und wie?
00:16:05: Also wir helfen Rentnern ab sechsundsechzig Jahre, die Minimum eine Rente von fünfhundert Euro haben bis maximal ein Tausend Dreihundert Euro.
00:16:15: Man stellt bei uns einen Antrag auf Unterstützung.
00:16:17: Den füllt man aus, den findet man auf der Website oder man ruft uns an, wir schicken den zu und dann brauchen wir natürlich ein paar Unterlagen um die Bedürftigkeit auch zu bestätigen Und dazu gehört natürlich der deutsche Rentenbescheid.
00:16:29: Sie müssen in Deutschland gearbeitet haben, wenn sie zusätzlich im Ausland gearbeitet habe ist das natürlich auch alles super, alles fein!
00:16:37: Sie müssen einen festen Wohnsitz haben.
00:16:39: also wir unterstützen jetzt keine Obdachlosen und wir schauen uns natürlich die Einnahmen- und Ausgaben ganz genau an die Kontoauszüge der letzten drei Monate und wenn die Kriterien alle erfüllt werden dann gehören sich zu einem Herz für Rentner Familie Und wir unterstützen bis ans Lebensende.
00:16:58: Wie unterstützen Sie konkret?
00:17:00: Wir haben von der Obst- und Gemüsebox schon gehört, vom Deutschlandticket auch ein paar Euro on top... Kriegt man sonst noch so bei Ihnen?
00:17:09: Ja, genau.
00:17:09: Das ist natürlich immer abhängig was braucht jetzt gerade wer.
00:17:13: Ganz großer Posten ist natürlich medizinische Versorgung, sprich ganz viele Medikamente werden von den Krankenkassen nicht übernommen.
00:17:21: Vorsorgeuntersuchungen, Zuzahlung zu Hörgeräte, ganz wichtig, Zahnersatz und da kommen ja oftmals mehrere hundert Euro oder auch tausend-zwei-tausend Euro auf die Senioren zu, die sie einfach nicht leisten können.
00:17:35: Der Kühlschrank geht kaputt, die Waschmaschine.
00:17:37: Es kommt die Nebenkostennachzahlung, Stromnachzahlungen ... Also alles was im Alltag anfällt?
00:17:43: Weil jeder Gang zum Briefkasten ist für die Senioren Existenz gefährden weil da könnte eine Rechnung drin liegen wie z.B.
00:17:51: die Neben-Kosten Nachzahlung.
00:17:52: dann können sie auch noch ihre Wohnung verlieren.
00:17:55: Gibt gab's ne Geschichte wo sie sagen war.
00:17:56: die hat mich besonders bewegt.
00:17:59: Es gibt viele, aber eine, die extrem hängen geblieben ist bei uns allen im Büro.
00:18:04: Das war eine Dame, die es zu ca.
00:18:06: seventy Jahren selbst schwerstbehindert sitzt im Rollstuhl und sie rief uns an und stellte einen Antrag und sagte, sie hat vor zwei Jahren ein Sohn verloren.
00:18:17: Und jetzt ist ihr zweiter Sohn gestorben.
00:18:20: Sie konnte sich die Bestattungskosten nicht leisten.
00:18:26: Und hat uns gebeten, das zu übernehmen.
00:18:28: Weil sie sagte ich möchte mich verabschieden und ich möchte einen Ort haben wo ich immer wieder hingehen kann um mein Sohn zu besuchen.
00:18:38: Das ging uns allen wahnsinnig nahe und besonders dramatisch war dann dass die sagt Ich habe noch eine Tochter.
00:18:44: Da sage ich eigentlich kann nicht mehr und eigentlich will ich nicht mehr.
00:18:47: aber für Die muss ich jetzt stark sein weil die ist Jetzt an Krebs erkrankt und das sind Dinge, wo ich denke wie hält man das aus?
00:18:56: Wie kann man das aushalten.
00:18:57: Wie stark ist diese Frau und ... Das hat uns wirklich sehr mitgenommen, kann ich schon sagen aber es ist ja dann auch besonders schön wenn man helfen kann.
00:19:07: wir haben die Kosten da natürlich übernommen.
00:19:10: also sie helfen bei alltäglichen aber auch bei solchen Sonderposten Ja.
00:19:15: Und eine Sache die ihnen auch total wichtig ist dass dass die Ränder auch miteinander zu tun haben.
