#258 Jasmin Fuchs: Schlaganfall mit 18

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Jasmin Fuchs, die mit 18 Jahren einen Schlaganfall hatte.

Die junge Studentin Jasmin Fuchs sitzt in ihrer WG-Küche, als sie auf einmal starke Kopfschmerzen auf der rechten Seite verspürt. Ihr fällt das Sprechen schwer, sie kann ihre linke Körperhälfte nicht mehr bewegen und rutscht vom Sofa. Im Krankenhaus folgt die Schock-Diagnose: Schlaganfall! Jasmin Fuchs ist gerade mal 18 Jahre alt.

Wie sie diesen Abend erlebt hat, wie sie sich seitdem zurück ins Leben kämpft und was ihr Halt gibt, darüber spricht sie mit Moderatorin Juliane Eberwein bei "Alpha & Omega".

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Transkript anzeigen

00:00:00: Sie hat plötzlich stechende Kopfschmerzen, das Sprechen fällt ihr schwer und sie kann ihre linke Körperhälfte nicht mehr bewegen.

00:00:07: Jasmin Fuchs hat einen Schlaganfall mit zu der Zeit gerade mal achtzehn Jahren wie sie damit umgegangen ist und sich zurück ins Leben gekämpft hat.

00:00:16: darum geht es jetzt bei Alphand Omega.

00:00:18: ich bin Juliane Eberwein.

00:00:19: schön dass Sie dabei sind und herzlich willkommen Jasmin fuchs!

00:00:22: Jasmin wichtigste Frage zuerst Wie geht's dir heute?

00:00:25: Gut gut gehts mir.

00:00:27: Wie anstrengend ist für dich so ein Tag mit einer langen Reise heute, was würdest du sagen?

00:00:35: Auch im Gegensatz zu vor dem Schlaganfall.

00:00:37: Auf jeden Fall anstrender geworden aber immer noch machbar bzw wieder machbar.

00:00:42: Das war ein langer Weg dahin, dass es wieder machbar

00:00:44: ist.

00:00:45: Auf jeden Fall!

00:00:46: Lass uns mal zu dem Tag zurückgehen der dein Leben komplett verändert hat.

00:00:50: Zu diesem Moment das ist inzwischen fünf Jahre her.

00:00:53: du warst damals achtzehn hast gerade angefangen zu studieren und sitzt in deiner WG in der Küche was dann passiert?

00:01:03: Genau das war einem langen tag am Abend wo ich mich auf Prüfung vorbereitet habe.

00:01:08: Es war mein erstes Semester und da standen bald Klausuren an Und ich war mit meiner Mitbewohnerin zusammen in der Küche und wir haben uns eine Pizza gemacht.

00:01:15: Dann haben wir uns halt unterhalten, und sie hat plötzlich gemerkt, dass mir das Sprechen nicht mehr so leicht fällt... ...und dann hatte ich ziemlich schnell starke Kopfschmerzen.

00:01:23: Daraufhin war die linke Körperhälfte gelehmt.

00:01:26: Sodass ich von dem Sofa auf dem ich saß runtergerutscht bin... ...dann da eben am Küchenboden lag und wir erst mal beide nicht wussten was macht man jetzt?

00:01:34: Was ist das hier?

00:01:35: Wie ernst ist das?

00:01:38: Das ist ne Situation, was habt ihr dann gemacht?

00:01:42: Beziehungsweise, was dachtest du am Anfang, was das ist.

00:01:45: Ich dachte es geht bestimmt schnell wieder vorbei.

00:01:47: ich bin nur erschöpft war halt ein langer Tag passt schon wieder aber hat da nicht gepasst.

00:01:51: wir haben deinen Rettungswagen gerufen und da war dann relativ schnell klar es ist ernst die nehmen mich mit ins Krankenhaus.

00:02:00: Wahnsinn Wie schnell war deiner Mitbewohnerin?

00:02:04: Klar, was da gerade passiert.

00:02:06: Hat die's gecheckt?

00:02:07: Wir haben es beide nicht gechecked.

00:02:08: Wir rufen erst mal ihre Mutter an und die hat dann gesagt, ruft mal lieber einen Krankenwagen an ... Was

00:02:13: war denn die Vermutung von der Mutter?

00:02:16: Da

00:02:17: kann ich mich gar nicht daran erinnern, ob die irgendwas gesagt hätte.

00:02:20: Die meinte auch erst mal, sie ist sich unsicher aus der Ferne, was soll man da groß an Diagnosen stellen?

00:02:26: Da ist man eher vorsichtig... Genau, und meinte dann am Ende naja lieber zur Sicherheit meinen Rettungswagen.

00:02:32: Und das stellt sich ja ist die richtige Entscheidung heraus?

00:02:35: Ja absolut!

00:02:38: Du hast erzählt dass du während ihr auf diesen Rettungswagen gewartet habt wolltest du Akkordion spielen.

00:02:45: Das ist ein bisschen schwer vorstellbar für mich.

00:02:47: wie kam es so auf die Idee dass genau in dem Moment Akkordeon spielen eine gute Idee wäre?

00:02:51: Um das zu verstehen muss man wissen dass ich vorher jahrelanger Kottenunterricht hatte und das war so meine große Leidenschaft.

