#257 Kino und Kirche mit Claudia Guggemos
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit der Theologin und Kinoliebhaberin Claudia Guggemos darüber, was wir von Filmen für's Leben lernen können und warum gemeinsamer Austausch dabei so wertvoll ist.
Denn wenn wir heute Filme gucken, dann tun wir das auf dem Laptop – manchmal sogar auf dem Smartphone – und auf jeden Fall immer seltener im Kino. Der Kinokreis Reutlingen will dem etwas entgegensetzen. Claudia Guggemos leitet die Katholische Erwachsenenbildung Reutlingen, die den Kinokreis anbietet. Einmal im Monat gehen mehr oder weniger fremde Menschen gemeinsam ins Kino und besprechen danach den Film. Warum dieser Austausch wichtig ist und welche Parallelen es zur Liturgie gibt - darüber spricht Moderatorin Marisa Haug mit ihrer Gästin Claudia Guggemos bei "Alpha & Omega".
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Transkript anzeigen
00:00:02: Die Idee ist, es geht um Geschichten.
00:00:06: Es geht darum das Leben sich erzählen zu lassen und dann hinterher das eigene Leben damit zu verknüpfen.
00:00:13: Da sind wir ganz nah dran an dem was auch in Liturgie passiert.
00:00:18: Es entsteht ein Stückchen gemeinsames Sinn.
00:00:21: suchen
00:00:22: Hallo hier bei Eifer & Omega!
00:00:24: Und auch im Kino.
00:00:26: Da reisen wir heute zumindest gedanklich hin und zwar mit der Theologin Claudia Guggemoos.
00:00:31: Sie leitet die katholische Erwachsenenbildung in Reutlingen und organisiert dort auch den Kinokreis, das ist ein Angebot bei dem mehr oder weniger fremde Menschen einmal im Monat gemeinsam einen Kinofilmen ansehen und ihn im Anschluss besprechen.
00:00:45: Zu sehen gibt's unseren Talk auch – alles dazu findet ihr in den Show notes!
00:00:49: Und jetzt erstmal hier zum Hören Herzlich willkommen Claudia Gugemos.
00:00:54: Herzlichen Dank für die Einladung!
00:00:56: Ja, was finden Sie so spannend daran mit fremden Menschen gemeinsam ins Kino zu gehen und danach dann darüber zu sprechen?
00:01:03: Wenn wir jetzt Kino gehen, dann betreten wir sowas wie in einem gemeinsamen Erfahrungsraum.
00:01:07: Und im gemeinsamen Erfahrungsraum den kann ich auch haben daheim vor dem Fernseher aber eben damit Menschen, die mir vertraut sind das heißt Ich weiß schon, was die denken oder ich kann erahnen, was sie fühlen.
00:01:18: Und wenn ich da eben mit fremden Menschen hingehe – ich meine mal geht fast immer mit fremen Menschen ins Kino.
00:01:23: nur normalerweise redet man hinterher nicht drüber und wenn ich hinterher darüber spreche dann habe nach dem Gespräch einen anderen Film gesehen als wenn ich einfach nur den Film gesehen hab weil diese Menschen komplett andere Erfahrungen haben mit ganz anderen Erfahrungen in dem Film drin sitzen.
00:01:40: Und es gibt Leute, die achten mehr Finnschnitt.
00:01:43: Es gibt Leute auf Musik.
00:01:45: Mich muss sagen, oh Gott stimmt Vada-Musik eigentlich in dem Film?
00:01:48: Ich nehme das komplett über die emotionale Ebene auf.
00:01:51: Ich achte auf ganz andere Dinge und wenn wir auch verschiedene Generationen sind dann gibt es hinterher noch mal einen Puzzle und wir gehen aus dem Gespräch nochmal bereichert heraus als aus dem Film.
00:02:01: Jeder hat ja auch ein anderes Leben, andere Erfahrungen und verknüpft dann mit dem Kinofilm auch andere Erfahrung in sich selbst wahrscheinlich.
00:02:09: Genau!
00:02:09: Jeder hat eine andere Brille auf.
00:02:10: Ja...
00:02:11: Und welchen Film mochten Sie da besonders?
00:02:13: Gerne?!
00:02:14: Naja jetzt in der letzten Saison war es tatsächlich am Rum.
00:02:19: Ja nicht nur weil ich die Insel so sehr mag und das Buch von Hark Bohm und das merkt man eben also Halk Bohm ist sozusagen der Wie sagt man das?
00:02:28: Das große Vorbild von Fatih Akim.
00:02:30: Und schon, das Buch ist ungeheuer visuell geschrieben und es bietet sich natürlich anderen für den Film.