00:19:21: Sie sind da auch mittendrin, alle zwei Wochen gibt es Kaffee und Kuchen am Nachmittag.
00:19:28: Da sind sie mit dabei?
00:19:29: Ja, da bin ich dabei!
00:19:30: Wie
00:19:30: geht's Ihnen da Ihrem Austausch mit den anderen zu sein?
00:19:34: Man sieht das viele Leute traurig sind, dass sie aufgegeben haben... Ich bin so eine Powerfrau, ich bin schon immer gute Laune wie die sagen Natur Wie heißt es?
00:19:53: Dass ich immer so lache und so.
00:19:55: Also versuche, dass alles Impositiven, das gewisse Lachen und so weil ich bin alleine aber ich bin nicht einsam und viele sind einsam Und das ist traurig an der Geschichte macht sehr Veranstaltungen.
00:20:14: Wir waren Karlsfeld bei Essen und Fest, jetzt war Friedlingsfest in München mit Essen und Musik.
00:20:23: Also die Leute bliehen richtig auf bei solche Veranstaltung.
00:20:28: Die lachen, man sieht das wie die Strahlen – und das ist das schönste an der Sache!
00:20:34: Warum ist Ihnen das dann so wichtig, dass es im Verein eben auch diese soziale Komponente gibt?
00:20:39: Die haben Sie ja ganz bewusst mit reingenommen.
00:20:42: Diese Veranstaltung gegen Einsamkeit ist ganz, ganz wichtig weil mit der Armut kommt die Isolation.
00:20:51: Wer kein Geld hat kann wenig am Leben teilnehmen Und deswegen war es uns so wichtig zu sagen, wir holen die einfach immer regelmäßig zusammen.
00:21:00: Wir haben alle zwei Wochen den Kaffee klatscht.
00:21:02: Den haben wir in München als auch in Köln.
00:21:05: Wir haben ein Chor gegründet, die Old-Kirchen.
00:21:08: Die singen alle zwei Wochen mit unserem Chorleiter dritten Vorstand
00:21:12: ... Und sie freuen sich jedes Mal!
00:21:12: Ja?
00:21:13: Was dieses Singen alleine eine Stunde mittendrin macht, das ist wirklich der Wahnsinn.
00:21:18: Das befreit die richtig und schön es einfach in dieser Gemeinschaft zu sein, weil die sitzen alle im selben Boot.
00:21:25: Ja, die sind letztendlich alle in derselben Situation.
00:21:28: Sie sind alle von Altersarmut betroffen Und ich finde es immer wahnsinnig schön zu sehen, wie Sie sich auch so Freundschaften gebildet haben.
00:21:35: Wie sie sich gegenseitig unterstützen.
00:21:37: Dann ist der eine mal im Krankenhaus oder am Wochenende gehen Sie zusammenspazieren.
00:21:42: Das ist natürlich wahnsinnigt toll.
00:21:43: Mhm, absolut!
00:21:47: Deutschland ist ja ein Sozialstaat.
00:21:48: Sie haben total lange hier gearbeitet und trotzdem sind Sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
00:21:55: Gibt's da Momente wo Sie sich im Stich gelassen fühlen?
00:21:58: Das war eigentlich
00:22:02: traurig, nicht witten.
00:22:03: Weil Witten bringt mir nichts.
00:22:05: Aber es macht traurigen weil ich musste meine Kinder erziehen Ich musste mitarbeiten weil egal wie viel Überstunde mein Mann gemacht hat dass der drei Tage Druck gearbeitet hat Hat das immer nicht von vorne vom hinten gereicht?
00:22:20: Weil die Kinder brauchen Geld die Schule brauche Kindergarten hat gekostet.
00:22:25: aber man muss durch Und man muss halt lernen, aus allem positiv rauszukommen.
00:22:32: Weil sonst macht das krank und krank kann man sich nicht leisten.
00:22:36: Weil heute Krankheit kostet viel Geld!
00:22:41: Ich hab meinem Iparamide-Nikamente.
00:22:44: jede vierte Jahr kostet mir das Zuzahlung, obwohl ich von Zuzahlungen befreit bin, muss ich trotzdem zahlen... Ja es ist zehn Euro!
00:22:54: Der Geburt bei der Bank Die machen das auch nicht billige.
00:22:58: Das ist auch fifty, sechzig Euro im Jahr und da sind Kleinigkeiten die kommen zusammen.