00:02:58: Und dann hab ich halt gedacht, naja wenn das noch geht.

00:03:00: Dann ist die Welt nach in Ordnung so, dann passt es noch.

00:03:03: und dann habe ich da meine Mitbewohnerin gesagt dass sie mir das Akutten bringen sollen, dann haben wir da eben probiert ob's noch geht.

00:03:08: und Es ist halt so bei einem Akuttern hat man in der Mitte den Bike und wenn der Luft reinströmt, dann kommen Töne raus.

00:03:16: Aber um dafür zu sorgen, dass da Luft rein strömt muss man mit der linken Hand den Bike aufziehen.

00:03:21: Dadurch dass bei mir die linke Hand gelehmt war, hat das nicht funktioniert.

00:03:24: aber der Bike ist quasi aufgefallen, mehr oder weniger.

00:03:27: Weil dieser Konditionär ein Gewicht hat und dann kann man trotzdem was spielen wenn der Ball von alleine aufgeht durch die Schwerkraft aber geht halt nicht wieder zu.

00:03:34: und da habe ich dann in dem Moment gemerkt ah nee ich glaube es ist ernst weil wenn ich nach einer Kundin spielen könnte dann wäre ja noch in Ordnung.

00:03:40: aber hier geht's gerade irgendwie nicht

00:03:43: weiter.

00:03:43: Das ist auf jeden Fall eine interessante Art und Weise Die Ernsthaftigkeit einer Situation zu beurteilen, wenn ich noch Akkordeon spielen kann ist noch in Ordnung.

00:03:51: Was hat denn deine Mitbewohnerin gesagt?

00:03:53: In dem Moment hast du gesagt, das geht's nicht so gut aber hol mir mal meinen Akkordion!

00:03:57: Ich glaube wir waren beide einfach wahnsinnig irritiert und haben da gar nicht so viel Trüme nachgedacht ob das jetzt rational eine schlaue Entscheidung war... Und die kannte mich halt gut, die wusste dass wenn ich das haben will dann bringt sie mir das halt.

00:04:11: Dann bist Du mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gekommen.

00:04:15: wie ist es dann weitergegangen?

00:04:17: Genau.

00:04:17: Das war dann mitten in der Nacht und da wurden erst mal einige Untersuchungen gemacht, also ein CT MRT um eben rauszufinden was die Ursache für die Lebenserscheinung sind und dann wurde mir mitgeteilt dass es sich um Schlaganfall handelt.

00:04:31: Und dann denkt man wenn man gerade achtzehn ist ein Diagnose-Schlaganfall... Was?

00:04:36: Genau!

00:04:36: Da denkt man eigentlich für Achtzigjährige nicht.

00:04:38: für mich aber war halt so

00:04:43: Was ging dir nach dem Gedanke?

00:04:45: Moment mal, das ist eigentlich für Achtzigjährige.

00:04:48: Was war der zweite Gedankel?

00:04:49: Gab's einen?

00:04:50: Ja die wollten dann meine Eltern anrufen um denen mitzuteilen was Sache ist und hab ich gesagt im Moment mal die schlafen dochs doch quatsch warte doch bis morgens um sechs wenn sie e-wach sind da könnte den doch das mitteilen.

00:05:02: Und haben Sie das gemacht?

00:05:03: oder haben Sie die angerufen?

00:05:04: Nein Also die haben dann morgens zum sechster angerufen.

00:05:07: Wow!

00:05:08: Das heißt du hast die ganze Nacht dann alleine im Krankenhaus.

00:05:10: oder ist deine Freundin da geblieben?

00:05:12: Die durfte nicht mitkommen.

00:05:13: Das war auch gerade zu Corona, da waren die Regeln sowieso noch mal strenger.

00:05:17: Genau!

00:05:18: Was geht einem in so einer Nacht durch den Kopf?

00:05:22: Wenn man allein im Krankenhaus liegt... Man weiß, man kann nicht mehr Akkordion spielen und nicht mehr richtig sprechen.

00:05:28: Die eine Seite ist gelähmt.

00:05:30: Ich kann mir vorstellen ich hätte ziemlich Angst.

00:05:33: Ich glaube, ich war an dem Moment so erschöpft dass gar nicht so viel gedacht habe sondern froh war das ich endlich ein bisschen schlafen konnte Weil so eine Krankenhausaufnahme ist ja sehr viel mit Aufregung und da passiert ganz viel.

00:05:43: Und dann die Untersuchungen und das noch, hier sind überall Leute und die Zuppeln an einem rum.

00:05:47: Da ist man froh, wenn man mal seine Ruhe hat und klafen kann.

00:05:51: Jetzt hört man Schlaganfall ... Das hört man ja öfter Jahr der oder die hatte einen Schlaganfalls.

00:05:56: Ich glaube aber vielen ist nicht so richtig bewusst was da im Gehirn passiert.

00:06:00: Kannst du es uns erklären?

00:06:02: Es gibt verschiedene Arten von Schlaganfällen, was typischerweise passiert.

00:06:05: Warum man auch öfter denkt, dass es eher eine Diagnose für ältere ist?

00:06:09: Ist das eben?

00:06:09: ein Trombus entsteht, also ein Blutgerinsel, was in Blutgefäß im Gehirn verstopft.