00:02:39: Ja, in dem Film geht es jetzt nicht nur um die wunderschöne Landschaft von Amrum.
00:02:46: Sondern es geht darum wie ein kleiner Junge so Beginnschulalter die Nazi-Zeit auf Amrum erlebt.
00:02:53: und nicht irgendein Junge sondern seine Mutter ist glühende Nazianhängerin sein Vater ist ein wichtiger Mensch in diesem Parteiapparat.
00:03:05: Und diese Menschen auf Amrum, die wissen aber sehr wohl, dass es mehr Amrumer in New York gibt als auf der Insel.
00:03:13: Das lernt er so langsam verstehen.
00:03:15: Er schließt sich das so langsam... hier okay ist und da überhaupt nicht okay zu sagen.
00:03:21: Wir leben dann auch das Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihm auf dieser Insel, und es ist autobiografisch von Harkbomben.
00:03:30: Und all diese vielen Ebenen geben miteinander einfach einen wahnsinnig dichten Film.
00:03:36: Das war für mich der Film der Saison!
00:03:38: Eigentlich geht's ja in den Filmen ... auch schon selbst um die verschiedenen Perspektiven, dass der Junge sich versucht zurechtzufinden wie er die Dinge dann sehen soll wenn er zu Hause die eine Geschichte mitbekommt aber im Dorf dann ganz andere Perspektive mitbekommt.
00:03:52: also da gab es sicher auch Nazis.
00:03:53: Da gibt's
00:03:54: dann jemanden der Feindsender hört.
00:03:55: und muss ich das jetzt mal sagen oder sage ich es vielleicht lieber nicht, weil da ein Problem für denjenigen gibt.
00:04:01: Und was ist denn überhaupt ein Feindsender?
00:04:04: Wer ist mein Feind und wie geht es dann wenn... Ich denke dass vielleicht mein Sohn also von dem Nachbarn der Sohn in Amerika ist und der jetzt hier gerade drüberfliegt, weil er in der amerikanischen Armee ist.
00:04:19: Die Reaktionen aus dem Publikum, also aus dem Kinokreis selbst.
00:04:22: Also das war einer der Filme, über die wir sehr lange gesprochen haben.
00:04:26: Einfach weil er auf so vielen Ebenen interessant ist und weil ja auch die Frage ist was erzähle ich denn aus dieser Zeit?
00:04:36: Was habe ich von meinen Eltern gehört?
00:04:40: Manche im Kinokreis waren selber Kinder an der Nazi-Zeit viele sind aber nachgeboren Und es war viel Thema.
00:04:47: so was hab ich denn für Geschichten gehört?
00:04:50: Und wie redet man darüber, wenn die eigenen Eltern eben nicht Mitläufer waren oder irgendwie ein kleines Rädchen waren?
00:04:59: Sondern wie kann man denn da drüber sprechen und wie kann sich zu sich selbst zur Geschichte verhalten.
00:05:04: Wer bin ich dann?
00:05:06: Ja, kann ich nachvollziehen dass das ein Film ist bei dem das viel auslöst.
00:05:10: Ein anderer Film der ja vom Kinokreis zum Hit der Saison gekürt wurde Das ist ja quasi Die Auszeichnung zum Publikums-Liebling, also da könnt ihr abstimmen.
00:05:21: War ja Wochenendrebellen im Jahr ... ... es
00:05:26: ist mein Alltime-Favorite.
00:05:28: Also, amrum kommt nicht ran!
00:05:32: Weil das noch mal eine ganz andere Art von Geschichte ist.
00:05:34: Scheinbar eine sehr leichte Geschichte.
00:05:36: Es geht um einen Vater und einen Sohn die ihren Lieblingsfußball vereinen schauen.
00:05:41: Das heißt man könnte meinen, dass es eine Fußballgeschichte
00:05:45: ist.
00:05:46: Genau.
00:05:46: Das ist eine Fußballgeschichte, aber es ist auch eine Geschichte über Behinderung.
00:05:49: Es ist auch ne Geschichte über Vater sein, Sohn sein... Der
00:05:54: Junge ist autostasch, ne?
00:05:55: Ganz
00:05:56: genau!
00:05:57: Und deswegen finde ich das so ein mehrschichtiger Film und er kommt so leicht daher.
00:06:03: Das find' ich ungeheuer stark an dem Film.
00:06:05: Ich würd sagen wir gucken mal in den Film rein
00:06:08: Sehr gerne!
00:06:11: Wir haben alle Verständnis
00:06:12: für ihre Situation Aber mittlerweile stehen
00:06:14: Jasons Ausrasse auf der Tagesordnung.