00:23:05: also muss das alles ausgerechnet dass man nicht in Schulden verfällt?
00:23:09: das ist dann gefährlich.
00:23:11: Könnte die Politik nachjustieren?
00:23:16: Zuzeit die Politik?
00:23:18: Mach mich traurig, weil es wird Respekt gegen Rentner genommen.
00:23:23: Es wird im Medien gegen Rentne, dass sie zu lange leben und dass sie so viel Staat kosten gehetzt.
00:23:30: Das ist nicht schön!
00:23:32: Weil die neue Generation – das ist der Zukunft der Deutschland und die sollen lernen dem Alte, weil die haben Deutschland aufgebaut.
00:23:42: Die haben gute Zeit und das Reichtum für
00:23:46: Deutschland.".
00:23:47: Alles gemacht.
00:23:49: Und heute werden die dafür verantwortlich, dass sie lange leben?
00:23:54: Dass Sie die Klimaschutz kaputtgemacht haben.
00:23:58: Entschuldigen Sie ist das nicht traurig?
00:24:00: Also das heißt Ihnen fehlt da irgendwie ein differenzierter Auseinandersetzung damit und bisschen mehr Respekt.
00:24:06: Ich glaube das kann man so auch... Wie sehen Sie das denn?
00:24:11: Ja, ich bin momentan tatsächlich etwas geschockt in welche Richtung das geht.
00:24:16: Für mich ist es eher Rückschritt als Fortschritt weil wenn ich lese dass jetzt an den Pflegekosten sollen steigen die Gesundheitskosten soll steigen wie soll das denn jemand machen?
00:24:27: ja der sowieso jeden Cent umdreht?
00:24:29: also wir können nicht da bei den Schwächsten wirklich sparen und und das ist momentan aber was diskutiert wird Der völlig falsche Weg, das geht nicht.
00:24:40: Sondern da muss eine ganz andere Reform her und ich finde wir dürfen auch nicht jung gegen Alt spalten!
00:24:46: Ja, also die Jungen haben genauso ein Anrecht darauf, dass sie später irgendwie gut leben können.
00:24:51: Genauso wie die Alten jetzt, wie die Rentner jetzt, die schon letztendlich ihr Arbeitsleben hinter sich haben und für den Wohlstand gesorgt haben.
00:24:58: Was müsste sich konkret in Deutschland ändern damit es Vereine wie Ihren vielleicht irgendwann nicht mehr braucht?
00:25:04: Die Rente muss um Leben reichen.
00:25:06: Sprich wer vierzig fünf, vierzig Jahre in die Rente einzahlt, muss einfach leben können.
00:25:11: ja, muss ich die Medikamente kaufen können, muss genug zu essen haben auch nicht zum Beispiel zu Tafel gehen müssen.
00:25:19: Es muss im Medikamentenbereich, im Gesundheits-, im Pflegebereich einfach aufgestockt werden.
00:25:24: Das muss einfach reichen damit die Senioren in Würde altern können.
00:25:29: Kann man in Würden altern wenn man jeden Zentrum drehen muss?
00:25:32: Nein!
00:25:32: Es heißt ja immer die Würde des Menschen ist unantastbar.
00:25:35: ich glaube wir können an jeden Tag wirklich belegen dass es nicht so ist.
00:25:40: Frau Goldbach was würden Sie sich denn wünschen für sich selbst und für alle, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie gerade.
00:25:47: Ich wünsche, dass das Alter respektiert wird, dass dem Leute, die so lange gearbeitet haben bis er abends des Lebenabend angenehm veranstaltet wird und dass man alle gesund bleiben kann, weil Gesundheit kann man sich nicht kaufen.
00:26:06: Das wünsche ich Ihnen auch.
00:26:07: ganz herzlichen Dank an Sie beide fürs Dasein.
00:26:09: Danke Frau Goldbach, danke Frau Pisting!
00:26:11: Übrigens Alphand Omega der Podcast ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistüme Rottenburg-Stuttgart und Freiburg sowie des evangelischen Medienhauses Stuttgart.
00:26:22: Zu sehen sind die Sendungen auf den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg, auf BibelTV und YouTube.
00:26:29: Weitere Infos findest du auf kirchenfernsehen.de und auf redaktionminuskip.de.
00:26:33: Wenn Du Fragen wünsche oder Feedback hast schreib uns gerne an.
00:26:38: info at kirchenfernseen.de.
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