00:06:14: In meinem Fall war das aber ein bisschen anders.

00:06:16: Bei mir ist ein Gefäß geplatzt, also gab quasi ne Hornblutung und dies bei mir ausgelöst worden dadurch, dass ich eine angeborene Fehlbildung hatte.

00:06:25: Das nennt sich Arteriovenöse-Malformationen da geht nach Arterie und Nevene direkt ineinander über Und das hat quasi für einen Kurzschluss gesorgt, also dass diese Fehlbildung ist geplatzt und das Blut was ins Gehirn geflossen ist.

00:06:37: Das hat quasi die Ausfallerscheinungen gesorgt.

00:06:40: Das heißt es hast du genetisch mitbekommen?

00:06:45: Genau dann sind halt auch die Behandlungen ganz anders weil bei einem Trombus würde man dann Flutverrottöne geben bzw.

00:06:51: eben anders behandelt als wenn etwas geplatzten ist.

00:06:53: da muss man ja natürlich eher dafür sorgen dass das Fee wieder geschlossen wird

00:06:58: Als jetzt morgens um sechs deine Eltern Bescheid bekommen haben und dann vermutlich ins Krankenhaus irgendwann kommen durften?

00:07:05: Nein, leider nicht.

00:07:07: Auch wegen Corona durften niemanden kommen.

00:07:09: Da gab es leider auch gar keine Ausnahmen.

00:07:11: Und du hast mit ihnen aber in irgendeiner Weise gesprochen ...

00:07:15: Genau ich hatte dann erst mal auch telefonisch noch einmal mit denen Kontakt gehabt.

00:07:20: Was ging denn da schon wieder?

00:07:23: Ich konnte widersprechen.

00:07:24: also das sprechen ging ziemlich schnell wieder Das ging direkt auch im Rettungswagen wieder, aber eben die linke Körperhälfte war komplett gelehmt.

00:07:32: Das heißt ich lag eigentlich den ganzen Tag im Bett.

00:07:35: Wann wird einem denn dann so klar okay das geht jetzt vielleicht auch nicht in den nächsten zehn Minuten weg?

00:07:41: Also wann checkt man das?

00:07:43: Also, ich hab's glaube nicht so schnell gecheckt.

00:07:45: Ich hab tatsächlich gedacht es wird schon wieder weil meine Idee war... ...ich bin jetzt hier in medizinischer Behandlung bei Menschen die wissen was zu tun ist.. ..Ich bin krank also brauche ich jetzt Hilfe!

00:07:54: Ich bekomme hier die Hilfe also werde ich wieder gesund.

00:07:56: Es war der ganze Zeit meiner Erwartung dass diese Leute mich fort wieder auf die Beine kriegen.

00:08:02: Und haben diese Leute dir dann irgendwann gesagt ne so läufts nicht?

00:08:06: Man hat ja schon gemerkt nach dieser ersten Nacht wurde ich ein anderes Krankenhaus verlegt Und da hatte ich dann, war ich für eine Woche und da hatte auch Physiotherapie.

00:08:15: Da hat man schon langsam gemerkt so... Ich kann zwar in der Physiotherapie aufstehen aber mit dem Laufen das ist so schwer und so unmöglich gerade einfach nur zu stehen, da es laufen gar nicht mehr in Sicht weiter.

00:08:28: Also da merkt man dann schon, aber so richtig verstanden habe ich das erst als dann in der Reha war und der Chef hat es dort gesagt.

00:08:33: Naja erstmal zwei Wochen Intensivstationen und dann so ein bis zwei Monate noch auf Normalstation.

00:08:39: Da war für mich dann schon klar okay das ist jetzt nicht eine schnelle Nummer wo man einfach mal paar Tage auskuriert.

00:08:46: Wie ging's dir mit dem Gedanke?

00:08:48: Feuchtbar!

00:08:50: Ich war richtig gefrustriert, muss ich sagen.

00:08:52: In dem Moment ... Also das gehört halt bei ... Ich wollte mein Studium unbedingt fortsetzen.

00:08:55: Ich hatte dort gerade in den ersten halben Jahren neue Freundschaften geschlossen.

00:09:00: Anschluss gefunden an andere Studierende.

00:09:02: Ich habe überhaupt keine Lust auf irgendwelche Reha-Maßnahmen und alles was da anstand.

00:09:08: Was absolut verständlich ist!

00:09:10: Man hat ja eine OP gemacht, ne?

00:09:12: Was wurde da genau gemacht?

00:09:14: Genau also da wurde ein Katheter durch die Leiste eingeführt Und dann ein Embolisat gespritzt.

00:09:18: Das ist eine Flüssigkeit, die quasi diese Gefäße wieder verklebt hat so dass quasi die Blutung erst mal gestoppt

00:09:24: wurde.

00:09:26: Okay und dann bist du in einer anderen Klinik gekommen beziehungsweise auch in die Riha gefahren.

00:09:35: Kannst du dich erinnern was deine größte Sorge war zu der Zeit?

00:09:38: Dass ich nicht studieren kann?

00:09:42: Das Studium hat mir sehr große Freude bereitet.

00:09:44: Schon nach dem ersten Semester wusste ich, was ich unbedingt machen will und dann zu wissen jetzt geht es ja nicht weiter.