00:06:16: Nein!!!
00:06:17: Ich lasse mir von einer Verschwörungstheoretikerin nichts sagen.
00:06:25: Das meint er ja nicht so.
00:06:26: So was verzogen ist... Er ist Autist!
00:06:30: Ich bin am Ende meiner Kräfte und das würdest du sehen, wenn du mal mehr als vier Tage im Monat zu Hause wärst.
00:06:35: Was soll
00:06:35: ich denn noch machen?
00:06:36: Ich wäre auch gern
00:06:37: mehr da.
00:06:37: Hey Jason, bist du der FC Bayern-Fan oder Dortmund-Fans?
00:06:40: Ich will ein Albin Einstems fan.
00:06:42: Ich liebe Jason aber ich kann nicht mehr.
00:06:45: Ich will meinen Lieblingsverein.
00:06:49: Okay, ich war am Wochenende mit dir ins Stadion.
00:06:51: Wir gucken Verspiele und als Gegenleister
00:06:53: lässt du dich in der Schule nicht mehr so provozieren.
00:06:56: In Ordnung?
00:06:57: Abgemacht!
00:07:00: Erste, zweite, dritte Liga.
00:07:02: Das sind sechsundfünfzig
00:07:03: Vereine.
00:07:04: Wie schauen wir uns alle zusammen an?
00:07:06: Hier ist ...
00:07:07: Sechsundfünftig.
00:07:08: Du hast es versprochen.
00:07:15: Liebes Verein!
00:07:16: Es spielen mit fünf verschiedenen Schuhfarben.
00:07:19: keine bescheuerten Maskottchen Aber besser wird es nicht.
00:07:22: Wie kannst du das wissen, wenn du nicht alle gesehen hast?
00:07:24: Ich stehe nicht auf!
00:07:25: Ich bin ja kein Scheiker!
00:07:31: Der Stadion wurde wassig gebohlt!
00:07:33: Da gehe ich nicht rein!
00:07:35: Jason!
00:07:35: Jason?!
00:07:36: Im Papst sind wir gut!
00:07:46: Ich will dass der das glücklichste Leben lebt, das er erleben kann.
00:07:49: Es sind so viele Gedanken gleichzeitig in meinem Kopf und sie passen nicht zusammen mit Krieg im Kopf Jason!
00:07:56: Der Jason ist schon richtig.
00:07:57: So viel er is'.
00:08:02: Er hat nebenan in seinem Aufzug fahren und alles was wir tun können, das mit ihm zu fahren.
00:08:12: Was ist eigentlich wenn ihr keiner von den sixundfünfzig gefällt?
00:08:14: Dann suchen wir in Europa weiter!
00:08:17: In
00:08:18: Europa?!
00:08:18: Jo
00:08:22: Was hat sie an dem Film so berührt?
00:08:24: und auch die anderen im Kinokreis?
00:08:26: Ja, genau das was uns gerade passiert ist.
00:08:27: Wir mussten schon beim Trailer einfach lächeln wir mussten ein bisschen lachen.
00:08:33: also er ist wirklich sehr witzig und auf den Punkt erzählt Und gleichzeitig rührt er eben eine Ebene an.
00:08:44: Also er rührt mehrere Ebenen an.
00:08:46: zum einen ist es dieser Vater der lernt dass sich unbedingt auf seinen Sohn einlassen muss und auf dessen Art die Welt zu sehen.
00:08:56: Und ich glaube, dass das was ist... Das rührt Eltern an.
00:09:02: Nämlich, dass es nicht darum geht irgendwie irgendwas weiterzugeben.
00:09:06: also Ich gebe dir meinen Glauben weiter, mein Fußballverein, mein Was auch immer Sondern dass es drum geht nochmal die Welt neu sehen zu lernen mit den Augen eines Kindes in dem Fall jetzt eines besonderen kindes.
00:09:19: jedes Kind des besonders Jason ist Autist.
00:09:23: Und das spielt dieser junge Schauspieler so unglaublich gut!
00:09:29: Man sieht ihm diese Panik an, wenn er diese Panikanfälle spielt – die echten beiden, also Mirko und Jason von Jodja Czenka haben erzählt Ihnen klar war, dass dieser Junge das spielen kann als sie die Nudelszähne gesehen haben.
00:09:46: Wir haben das ganz kurzen Ausschnitt gesehen, dass er die Panik hat weil die Soße die Nude berührt und weil es nicht geht.
00:09:53: Und es ist nichts was er nicht nett findet oder unangenehm findet sondern es geht einfach nicht.
00:09:59: Es bricht sein Weltbild Und es hat dieser junge Schauspieler so genial gespielt, dass sie gesagt haben, ja absolut.
00:10:07: Wir fühlen uns verstanden und das gefällt mir auch an diesen Filmen, dass eben jemand der Autismus versteht wie's heißt mit jemandem zu leben der Autist ist nicht sagt da ist was komisch gespielt weil das kennen wir alles gibt ganz viel Autismusrepräsentationen in Filmen in Serien aber oftmals sind es dann nur die Supergenies Und mein eigenes ältestes Kind ist Autistin und das heißt, ich konnte extrem gut mitfühlen.
00:10:39: Einmal mit dem Vater was es an Herausforderung bedeutet auch mit der Mutter hinzustehen wenn die Leute sagen einfach schlecht erzogen, auf die ich den Satz gehört habe.
00:10:48: Das müssen sie einfach nur strenger sein oder sie müssen bessere Eltern sein oder was auch immer.
00:10:53: Und all diese Vorurteile werden bedient ohne dass ein Lehrfilm ist sondern es ist auch ein Fußballfilm und der ist ungeheuer witzig und der gleichzeitig herzgereißend.
00:11:04: Deswegen glaube ich, dass Menschen mit Autismus oder Menschen die mit Autist in den Leben können wahnsinnig gut anknüpfen.
00:11:13: aber auch jeder, der Fußball mag kann gut an Knüpfen.
00:11:16: viele Fußballvereine laden die beiden ein mit dem Film und sagen hey können wir das mit euch anschauen und hinter darüber reden?
00:11:23: Es ist ja irgendwie auch eine Geschichte darüber, dass es vielleicht schwierig ist einen Fußballverein zu finden wenn er einem nicht in die Wiege Gelegt wird?
00:11:31: Genau.
00:11:31: Und das ist aber auch schon was, es ist ja ein Bild.
00:11:34: und als Jason gesagt wird, da müsste die in die Wiege gelegt werden, stellt er sich vor, da werden den Kindern irgendwie elf Männer ins in die wiege gelegte und das findet er ziemlich befremdlich.
00:11:46: Zum Glück wurde mir keiner
00:11:47: in diewiege gelegt!
00:11:48: Ist gut nachvollziehbar dass man das befremdig findet wenn man eben Sprache wörtlich nimmt.
00:11:54: Also das heißt, da gibt es noch deutlich mehr als jetzt in dem Trailer zu sehen ist oder auch als in den Filmen zu sehen.
00:11:59: Das ist ja eigentlich nur die Raturverfilmung
00:12:03: von dem Vater und dem Sohn,
00:12:05: die gemeinsam ein Buch geschrieben
00:12:06: haben.
00:12:07: Genau.
00:12:07: Und das heißt wir Wochenendrebellen.
00:12:10: Was hat die anderen Leute im Kinokreis so berührt?
00:12:13: Es hat wahrscheinlich nicht jeder ... ein autostisches Kind oder einen Fußball-Fahrer interessiert sich für Fußball und trotzdem wird es der Hit der Saison.
00:12:21: Ich glaube, die meisten Leute hat tatsächlich die schauspielerische Leistung dieses Colin Heister berührt wie der das Schaft... Cecilio,
00:12:31: glaub ich, oder?
00:12:32: Cecillo Andresen.
00:12:33: Oh mein Gott!
00:12:33: Hört mich
00:12:34: richtig.
00:12:36: Wie der das schafft diese intensiven Gefühle zu spielen Und gleichzeitig, wie sehr dieser Vater an seine Grenzen geht.
00:12:46: Jeder entdeckt sich immer wieder in verschiedenen Rollen, weil wir kennen alle nicht nur die geduldige Seite mit Kindern oder Menschen, die anders sind sondern auch die ungeduldigen Seite.
00:12:55: Wir können das sagen und sagen,
00:12:56: nein, wir
00:12:57: müssen sie so anstellen!
00:13:01: Diese ganz unterschiedlichen Möglichkeiten anzudocken, ich glaube dass viele Leute berührt haben aber vor allem das Schauspielerische.
00:13:10: Und wie läuft das dann ab?
00:13:11: Sie gucken im Kinokreis diesen Film.
00:13:15: Ich weiß nicht, es gibt verschiedene Gruppen... Es gibt
00:13:17: insgesamt drei Gruppen, weil mit neunzig Leuten auf einmal über den Film zu reden ist nicht so intensiv.
00:13:22: Dann gehen sie in eine Kneipe oder ein Restaurant und besprechen
00:13:25: Sanat.