00:09:51: Es standen eigentlich eine Woche später also an dem Tag wo ich in die Reha-Klinik gekommen bin, stand der erste Klausur an und ich wollte die unbedingt mitschreiben.

00:09:58: Es war für mich nicht auszudenken dass ich hier hinterher hänge und das nicht möglich ist.

00:10:02: Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht wie das ist wenn man Prüfungen verschieben will und dass das eigentlich gar nicht so kompliziert ist sondern machbar gerade mit solchen Begründung wie meiner

00:10:10: Ja, das sind auch Sachen die will man eigentlich auch nicht lernen.

00:10:13: Aber das ging ja dann in deinem Fall gar nicht anders.

00:10:17: Du bist dann in die Reha gekommen.

00:10:19: mit welchem Gefühl bist du da hingefahren?

00:10:22: Also ursprünglich dachte ich dass eine Reha drei Wochen dauert weil das hatte schon ein paar mal gehört.

00:10:26: Das

00:10:26: hört man das.

00:10:27: Gehst den Kurd, drei Wochen...

00:10:29: So.

00:10:29: und dann komme ich dahin und der Chef hat gesagt naja so einem bis zwei Monate werden sie jetzt hier schon bleiben.

00:10:34: und er dachte erst mal auf gar keinen Fall!

00:10:36: Ich will doch sofort wieder zurück.

00:10:38: Das ist schon erst mal hart gewesen, das so zu realisieren und zu merken.

00:10:43: Kannst du mir beschreiben wie ging es dir den körperlich als du mit der Reha angefangen hast?

00:10:48: Ich lag im Bett ich konnte die linke Körperäfte komplett nicht bewegen also den Arm nicht das Bein nicht.

00:10:53: Ich konnte nicht mehr sitzen Und hatte auch eine Sensibilitätsstörung.

00:10:58: das bedeutet ich habe auch gar nicht wahrgenommen wo sich mein Arm und meinen Bein befinden bzw dass sie zu mir gehören.

00:11:05: Das musst du mir erklären.

00:11:07: Wie stelle ich mir das vor?

00:11:09: Also man hat einfach kein Gefühl dafür, dass dieses Körperteil zu einem gehört.

00:11:13: Und dadurch das man quasi nicht weiß wo es ist fühlt sich so an als wäre es nicht das eigene.

00:11:19: Hast du das jetzt wieder gelernt?

00:11:20: Also trainiert man sich das wieder an, dass man weiß okay das ist mein Arm und ich kann den Sohn so ansteuern

00:11:26: Das kann man zum Teil lernen.

00:11:27: ja das hat bei mir auch ganz gut funktioniert.

00:11:29: aber ich habe zum Beispiel immer noch eine Oberflächensensibilitätsstörung.

00:11:32: das heißt die Gefühlen sich für mich immer noch ganz anders an.

00:11:38: Kannst du mir beschreiben, wie ging es dir seelisch als du in die Reha gefahren bist?

00:11:42: Das körperliche ist ja das eine.

00:11:43: Aber ich kann mir vorstellen, einem geht wahnsinnig viel im Kopf rum.

00:11:47: Also ich war erstmal wahnsinn nicht traurig darüber dass sich jetzt wusste, dass ich eben lange Zeit und nicht dort sein kann wo ich sein wollte nämlich in meinem Studium wohne heim mit den Leuten Und das war schon auch erst mal hart aber letztendlich muss man sich irgendwie damit abfinden Denkt dann sowieso erst mal von Tag zu Tag und muss erstmal herausfinden, wie funktioniert die Reha hier?

00:12:05: Wer sind nette Leute.

00:12:07: Wie komme ich hier zurecht?

00:12:08: was erwartet mich hier?

00:12:09: also da passiert so viel der hat man gar nicht unbedingt die Zeit darüber nachzukröbeln.

00:12:13: Wie funktionierte denn dann die Rehar in deinem Fall?

00:12:16: das wurde da gemacht.

00:12:17: Genau.

00:12:17: zu allererst habe ich ein Rollstuhl bekommen Das bedeutet Ich sollte erstmal da sitzen lernen.

00:12:23: das war für mich eine ziemliche Challenge hab beim ersten tag zwei Stunden in diesem rollstuhel gesessen Und danach war ich so müde dass ich zwei stunden schlafen musste einfach weil es körperlich so anstrengend war.

00:12:33: Genau, und dann kriegt man den Therapieplan, den man quasi regelmäßig abarbeiten muss.

00:12:38: Dadurch dass immer noch Corona war zu der Zeit, war's so, dass man die ersten Tage in Isolation verbrannt hat also nur im Zimmer war und dann die Therapeuten aufs Zimmer gekommen sind und da ein bisschen Übung mit einem gemacht haben.

00:12:48: Und dann ist später in die normalen Therapieräume gekommen und dann eben auch mehr Programm hatte.

00:12:53: Weil solche Sachen wie Sporttherapie, das geht halt nicht im Zimmer sondern an den Geräten wo sie halt sind.

00:12:58: Ja ja was musstest du in der Reha denn alles wieder lernen?

00:13:03: Genau also dadurch dass ich halt linkes Arm und links Bein nicht bewegen konnte habe ich letztlich gelernt die wieder anzusteuern Die zu bewegen die wieder wahrzunehmen.

00:13:12: genau.

00:13:13: Und dann hat er damit verbunden dass sich halt wieder gelernt habt zu laufen dass ich wieder gelernt hab Sachen zu greifen Sachen zu tragen.

00:13:20: Wie hat sich das denn angefühlt?

00:13:22: Ich stelle mir das richtig krass vor, wenn du an dem einen Tag noch alles kannst und irgendwie am nächsten Tag kannst du dir nicht selber das T-Shirt anziehen.

00:13:32: Ja frustrierend fühlt sich das an!

00:13:35: Aber man also ich habe vieles nicht sofort gecheckt.

00:13:37: Ich hab' nicht sofort gemerkt dass es jetzt so ist sondern ich war auch in so einem Übergangsmodus sage ich mal, daß ich die ganze Zeit gedacht habe sie wird schon gleich wieder

00:13:47: Klar, verstehe ich.

00:13:47: Es kann ja nicht sein dass ich das nicht kann.

00:13:49: Das sind ja so ganz normale Sachen die kann ich ja schon immer als ob ich mir nicht ein Brötchen schmieren kann?

00:13:53: Ja

00:13:54: klar und es stand dann aber auch mal im Raum dass du eventuell für ihm am Rollstuhl sitzt.

00:14:02: was ging dir dafür Gedanken durch den Kopf?

00:14:05: Also es hat sich nie jemand zu das konkret ausgesprochen aber es wurde sich immer sehr bedeckt gehalten und quasi eher das schlechtere Szenario ausgemalt, als dass gesagt wurde.

00:14:15: Also können Sie sich auf jeden Fall Hoffnung machen weil hier geht es weiter sondern es wurde immer sehr vorsichtig nur angedeutet.

00:14:20: und dann eben natürlich auch die Frage ob ich überhaupt jemals wieder laufen kann.

00:14:25: aber das war für mich keine Option.

00:14:26: für mich war klar Ich bin jetzt hier Und wenn ich jetzt hier sogar noch mehr ist drei Wochen Reha mache Dann werde ich auch wieder laufen lernen.

00:14:32: Wie lange warst du denn dann insgesamt in Reha?

00:14:34: Genau in der ersten Rehe war ich fünf Monate.

00:14:37: also ich war insgesamt vier mal zur Reha.

00:14:39: Die erste Intensive waren fünf Monate.

00:14:42: Fünf Monate Reha während der Corona-Zeit, das wurden beschrieben, deine Eltern durften dich nicht im Krankenhaus besuchen?

00:14:49: Wie konnten die dich denn dann während der Rehazeit unterstützen?

00:14:52: Genau da gab es dann schon Möglichkeiten zum Besuch und die waren zweimal in der Woche für zwei Stunden da.

00:14:58: Genau das heißt da war's dann schon ein bisschen lockerer Das war auch sehr angenehmer so.

00:15:02: Da habe ich mich sehr darüber gefreut dass das dann möglich war.

00:15:05: Ja, braucht man ja auch da einfach die Unterstützung von Familie und Freunden.

00:15:10: Wie waren denn sonst so ... Die Leute in der Reha.

00:15:13: gab es da besonders schöne Begegnungen an die du dich gerne erinnerst?

00:15:18: Auf jeden Fall, also da gab es einiges an schönen Begegnungen.

00:15:21: Zum einen mit Patienten, dass man irgendwie Leute gefunden hat die zum Beispiel im gleichen Alter waren und die ähnliche Fragen und Schwierigkeiten einfach mitgebracht haben und man sich darüber ausgetauscht hat oder sich über die Fortschritte miteinander gefreutert als während der Eignin.

00:15:33: Also das sind ganz viele besondere Begegnungen entstanden.

00:15:36: aber auch mit dem Personal hatte ich super schöne Begegenung.

00:15:38: wo ich sage, da bin ich echt dankbar dafür was Leute dort für einen tollen Job machen muss ich echt sagen

00:15:43: Gibt's so eine oder zwei, an die du dich besonders erinnerst?

00:15:46: Wo du sagst, Mensch, das ist irgendwie ein richtig cooler Moment.

00:15:51: Also ich hatte auf der Intensivstation in der Reha-Klinik ... da hatte ich ne Schwester kennengelernt und ich hab halt dadurch, dass ich evangelische Religions- und Gemeindepädagogie studiert habe, so schnell den Zugang zu Leuten, dass man über einen Glauben redet weil Leute, wenn sie fragen lassen, was machst du eigentlich, wenn du nicht in der Reihe bist dann schnell darauf kommen, dass sich das Studierende beziehungsweise immer darüber ins Gespräch kommt Und ich habe zum Teil auch christliche Bücher dann gelesen werden, in der Reha war und da hat sich mein Gespräch mit einer Schwester drüber ergeben die dann gefragt hat ob sie sich das Buch mal ausleihen kann.

00:16:22: In dem Buch ging es unter anderem auch darum wie Christen für einander gebetet haben und auch für Heilungen gebetete haben.

00:16:27: Dann hat sie daraufhin angefangen für mich für Heilung zu beten und das hat mich extrem krass berührt dass jemand der eigentlich nicht so viel mit einem Glauben anfangen kann sich erstens dieses Buch ausleiht, sich dafür interessiert und dann nicht nur irgendwas betet sondern für mich betet.