00:13:25: Oder stehen direkt im Kino.
00:13:27: Das ist je nach Uhrzeit was eben passt.
00:13:29: Nach zum Elf geht man nicht mehr in die Kneipe.
00:13:37: Was hat euch angesprochen, ist so die Frage.
00:13:39: Und dann kommt eben bei einem ... Also da waren sich alle einig diese schauspielerische Leistung und dann aber schon auch dieses Hm.
00:13:46: ich kenn jemanden der.
00:13:48: Ich kenn jemandem die also auch dieses ganz persönliche.
00:13:52: Dann Fußball war bisher für mich eine fremde Welt.
00:13:56: jetzt habe ich ein bisschen besser verstanden wie das tun kann.
00:14:00: oder Leute die völlige Fußballfans sind und sagen Achso kann man die Mannschaft auch anschauen nach haben die blöde Maskottchen und haben die Glasflaschen, also nicht Glasflassen, dürfen sich aber wieder verwendbare Becher im Stadion.
00:14:14: Oder setzen sie sich ein gegen Rassismus?
00:14:18: Setzen Sie sich einen gegen Homophobie?
00:14:19: Das sind ja alles Kriterien, die dann sich im Verlaufe des Films entwickeln.
00:14:24: Und da kriegen noch eingefleischte Fußballfans auf einmal... Einen anderen Blick?
00:14:29: Nee, also ein eingeflaschter Fußballfan kriegt nie Zweifel an seinem Verein.
00:14:33: Aber er kriegt einen anderen Blick drauf, wie man Fußball auch noch sehen kann.
00:14:37: und das ist ja der Mehrwert und der Gewinn wenn ich so in den Filmen schaue dass sich einen anderen Blick auf mein Leben meine Realität kriege.
00:14:44: Das ist ja ... Der Grund warum mich ins Kino gehe.
00:14:47: Ja.
00:14:47: An der Seite hat der Film jetzt keine Jesuskurve.
00:14:51: es geht jetzt nicht um Religion, es geht nicht um Glaube.
00:14:55: bieten diesen Kinokreis als katholische Erwachsenenbildung an.
00:15:00: Wie passt das zusammen?
00:15:01: Die wenigsten unserer Filme haben eine Jesuskurve, ich würde sagen Konklave war der letzte Film, der so ganz explizit religiös war.
00:15:10: Das ist auch nicht die Idee hinter der Kino-Kreisen oder hinter der Ideekinokreise sondern es geht um Geschichten.
00:15:21: Es geht darum ... das Leben sich erzählen zu lassen, das Leben auch gemeinsam sich erzählten zu lassen und dann hinterher das eigene Leben da damit zu verknüpfen.
00:15:35: Und da sind wir ganz nah dran an dem was auch in Liturgie passiert.
00:15:39: ja aber es geht jetzt hier nicht eben um die biblische Geschichte sondern es geht um die Geschichte von Menschen und das finde ich jetzt ein sehr christlichen An Weg, also ernst zu nehmen das Gott Mensch geworden ist.
00:15:54: Das heißt in diesen menschlichen Geschichten da kann ich Gottes Spuren entdecken.
00:15:59: Jetzt sitzen nicht immer alle Dahn-Sagen hinterher.
00:16:01: Oh sieh Asiologin was haben Sie denn hier von dem Spur Gottes entdeckt?
00:16:05: Aber es gibt die Filme wo das ganz explizit Thema ist und wo... Die Leute dann sagen jetzt wir haben Zweigstelle geschaut.
00:16:15: Zweigställe ist ein Film Da kommen eine Gruppe junger Menschen durch den Unfall in den Himmel und die glauben an nichts.
00:16:23: Und dann ist sie Frage, wie geht denn das?
00:16:27: Wo können die da hin?
00:16:28: Wo finden die ihren Ort?
00:16:30: Danach hatten wir ein wahnsinnig intensives Gespräch.
00:16:34: Wobei es nicht so ist, dass die Leute mich fragen aber sie gleichen ihre Geschichten ab.
00:16:39: Sind die alle katholisch oder das ist wahrscheinlich keine Voraussetzung?
00:16:45: Die wissen schon, dass es sich bei der katholischen Erwachsenenbildung für den Kinokreis angemeldet haben.
00:16:51: Und manchmal wird das dann auch gefordert sozusagen jetzt sagen sie doch mal... Also Konklave war's natürlich ganz extrem.
00:16:56: ja.
00:16:57: also wie ist es denn jetzt wirklich?
00:16:59: Ja und findet es wirklich so statt?
00:17:02: und was bedeuten diese Namen überhaupt?