00:16:41: Und meine Heilung das fand ich schon sehr bewegend.

00:16:44: Voll voll!

00:16:45: Und waren es auch solche Begegnungen die dich motiviert haben immer weiter

00:16:50: zu machen?

00:16:51: Auf jeden Fall also zu wissen dass Leute für mich bieten hat mich generell sehr motiviert.

00:16:56: aber das war schon nochmal ein sehr besonderer Moment.

00:16:59: Wie hast du dich denn sonst selber motiviert als?

00:17:01: ich kann mir vorstellen für fünf Monate Reha braucht man Ganz schön viel Motivation.

00:17:06: Was waren dann so die Sachen, die du dir selber zugesprochen hast?

00:17:10: Oder hattest du Rituale?

00:17:11: Wie hast du das gemacht, das durchzustehen?

00:17:13: und ja auch... Ich finde, du strahlst so eine Kraft aus und so eine Hoffnung aus, dass mit dieser Haltung auch durchzustehend.

00:17:22: Ich sag mal, die negativen Optionen ist ja alles bleibt so wie es ist.

00:17:26: Und das war für mich völlig klar!

00:17:27: Ich will nicht im Rollstuhl bleiben, ich will nicht behindert bleiben.

00:17:30: So bis jetzt reicht's mir einfach nicht.

00:17:34: die Grundlinie zu sagen, so hier wie es jetzt ist, ist es doof.

00:17:37: Das geht nicht.

00:17:38: und das andere, dass Positivache ist erst mal von einem Tag zum nächsten zu denken kleine Fortschritte sehen zu lernen die würdigen zu lernen zu wissen ich mache das ja alles damit ich wieder studieren kann damit ich irgendwann meine pädagogin sein kann.

00:17:53: also soll ich sagen haben mich sehr motiviert und letztendlich auch der Kontakt mit anderen Patienten sich dagegen seitig zu motivieren.

00:18:01: Wie ging es mit dem Studium weiter?

00:18:04: Du hast immer wieder das Studium angesprochen.

00:18:07: Wie hast du das weitergemacht?

00:18:09: Dadurch, dass Corona war, gibt auch ein paar Vorteile davon, war online näher und dadurch konnte ich teilweise an den Sachen teilnehmen also an die Lehrveranstaltungen und teilweise mir die selber nacharbeiten.

00:18:20: Das heißt, ich habe dann in der Reha-Zeit ziemlich viel studiert und konnte dann am Ende von meinem zweiten Semester die Prüfung nachholen, die vom ersten offen waren.

00:18:28: Und auch die fürs zweite anstanden und bin mit allen anderen ins dritte Semester gestartet.

00:18:33: Was für ein Geschenk oder?

00:18:35: Also das ist halt ja richtig cool, dass das so geklappt hat!

00:18:37: Es war auch viel Arbeit aber... Ja,

00:18:38: das

00:18:39: glaube ich.

00:18:40: Ich habe mich sehr gefreut, dass es so möglich war.

00:18:42: Man muss sagen, es war auch viele entgegenkommene Hochschule.

00:18:45: Da bin ich echt dankbar dafür.

00:18:47: Du machst ja jetzt gerade noch den Master in Erwachsenenbildung, dann begleitest du nebenher noch Kirchenfreizeiten.

00:18:54: Also du flehst wieder voll drin im Leben?

00:18:56: Wie schaffst du das grade

00:18:57: alles?".

00:18:59: Zum Einen ich habe einfach eine große Begeisterung für die Dinge, die ich mache.

00:19:02: also der Studium macht mir wahnsinnig viel Spaß!

00:19:04: Ich hab' eine große Freude daran auf Freizeiten mitzufahren mich einfach kürzlich zu engagieren und da kommt letztlich die Energie her dass ich weiß...die Dinge sind einfach selber energiegebend.

00:19:17: Aber natürlich kommen auch Sachen dazu, dass man manchmal unmotiviert ist.

00:19:20: Dass man sich darüber ärgert und an bestimmten Programmpunkten nicht so mitmachen kann wie man gerne würde wegen körperlichen Einschränkungen.

00:19:27: Was sind das für Programmpunkte, die du da gerade denkst?

00:19:31: Wenn man auf Freizeitzen, wenn man eine Wanderung macht, das ist für mich einfach herausfordernd.

00:19:34: Wenn man da drei, vier Stunden irgendwo hinläuft, dann bin ich aktuell nicht zu in der Lage vor allem nicht in dem Tempo, wie normalerweise solche Wanderungen dann stattfinden.

00:19:43: Wo merkst du das im Alltag, dass du eingeschränkt bist aktuell noch?

00:19:48: Also ich hab ein ...

00:19:49: Ja.

00:19:50: Ich habe an sich eine Gehbehinderung, die mich einschränkt.

00:19:52: Darin gehen, dass ich nicht so schnell laufen kann oder weitlaufen kann und dass halt die Hand noch eingeschrängert ist, dass es bestimmte Sachen einfach noch nicht machen kann.

00:20:01: Dass ich nicht schwere Dinge tragen kann, manchmal wenn ich Dinge in der Hand hab und dann nicht hinschaue und sie eine ganze Weile in der hand hat, vergesse, und dann fallen sie mir runter.