00:17:04: Waren Sie noch nicht dabei!
00:17:06: Aber das coole war wir haben uns da ein Kirchengeschichtler sogar dazu gehört geholt als wir Konklawe angeschaut haben in diesen drei Tagen das Konklave, wo wir den gesehen haben.
00:17:17: Und das heißt es war wirklich so dass wir dann alle abends immer noch dem weißen Raucher-Ausschau gehalten haben.
00:17:22: Ja manchmal er wisst man's wirklich perfekt aber manchmal eben auch nicht.
00:17:28: und dann gibt's trotzdem diese Geschichte die eigene Geschichte die jede und jeder hat und die ich mir immer wieder neu erzähle neuer schließe um auch meine eigene Sinnspur da drin zu finden.
00:17:45: Gibt's denn auch Filme, die sie blasphemisch finden?
00:17:48: Die Sie nicht zeigen würden.
00:17:51: Also es gibt sicher Filme... ...die religiösen Gefühle von Menschen verletzen.
00:17:58: Ich glaube ich bin da nicht so leicht zu erwischen.
00:18:03: Weil im Regelfall würde ja ein Film der Klassiker-Leben des Brian, den finden Leute blasphemisch.
00:18:14: Er zeigt eine interessante Spur, er zeigt ne interessanten Spiegel dessen wie Christentum wahrgenommen werden kann.
00:18:23: Wie Religion wahrgenommen werde kann.
00:18:25: und wer bin ich da drüber zu urteilen?
00:18:28: Ich finde das interessant haben Leute sehr viel Zeit, sehr viel Geld, sehr viele Energie reingesteckt um diese ... auch dieses Zellbild von Jesus, von Religionen zu zeigen.
00:18:41: Und vielleicht steckt da eher eine wichtige Botschaft drin?
00:18:44: Also wenn ich sage, es ist blasphemisch, dann wäre ich ja nur ab!
00:18:48: Sondern in dem Fall würde ich's ... also jetzt beim Neben des Brian das haben wir im Kinokreis nicht geguckt was nicht ein sehr aktueller Film ist.
00:18:55: aber da würde ich sagen Da stecken sehr viele Botschaften drin, aber eine könnte sein Achtung schaut, was er hier tut
00:19:05: Oder was das alles überhaupt bedeuten?
00:19:07: Ja, oder schaut wie ihr euch... Wie ihr versucht zu kommunizieren, was euch wichtig ist.
00:19:11: Was euch wirklich euer Herzensanliegen ist und wie ihr das macht und ob es irgendjemand verstehen kann.
00:19:18: Und das ist ja relevant!
00:19:20: Wenn das nur ich verstehe oder nur wir irgendwie binnenkirchlich verstehen, was wir untereinander meinen dann haben wir nicht viel geworden.
00:19:27: wenn der Kinokreis so eine Art Übersetzung ist, also es daher auch darum geht dass man dann zusammenkommt als Menschen über Erfahrung spricht gar nicht unbedingt zwanghaft in Bezug auf Religion oder den christlichen Glauben.
00:19:41: Dann könnte man ja auch sagen das ist vielleicht wie so eine Übersetzung von einem Gottesdienst ist?
00:19:45: Also ich meine es gibt immerhin Fremde Menschen, die zusammenkommen.
00:19:49: Es gibt eine gemeinsame Erfahrung, die man teilt, die unter Umständen intensiv ist wenn es ein sehr anrühender Film ist.
00:19:55: Ein Ritual im Anschluss gibt's einen Abendessen oder Abendsmahl.
00:20:00: Könnte man das so vergleichen?
00:20:02: Also ich finde Vergleich schon zu viel gesagt.
00:20:05: Ich glaube, es gibt Dinge, die ähneln sich... Und ja, es gibt den Gemeinschaftsaspekt.
00:20:12: Und was ich schon auch melke jetzt über die Zeit, wo ich ... Ich bin hauptsächlich in der Dienstag-Nachmittagsgruppe und da waren am Anfang Menschen, die haben sich gesiezt.
00:20:20: Und mittlerweile teilen sie sich nicht nur eine Pizza, sondern die rufen sich auch mal unter der Woche an.
00:20:26: Die rufen dich an wenn jemand krank ist, die unterstützen sich gegenseitig.
00:20:30: Also da entsteht ein Meer ohne dass das verbindlich ist.
00:20:33: Das ist natürlich schon ähnlich zu einer Gemeinde.
00:20:37: Ich würde die Ähnlichkeit nicht überstrapazieren.
00:20:39: Aber es ist ein gemeinsamer Erzählraum, und das ist für mich die Hauptgemeinschaft ... Und Erfahrungen?
00:20:44: Ein gemeinsamer Erfahrungs- und Erzähleraum.
00:20:49: Es entsteht so ein Stückchen gemeinsames Sinnsuchen.
00:20:53: Haben Sie schon spirituelle Erfahrungen im Kino gemacht oder ist das der Kirchengang vorbehalten?
00:20:59: Oh!
00:21:00: Ich hab meine Doktorarbeit zu dem Thema geschrieben.
00:21:03: Wo's denn sowas gibt wie solche ... Gotteserfahrungen, wo ich Gottesbeziehung spüren kann.
00:21:09: Und ich würde sagen das lässt sich nicht fixieren.
00:21:15: Also es ist weder klar, dass muss in der Eucharistie sein oder im Gottesdienst, sondern das kann am Krankenbett sein, das kann in der Schule sein, auch im Kino sein.
00:21:30: Das kann in jeder Art von Begegnung sein die offen ist für für einen ... die offen ist, dafür dass es mehr gibt als nur das was zwischen uns beiden passiert.
00:21:42: Ich wollte grad fragen, was ist denn überhaupt Gottesbeziehung oder spiritueller Erfahrung?
00:21:46: Also was meinen Sie damit?
00:21:47: Genau ich würde sagen also das beschreiben den müßigeren Müßigern natürlich alle ganz unterschiedlich aber es ist dieses Meer an Erfahrungen diese Offenheit Es ist ein Stück Verbundenheit von mir mit Menschen Mit Welt mit Zeit und damit dann mit Gott.
00:22:06: Das heißt, ich hab sozusagen eine andere Art von Blick auf die Dinge.
00:22:11: Ja, ich sehe hier ein Glas.
00:22:12: okay wir können uns alle drauf einigen und das kann ich physikalisch untersuchen.
00:22:17: aber wenn sie mir das Glas angeboten haben als ich durstig war habe ich mehr verstanden.
00:22:22: Und wenn das in einem ganz existenziellen Moment passiert dann habe ich noch mal mehr verstanden wer ich eigentlich bin in der Welt.
00:22:29: also eigentlich so Dann hat's das damit zu tun, wie man miteinander in Beziehung tritt.
00:22:36: Ob man überhaupt miteinander in beziehungen tritt?
00:22:38: Das ist ein erster Schritt und es geht aber auch darum mit sich selber in Beziehenen zu sein um überhaupt eine Offenheit zu haben für irgendwas was größer ist also Für Gott.
00:22:47: ja also dass das wäre meine feste Überzeugung Dass Es das ist eine Beziehungszu-sicht selbst braucht
00:22:56: Und das geschichten erzählen oder Geschichten erzählt bekommen also indem man im kino ist öffnet den raum sowohl um sich selbst besser zu verstehen, aber dann auch im Anschluss, wenn man drüber spricht oder auch schon beim Gucken um die Welt von anderen besser zu verstehen.
00:23:10: Genau
00:23:10: und sich selbst in der Welt besser zu verstehen.
00:23:13: also es geht ja jetzt nicht um so eine radikale Introspektion und ich bin nur ein krasser Individual Individualismus.
00:23:22: Sondern es geht ja einfach darum, mich in Welt besser zu verstehen und dann zu merken, oh da ist eigentlich mehr als ich und die physischen Dinge, ich und den Menschen sondern da gibt's eine Realität, die das umspannt.
00:23:37: Und wenn ich Sie jetzt im Gespräch richtig verstanden hab nicht ihr direkter Anspruch die Menschen zu dieser Erkenntnis hinzuführen oder?
00:23:44: Doch, also sie wollen ja eigentlich niemanden missionieren oder so.
00:23:47: Nee
00:23:48: bei einem Anspruch als Theologin ist als Gesprächspartnerin offen zu sein und eben diesen Teil nicht auszusperren oder nicht auszuschließen.
00:23:58: Sonst geht's so wie in dem Trailer von den Wochenendrebellen gerade.
00:24:02: Der Jason, der beschimpft ja seine Religionslehrerin als Verschwörungstheoretikerin.
00:24:07: Das ist nicht irgendeine Lehrerin ... Aber das sind die Religionslerinnen?
00:24:11: Ich hab ihn dann also den echten Jason gefragt, ob ich das denn jetzt auch sei für ihn und er sagte nee aber die hat ein ganz geschlossenes Weltbild.
00:24:20: D.h.,
00:24:20: was sie nicht hatte war diese Offenheit.