00:20:12: Genau!

00:20:14: Oder Kordion spielen klappt auch noch nicht, gell?

00:20:16: Ja ich bin dabei das wieder zu lernen bzw.

00:20:18: war jetzt auch im Februar auf einer Freizeit wo ich das wieder in der Band gemacht habe.

00:20:24: und dadurch dass wenn man es in der band macht kann man das quasi auch ein bisschen ausgleichen dass man nicht alles an dem Instrument spielen kann weil es gibt ja Tasten und Knöpfe und normalerweise spielt man ja beides.

00:20:33: aber wenn in der bänd schon noch einen Passist vorhanden ist, dann braucht man nicht unbedingt die Knöpfe.

00:20:38: Und dann macht das trotzdem sehr viel Spaß und ich kann zumindest in so weit akkordet spielen als dass sich halt den Bike wieder auf und zu machen können.

00:20:45: Wieviel Arbeit liegt da noch vor dir?

00:20:46: Was glaubst du?

00:20:48: Leider ziemlich viel.

00:20:50: Also weil die Vorträder was Sensibilität und Feinwürttorchik angehen, die sind frustrierend klein.

00:20:57: Aber das wäre schon das Ziel oder?

00:20:59: Unbedingt!

00:20:59: Dass es irgendwann wieder geht.

00:21:03: Aber noch lerne ich ganz Krobe Formen erst mal wieder wahrzunehmen.

00:21:07: Wenn ich einen Würfel in der Hand habe, zu wissen das ist ein Würfel und nicht eine Kugel?

00:21:13: Da drücke ich die Daumen, dass das auch ganz bald wieder klappt.

00:21:17: Danke!

00:21:18: Du hast immer wieder deinen Glauben angesprochen und du hast jetzt auch ein Buch geschrieben über was dir passiert ist über dein Schlaganfall Und ich finde den Titel tatsächlich ziemlich bemerkenswert.

00:21:29: Der Titel heißt Kurzschluss im Kopf Wie Gott mir meinen Schlaganfallschengte.

00:21:36: Ich finde das ein bisschen provokant.

00:21:37: Wie meinst du, dass Gott dir den Schlaganfall geschenkt hat?

00:21:42: Ich meine es tatsächlich gar nicht als Provokation und ich meine es vor allem als Einladung sich auf diesen Gedanken mal einzulassen Das schreibe ich auch direkt in meinem Vorwort, dass es eben nicht darum geht Leute zu provozieren sondern zum Nachdenken anzuregen.

00:21:55: Wie kommst du für dich auf die Aussage, dass du das jetzt im nachhinein oder beim Schreiben Geschenk bewerten kann.

00:22:04: Ich glaube, dass viele erst mal sagen, man hat einen Moment aber sie muss total viel lernen und Reha das Leben ist ja anders geworden die Einschränkung sind nach wie vor da.

00:22:14: Was lässt sich sagen?

00:22:16: Das ist ein geschenk

00:22:17: auf der einen seite.

00:22:18: ich kann diese position total nachvollziehen.

00:22:20: so ich habe schlimme dinge erlebt ich hab viel leid dadurch erfahren und es war schwer Und das will ich auch gar nicht klein reden.

00:22:26: Aber ich will die zweite perspektive mit diesem buch dazu stellen nun mal zu fragen Was gibt es eigentlich alles Schöne daran?

00:22:32: Weil ich habe so viele coole Begegnungen mit Patienten gehabt, mit Schwestern.

00:22:35: Dass solche Sachen passiert sind wie das jemand anfängt für mich zu beten weil er sich ein christliches Buch von mir ausgeliehen hat.

00:22:41: Das ich erleben durfte dass Gott Wunder an mir tut.

00:22:43: Dass er nicht nur früher in der Bibel irgendwas an anderen Menschen getan hat sondern dass er das heute noch tut und dass er dich nicht nur an anderen tut sondern an mir.

00:22:50: Das hat mich so krass im Glauben vorangebracht.

00:22:53: also da sind so viel Sachen basiert für Dich einfach unglaublich dankbar bin die ich dadurch lernen durfte, die Ich dadurch erleben Durfte wo ich als zweite Perspektive mal nicht nur dazustellen will zu fragen, warum musste ich alles erleiden?

00:23:04: Sondern warum bin ich würdig, all das zu erleben.

00:23:08: Aber gab es die Frage, warum muss ich das erleiden und wie oft gabs sie?

00:23:13: Die gab's durchaus aber nicht weil ich sie mir gestellt hab sondern eher bei mir... Weil die an mich herangetragen wurde.

00:23:19: ganz am Anfang wurde in der Musiktherapie an mich getragen.

00:23:22: da hat die Therapeutin mich das gefragt Wie kann das denn sein?

00:23:25: Und die hat es aus einem eigenen Schmerz gestellt, weil die selber mein Schlaganfall hatte da noch nicht am Ende ihrer Verarbeitung von diesem Erlebnis war.

00:23:33: Und sich dann eben auch gefragt hat, wie kann das sein dass mir das passiert?

00:23:35: Wie kann es sein, dass ihr das passiert ist?

00:23:37: und letztendlich ich kann darauf auch keine Antwort geben außer die Antwort, die ich für mich gefunden habe und die ist nicht besonders logisch, nicht besonders gut erklärbar für andere Menschen.