00:24:23: Da könntest du doch was geben außerhalb... von mir und meiner Meinung, wie die Welt funktioniert.
00:24:29: Und wie ich die Bibel zu verstehen habe.
00:24:31: Deswegen alle meine Schüler, die Bibeln zu verstehen haben.
00:24:33: Da gab es keine Neugier auf die Schülerinnen und Schüler, wie sie das denken sehen und verstehen.
00:24:38: Dass das quasi auch eigentlich der zentrale Wert davon ist?
00:24:43: Dass jeder das auch ein bisschen für sich herausfinden kann.
00:24:45: Auch unabhängig von Ihnen oder von der katholischen Erwachsenbildung.
00:24:48: Ich würde sogar sagen muss also wenn ich keinen eigenen Zugang finde... Ich glaub, dann find ich keinen.
00:24:55: Also diese Idee mit ... Ich kann den Glauben wie ein Paketchen weitergeben
00:24:58: oder einen Fußballverein?
00:25:00: Oder einen Fußball-Verein und das ist immer hier bei der Parallele.
00:25:03: Das funktioniert eben nicht so.
00:25:04: Das muss ich mir selber erschließen und mir muss sich erschließen dass dieser Glaube an Sinn ... eine Sinnspur durch mein Leben zieht.
00:25:17: Kann man denn über jeden Film sprechen?
00:25:21: Ja!
00:25:22: Aber, also es gibt Filme mit denen sind wir sehr schnell fertig.
00:25:26: Ja gut okay.
00:25:27: Das war jetzt irgendwie schön.
00:25:30: Man kann über einen schlechten Film lang reden man kann über mehrschichtigen filmen lang reden aber es gibt filme da essen wir nach zehn minuten dann pizza weil wir sagen ja das war jetzt eigentlich gut.
00:25:43: Ist das dann erleichtert oder eher schade?
00:25:45: Das
00:25:46: ist schade!
00:25:47: Also so das ist dann eher ein bisschen belanglos.
00:25:49: Eigentlich hätte man gerne drüber
00:25:52: So wie es auch belanglose Bücher und Bilder gibt.
00:25:55: Die sind nett, die sind dekorativ aber die Regen bringen nichts zum Schwingen.
00:26:01: Und wenn sie bei niemandem in der ganzen Gruppe was zum Schwenken bringen ... ist das ein bisschen schade?
00:26:08: Ja total!
00:26:09: Vor allem also für mich klingt das so als ob der Kinokreis für Sie eine Möglichkeit ist dass man gemeinsam eben auch so eine offene Gesprächskultur lernt oder auch pflegt Wie wichtig ist Ihnen das?
00:26:21: Ich glaube, das ist das Allerwichtigste.
00:26:23: Und ich glaube es auch was in unserer Gesellschaft gerade an vielen Orten fehlt – dass Menschen die unterschiedliche Meinungen haben und wir haben sehr unterschiedliche Meinung zu den Filmen, dass sie miteinander am Tisch sitzen und sich zuhören und sich gegenseitig stehen lassen und voneinander lernen.
00:26:42: Das macht eigentlich total Spaß!
00:26:44: Also das ist so anregend und das ist schade wenn's nicht passiert.
00:26:49: Aber meistens… Passiert es ja.
00:26:50: Bei
00:26:50: uns passiert's, aber an vielen Orten passiert's nicht und ich finde deswegen tragende was bei.
00:26:56: zur Demokratiebildung würde ich sagen.
00:26:59: Danke!
00:27:00: Das find' ich auch.
00:27:01: Und was wir im Kino und vor allem eben im Gespräch über Kinofilme am Anschluss übers Leben lernen können, darum ging's heute in der Sendung iPhone Omega Kirche im Gesprächen.
00:27:11: Danke fürs Zusehen.
00:27:15: Übrigens... Eifer und Omega mehr als du glaubst, ist ein gemeinsames Format der katholischen Bistümer Rottenburg-Stuttgart & Freiburg.
00:27:23: Und des evangelischen Medienhauses Stuttgart.
00:27:26: Zu sehen sind die Sendungen bei den privaten Fernsehsendern in Baden-Württemberg auf BibelTV und YouTube.
00:27:33: Weitere Infos gibt's unter kirchenfernsehen.de und www.redaktion-kipp.de.
00:27:41: Wenn ihr Fragen, Wünsche und Feedback habt, schreibt uns gerne an podcast.at-radio.de.
00:27:48: Und wenn euch diese Folge über Kino & Kirche mit Claudia Guggemoos gefallen hat – wie wär's mit der Podcastfolge zu dem Thema Gründergeist und Zukunft in der Kirche?
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