00:23:46: aber ich sage weil Gott's gut mit mir meint.

00:23:49: Aber was würdest du jetzt gerade dieser Therapeuten sagen... die selber eben das erlebt hat und nicht von einem Geschenk sprechen kann.

00:23:58: Wie könnte man denn da hinkommen, dass man sagt okay vielleicht ist mir geschenkt auch zu viel aber ich kann es zumindest neutral sehen und nicht nur als das ist mir passiert es ist ein Schicksalsschlag?

00:24:11: Hast du da eine Idee für einen Weg?

00:24:13: wie kann das gehen?

00:24:14: also ich glaube erst mal dass die Krise die man hat dies immer existenziell Braucht es nicht Menschen, die schlaue Ratschläge geben oder die sagen sie das mal so oder so?

00:24:22: Oder guckt doch mal.

00:24:23: Das ist doch eigentlich ein Geschenk.

00:24:24: Sondern wenn man mit einem Schmerz ist dann braucht man Leute, die mit einem aushalten, dass da gerade Schmerzen ist.

00:24:28: Da brauchen wir Leute, Die tapfer sind mit einem und dem aushalten, dass man grade auch mal zum Beispiel Gott anklagt.

00:24:35: Und ich glaube, das darf sein.

00:24:36: also man muss gar nicht als ein geschenk sehen können.

00:24:39: Aus meiner Sicht Die Leute dürfen das Leben schmerzhaft empfinden, auch wenn es natürlich auf Dauer extrem anstrengend ist.

00:24:44: Wenn man immer in diesem schmerzenvollen Perspektive drin ist.

00:24:48: Aber ich glaube nicht dass es darum geht, dass ich jetzt Leuten irgendwie Tipps geben will darüber wie sie eine andere Perspektiv kriegen können.

00:24:54: was ich mitgeben will ist meine Geschichte zu erzählen Dass das eine Geschichte von Hoffnung ist und dass da durchaus ein Gott ist An denen wir glauben dürfen deren gottvolle hoffnung ist Und der einer ist der Hoffnung stiftet.

00:25:05: Nichtsdestotrotz wenn da gerade Schmerz ist dann ist es so Dann darf man das fühlen, das Anklagen vor Gott bringen.

00:25:11: Und dann ist es schön, wenn Menschen das mit einem aushalten.

00:25:13: Das

00:25:14: ist auch ganz wichtig ja?

00:25:16: Wie hat sich dein Glaube verändert über die letzten fünf Jahre?

00:25:21: Kann man das zusammenfassen?

00:25:23: Ich glaube der hat sich ihr Mensch verändert.

00:25:24: zum einen weil ich halt einfach älter geworden bin, weil ich studiert hab und man sich da viel mit Fragen ausnahsetzt aber natürlich zum anderen durch meinen Schlaganfall.

00:25:32: Weil ich dort in einer persönlichen Krise war.

00:25:35: letztendlich Wo natürlich die Anfrage nochmal ist, trägt das was ich hier eigentlich glaube und zwar trägt es wirklich nicht.

00:25:42: Trägt es rational mit meinen Argumenten sondern trägt mich ganz persönlich wenn's akut ist.

00:25:48: Und da muss ich sagen da hab' ich einfach gemerkt Das trägt am Ende

00:25:51: Was hat dir geholfen dass es trägt?

00:25:54: Ich glaube das ist ja so dieses... ...was sich ganz viele wünschen.

00:25:59: Also ich bin in mein Studium gegangen mit ganz vielen Theologischen Ideen von wie Gott ist und wie die Bibel zu lesen sei.

00:26:06: Und was überhaupt in der Bibel drinsteht, darüber wusste ich ganz viel.

00:26:09: Dann habe ich dort ganz viel gemerkt dass man Dinge noch mal anders sehen kann.

00:26:11: das Dozent mich hinterfragt haben.

00:26:14: Als ich aber in der Reha-Klinik war habe ich erlebt dass all diese Argumente darum geht es gerade gar nicht mehr sondern die Frage ist nur noch tröstet mich meine Perspektive, tröstete mich mein Glaube hält hat das aus dass ich hier grade einen Schlaganfall hab Und dazu merken, dass es das trägt und ich mit Erfahrung zurück in die Hochschule gekommen bin.

00:26:30: Die man mir nicht mit theologischen Argumenten wegnehmen kann.

00:26:33: Das einfach zu merken hat mich wahnsinnig gestärkt!

00:26:37: Und diese Hoffnung und diese Stärke, die spürt man dir auch richtig ab.

00:26:41: Jasmin ich danke dir von Herzen fürs Dasein und fürs Erzählen für deine Offenheit!

00:26:46: Übrigens Alphand Omega der Podcast ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistüme Rottenburg-Stuttgart & Freiburg sowie des evangelischen Medienhauses Stuttgart.

00:26:56: Zusehen sind die Sendungen auf den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg, auf BibelTV und auf YouTube.

00:27:03: Weitere Infos findest du auf kirchenfernsehen.de und auf redaktionminuskippt.de.

00:27:08: Wenn Du Fragen wünsche oder Feedback hast schreib uns gerne an.

00:27:12: info at kirchenfernseen.de.

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